Quellen nachvollziehen

Hier können politische Themen diskutiert werden, die von allgemeinem Interesse sind und nichts mit Spanien zu tun haben.
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Quellen nachvollziehen

Beitrag von Cozumel » Mi 28. Mär 2018, 21:37

Wenn jemand etwas liest und wissen will (falls er es nicht sowieso schon weiss) was er von der Quelle halten soll, kann hier nachlesen.

Übersicht-politisch-meinungsbildende-Zeitungen

Ob er es glauben will, muss jeder selbst herausfinden. Bei den Zeitungen die ich kenne fand ich es stimmig.

Ich hab in letzter Zeit öfter mal Hinweise auf "Breitbart" und "Huffingtonpost" gelesen. Man sollte dann schon wissen was dahinter steckt.
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Wenn es morgens um sechs Uhr an meiner Tür läutet und ich kann sicher sein, dass es der Milchmann ist, dann weiß ich, dass ich in einer Demokratie lebe.

Winston Churchill

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Re: Quellen nachvollziehen

Beitrag von Miesepeter » Mi 28. Mär 2018, 22:22

Vorneweg: dies soll keine Kritik, Herabwertung usw. des o.a. Beitrages sein, sondern (m)eine Ergänzung und Denkanstoss:
Was immer ich lese oder wahrnehme geschieht ohne jede Voreingenommenheit, aber Anlass ggf. zu hinterfragen was da evtl. nicht oder unvollständig (mit dem Ziel auf Meinungseinwirkung) gesagt wird. Dazu gibt es unzählige Möglichkeiten und bekanntlich kommt nur wer gegen den Strom schwimmt an die Quelle. Listet man dann die Halbwahrheiten, Ungereimtheiten usw. auf, macht man sich sofort unbeliebt, besonders wenn Tatsachen belegt werden und nicht etwa eine eigene "Meinung". Ein sehr gutes Beispiel ist das Buch von Schultze-Rhohnhof "Der Krieg der viele Väter hatte". Da wird anhand von Dokumenten mit etlichen Lügen und Halbwahrheiten aufgeräumt, die uns seit Jahrzehnten vorgegaukelt und eingebläut werden. Oder auch die eigenen Erfahrungen im Gegensatz zu was man darüber gehört oder gelesen hat.
Quellen - je mehr umso besser und keine als allein seelig machende oder das Wahrheitsmonopol innehabende betrachten.
Gott weiss alles, oder mal die Nachbarn fragen, die wissen nämllich noch mehr.
Dies ist ein freies Land, und wem das nicht passt und nicht frei sein will, werden wir ggf. dazu zwingen.

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Re: Quellen nachvollziehen

Beitrag von Oliva B. » Do 29. Mär 2018, 10:42

Miesepeter hat geschrieben:
Mi 28. Mär 2018, 22:22
[...]Ein sehr gutes Beispiel ist das Buch von Schultze-Rhohnhof "Der Krieg der viele Väter hatte". Da wird anhand von Dokumenten mit etlichen Lügen und Halbwahrheiten aufgeräumt, die uns seit Jahrzehnten vorgegaukelt und eingebläut werden. Oder auch die eigenen Erfahrungen im Gegensatz zu was man darüber gehört oder gelesen hat.
Quellen - je mehr umso besser und keine als allein seelig machende oder das Wahrheitsmonopol innehabende betrachten.


Damit wir wissen, wovon hier die Rede ist:

"Im Generalsblick", Rezension des Buches " Der Krieg, der viele Väter hatte" von Christian Hartmann, erschienen 2003 im Olzog Verlag, München

und von Christian Becker (BEC) Dr. rer. pol. .

Adolf der Vertragstreue

Alles Lügenpresse? :-?

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Re: Quellen nachvollziehen

Beitrag von rainer » Do 29. Mär 2018, 11:16

Enorm aufschlussreich, Elke, insbesondere der letzte Link.
Danke.
Gruß
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Re: Quellen nachvollziehen

Beitrag von Atze » Do 29. Mär 2018, 12:25

"Der Krieg, der viele Väter hatte" wäre ein diskutabler Titel für den ersten Weltkrieg gewesen.*
Für den zweiten Weltkrieg jedoch abenteuerlich falsch: Weder Frankreich noch England noch das damals isolationistische Amerika waren kriegswillig. Die krassen Fehler des Versailler Vertrages waren inzwischen von vielen ausländischen Politikern eingesehen, die zum großen teil ungerechten Kriegsschulden als Hitler an die Macht kam, größtenteils getilgt.

*Christopher Clark (dessen sehr gut zu lesendes Buch "Preußen" ich hier allen ans Herz legen will) hat in seinem Werk "Die Schlafwandler" die Entwicklung, die zum ersten Weltkrieg führte sehr gut beschrieben. Allerdings mit einer solchen Fülle von Fakten und Daten, dass man nicht so leicht folgen kann wie bei den "Preußen".

Als Eingangslektüre für Hitlers Intentionen und seinen zwangsläufigen und geplanten Weg zum WK II empfehle ich Hafners "Anmerkungen zu Hitler".
Das müsste noch antiquarisch zu bekommen sein. - Sehr gut zu lesen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Anmerkungen_zu_Hitler
LG Atze

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werdet ihr feststellen, dass man bei Greenpeace nachts kein Bier kaufen kann.
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Re: Quellen nachvollziehen

Beitrag von Miesepeter » Do 29. Mär 2018, 14:17

Richtig, je mehr Quellen - egal welche - umso grösser die Verwirrung. Es heisst ja auch nicht umsonst: BILD Dir Deine Meinung. Wünsche allen ein angenehmes Osterfest. Wer erfand eigentlich die EIER-Handgranate?
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Re: Quellen nachvollziehen

Beitrag von Atze » Do 29. Mär 2018, 15:34

Miesepeter hat geschrieben:
Do 29. Mär 2018, 14:17
Wer erfand eigentlich die EIER-Handgranate?
Der britische Golfschlägerfabrikant Mills 1915, nachdem die britische Armee im Gegensatz zu den Deutschen ihre Handgranaten 50 Jahre zuvor ausgemustert hatten.
Diese neue Eierform löste dann die noch lange weiterverwendete Stielhandgranate ab.
LG Atze

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Re: Quellen nachvollziehen

Beitrag von Roderich » So 1. Apr 2018, 18:23

Miesepeter hat geschrieben:
Mi 28. Mär 2018, 22:22
Ein sehr gutes Beispiel ist das Buch von Schultze-Rhohnhof "Der Krieg der viele Väter hatte". Da wird anhand von Dokumenten mit etlichen Lügen und Halbwahrheiten aufgeräumt, die uns seit Jahrzehnten vorgegaukelt und eingebläut werden.
Seit 2003 ist klar das Buch hat weder Hand noch Fuß, aber 15 Jahre später drohen keinerlei Konsequenzen, wenn man das Gegenteil behauptet. Eine Statistik kenne ich nicht wie oft jemand in dieser Zeit zuerst seine kritische Herangehensweise beschrieb, dann mimimi seine Sorge äußert sich für das Vertreten der Wahrheit unbeliebt zu machen, um abschließend diese oder andere Rechtfertigungsthesen der Nazis, oft genug sogar wie hier OffTopic in die Runde zu werfen.

Zum Glück existiert die Frage nicht mehr, ob Hitler in die Enge gedrängt wurde, und erst im letzten Moment über Krieg nachgedacht hat.

Jeder Volkswirtschaftler kann dir vorrechnen bereits beim Bau der Autobahnen war den Verantwortlichen klar die entstehenden Kosten nur durch einen Krieg deckeln zu können. Auch wenn vor allem Hitler und Himmler ernsthaft auf wundersame Geldquellen aus Shangri La hofften. Die einzelnen aggressiven Schritte kamen dann auch pünktlich, wenn die Staatskasse endgültig leer war. Und innerhalb der Speerspitze war immer eine Einheit eingeplant, die sich sofort die Goldreserven sicherte. Da geht es um Zahlen, unwiderlegbar in hunderten von Dokumenten festgehalten, unumstößlich.

Jegliche Theorie, ein Hitler hätte diese Möglichkeit nicht von Anfang an eingeplant, scheitert, der Versuch alleine vor dem Grauen der Nazizeit und diesem schrecklichen Krieg ein wenig Schuld vom Rücken dieser Verbrecher zu nehmen ist ekelhaft.


Mal ein ganz anderer Gedanke:

Zum Thema "Faschismus/Nationalsozialismus" kommt in diesem Forum "Ich glaube ein Teil der Menschen, wenn nicht sogar der größte, sind es leid mit dem Thema konfrontiert zu werden." Kann ich unterschreiben, aber richtig wäre das nur, wenn die, die nichts mehr vom "Schuld-Kult" hören wollen aufhören die Schuld zu relativieren.

Bei dieser Lüge zum Buch wird man allen Ernstes gezwungen anderslautende Belege aufzufinden. Früher hat doch auch jeder mit dem Kopf geschüttelt, wenn die Verkündigung der absoluten Wahrheit mit dem Hinweis auf die eigene Unfehlbarkeit und Sorgfalt beginnt, und mit einer Entschuldigung der Nazis endet. Die Ehre Ernst genommen zu werden hätte diesem Posting im Gegensatz zu Atzes ausführlicher, sachlicher Betrachtung nie erwiesen werden dürfen. Da hat jemand die Gelegenheit genutzt eine rechte These auszubreiten, und das sollte Thema sein, nicht die tausendste Widerlegung dieser These.

So produziert das Internet einen Berg an Lügen, man kann die gleiche ruhig hundert Mal posten, der Aufwand die Lüge wieder zu vertreiben ist unüberwindbar hoch. Und selbst wenn, man wiederholt sie einfach, und behauptet ein wahrhaft kritischer Geist zu sein.

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Re: Quellen nachvollziehen

Beitrag von Atze » So 1. Apr 2018, 20:19

Für den zielstrebigen Vorsatz Hitlers, einen neuen Krieg anzufangen und das so früh wie möglich, gibt es mehrere Belege.
In der Kürze:
Schon sein bekannter Ausspruch: "Nie wieder darf und wird es in Deutschland einen November 1918 geben" bedingt doch erstens den Vorsatz einen nochmaligen "Dolchstoß" unmöglich zu machen. Aber auch zweitens (sonst wäre der Ausspruch ja unsinnig), eine solche Voraussetzung wieder herzustellen. Das erfordert drittens den verlorenen Krieg wieder aufzunehmen. Aber damit es nicht wieder zu den verräterischen Revolutionen kommt, muss man viertens schon vor dem Krieg die potentiell revolutionären Kräfte ausschalten. Das heißt Abschaffung der linken Parteien. Da man aber die Arbeiterschaft, die sie trugen, nicht auch abschaffen konnte, musste man ihr eine andere Art von Sozialismus, eben einen nationalen Sozialismus bieten. Dazu musste man aber die ideologische Konkurrenz, den Marxismus, in Deutschland ausrotten.
Dazu war es vorteilhaft, dass einige von den Sozialisten Juden waren. Das passte zu Hitlers ältesten Wunsch: Alle Juden auszurotten.

In den Bormanndiktaten vom Februar 1945 beklagte sich Hitler, den Krieg ein Jahr zu spät begonnen zu haben (1939 stat 1938) ..."aber ich konnte ja nichts machen, da die Engländer und Franzosen in München alle meine Forderungen akzeptierten"

(Unter Verwendung von Sebastian Haffners: "Anmerkungen zu Hitler")

PS. den Herrn Schultze-Rhohnhof hatte ich bisher nicht auf dem Schirm, da im Kopp-Verlag.
Diese Bücher pflege ich zu ignorieren.
Man geht nicht ganz fehl, wenn man das Gegenteil des dort Geschriebenen als eher zutreffend ansieht.
(gemein, ich weiß: Hatte heute meinen schlechten Tag: Die versteckten Ostereier waren festgefroren)
LG Atze

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Re: Quellen nachvollziehen

Beitrag von Miesepeter » Mo 2. Apr 2018, 06:51

Eine gewiss recht aufschlussreiche Quelle wären die Vernehmungsprotokolle von Rudolf Hess, die uns auch nach über 70 Jahren weiterhin vorenthalten werden. Im Nürnberger Prozess durfte dieses Thema nicht behandelt werden. 2 mgl. Entlastungszeugen wurden, nach deren Besuch von britischen Agenten, erhängt im Wald aufgefunden....
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