Darf man Nationalsozialismus und Faschismus gleichsetzen ?

Hier können politische Themen diskutiert werden, die von allgemeinem Interesse sind und nichts mit Spanien zu tun haben.
Roderich
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Re: Darf man Nationalsozialismus und Faschismus gleichsetzen ?

Beitrag von Roderich » Di 3. Apr 2018, 19:36

Hessebub hat geschrieben:
Fr 30. Mär 2018, 09:36

Ich glaube ein Teil der Menschen, wenn nicht sogar der größte, sind es leid mit dem Thema konfrontiert zu werden.
Gegen Glauben helfen Wissenschaft und Statistik.

Nach einer Statistik im mdr, äußerten 17 % der Deutschen spontan von diesem Thema nichts mehr hören zu wollen. 100 % davon "glauben" allerdings es hätte auch gute Seiten gegeben, die man endlich richtig würdigen sollte..... dein "größter Teil" landet somit bei nahezu 0 %, wodurch auch die Übertreibung "Menschen" vernachlässigbar ist. Wenn du die Ausnahme von der Regel bist, erwähne beim nächsten Hören dieses Satzes was die Türken oder Amerikaner an Erfahrung in Massenvernichtung besitzen, und du wirst sehen, wie weit es mit dem Leidsein ist. Böser Trick, aber ich bin es wirklich leid.

Das Thema erzeugt automatisch eine Gruppe, die es erst abhakt, wenn niemand mehr gute Seiten sucht, und die andere. Von beiden Gruppen nahezu unbemerkt finden sich Menschen wie atze, bei denen es überhaupt nicht um Gut oder Böse geht. Wenn dann alle bei atzes Herangehensweise angekommen sind, braucht auch niemand mehr zu leiden.

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Re: Darf man Nationalsozialismus und Faschismus gleichsetzen ?

Beitrag von Roderich » Di 3. Apr 2018, 19:52

Atze hat geschrieben:
Di 3. Apr 2018, 07:54

Und ja: Hitler war es ja auch nicht ganz allein….
Aber Hitler wäre eine derartige Differenzierung niemals in den Sinn gekommen. >:)


Zum Unterschied (auch von Fest), Faschismus beruft sich auf eine argumentfrei abgelehnte Andersartigkeit, eine völlig natürliche Reaktion. Schon bei Babies im Kontakt zum Vater erkennbar. Der Nationalsozialismus erkennt sofort Minderwertigkeiten, die weder durch Wissenschaft noch im täglichen Miteinander beim Vorhandensein von Empathie bestätigt werden können.

Daher sind viele Faschisten stolz auf ihre Taten/Verbrechen, während die Nachfolger der Nazis zuerst die Geschichte umschreiben müssen, oder reflexmäßig das Thema leid sind.

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Re: Darf man Nationalsozialismus und Faschismus gleichsetzen ?

Beitrag von Miesepeter » Fr 6. Apr 2018, 19:02

Es ist doch mal bedenkenswert, wie leicht da mit Begriffen umgegangen und eine Bedeutung zugeschlagen wird, die ihnen gar nicht entspricht: z.B.
Kommunist, Kommunismus (von communis) dürfte die ideale (aber leider utopische) Gesellschaftsform sein. Der erste mir bekannte Kommunist ist Jesus, von dem man weder Grundbesitz, Bankkonten noch andere Güter kennt. Nicht mal der Esel, auf dem er in Jerusalem Einzug hiert, gehörte ihm.
Und heute - die Kfz.-Kennzeichen des Vatikans (SCV) sagen alles: "Si Chrstus Vidit" (wenn Christus das sähe).
Demokratie: das machten die alten Griechen vor langer Zeit vor und es funktionierte, weil es eine DIREKTE Teilnahme der Bürger am gesellschaftlichen Geschehen ermöglichte. Heute haben wir dagegen nur REPRÄSENTATIVE Demokratien wo der einzelne Bürger völlig machtlos und am Geschehen unbeteiligt ist und nur wählen darf, wer ihn regiert. Und mit Wahlversprechen brachte es Adenauer mal auf den Punkt mit "Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern".
Kaptalismus = ungleiche Verteilung des Reichtums / Sozialismus = gleichmässige Verteilug des Elends.
Konsequent ist wer sich selbst mit den Umständen wandelt.
Fehlern, aus denen man lenen kann, sollte man frühz<eitig machen.

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Re: Darf man Nationalsozialismus und Faschismus gleichsetzen ?

Beitrag von Scandy » Fr 6. Apr 2018, 20:59

Miesepeter hat geschrieben:
Fr 6. Apr 2018, 19:02
Demokratie: das machten die alten Griechen vor langer Zeit vor und es funktionierte, weil es eine DIREKTE Teilnahme der Bürger am gesellschaftlichen Geschehen ermöglichte. Heute haben wir dagegen nur REPRÄSENTATIVE Demokratien wo der einzelne Bürger völlig machtlos und am Geschehen unbeteiligt ist und nur wählen darf, wer ihn regiert.
Ich könnte jetzt zur politischen Weiterbildung beitragen, doch dann kommt (wieder) @Villa und zeigt, dass es bei den Schweizern noch direkter geht als bei den Dänen. :mrgreen: Also warte ich wieder - geduldig ;;)
@Villa: ich lasse Dir gerne den Vortritt: Ehre, wem Ehre gebührt ;;)

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Re: Darf man Nationalsozialismus und Faschismus gleichsetzen ?

Beitrag von Atze » Fr 6. Apr 2018, 22:00

Miesepeter hat geschrieben:
Fr 6. Apr 2018, 19:02

Demokratie: das machten die alten Griechen vor langer Zeit vor und es funktionierte, weil es eine DIREKTE Teilnahme der Bürger am gesellschaftlichen Geschehen ermöglichte. Heute haben wir dagegen nur REPRÄSENTATIVE Demokratien wo der einzelne Bürger völlig machtlos und am Geschehen unbeteiligt ist und nur wählen darf, wer ihn regiert.
Nun ja, aber erstens war diese Demokratie in Griechenland nur die Minderheit (besonders Athen), die anderen hatten meist Könige oder (oft nicht mal schlechte) Tyrannen.
Wahlberechtigt waren nur freie Bürgen (keine Frauen), deren Vater und Mutter aus (der Stadt) Athen waren.
In der Volksversammlung wurde auch nicht über alles, sondern meist nur über Fragen von grundsächlicher Bedeutung (Krieg oder Frieden) abgestimmt
In den Areopag (den Rat, die Regierung) konnten nur Personen mit einem Mindesteinkommen gewählt werden.
Interessant war das Ostrakos, das Scherbengericht, wo z.B, einmal im Jahr alle Wahlberechtigten entscheiden konnte (der Name wurde auf eine Tonscherbe geschrieben) welche Person für zehn Jahre außer Landes gehen müsste.
Das vermisse ich schon. (Allerdings würde sich das Ausland für unsere "Verscherbelten" wohl bedanken).
LG Atze

Wenn dereinst die letzte Bohrinsel abgebaut und die letzte Tankstelle geschlossen ist,
werdet ihr feststellen, dass man bei Greenpeace nachts kein Bier kaufen kann.
(Prophezeiung der Cree-Indianer)

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Re: Darf man Nationalsozialismus und Faschismus gleichsetzen ?

Beitrag von Roderich » Sa 7. Apr 2018, 03:10

Atze hat geschrieben:
Fr 6. Apr 2018, 22:00

Nun ja, aber erstens war diese Demokratie in Griechenland nur die Minderheit (besonders Athen), die anderen hatten meist Könige oder (oft nicht mal schlechte) Tyrannen.
Wahlberechtigt waren nur freie Bürgen (keine Frauen), deren Vater und Mutter aus (der Stadt) Athen waren.
In der Volksversammlung wurde auch nicht über alles, sondern meist nur über Fragen von grundsächlicher Bedeutung (Krieg oder Frieden) abgestimmt
In den Areopag (den Rat, die Regierung) konnten nur Personen mit einem Mindesteinkommen gewählt werden.
Interessant war das Ostrakos, das Scherbengericht, wo z.B, einmal im Jahr alle Wahlberechtigten entscheiden konnte (der Name wurde auf eine Tonscherbe geschrieben) welche Person für zehn Jahre außer Landes gehen müsste.
..und was berichtet Wikipedia? "Demagogen spielten nicht selten eine fatale Rolle in der Politik Athens"
Unterm Strich war in Athen die "DIREKTE Teilnahme der Bürger" eine idealisierte Vorstellung, der Gesamtheit der Bürger lauschten viele Potentaten oftmals aufmerksamer.

Auch der Rest der Anmerkungen ist inhaltlich kritikfähig vom Jesus, der wahrscheinlich nie existierte, in einer der ältesten bekannten Überlieferungen auf SEINEM Landgut heiratete, bis zum verfälschten Adenauer-Zitat....

Aber wo war der konkrete Bezug zum Thema?

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