Die CO2-Bilanz im Blick

Hier können politische Themen diskutiert werden, die von allgemeinem Interesse sind und nichts mit Spanien zu tun haben.
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Hessebub
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Re: Die CO2-Bilanz im Blick

Beitrag von Hessebub » Sa 7. Sep 2019, 00:10

Wer bitte entscheidet was für den einen nötig und für den anderen unnötig ist. Ich glaube mein Schwein pfeift x( Dann müsste ja, alles was meine Freizeitgestaltung oder Hobbys angeht, als unnötig abgestempelt werden. Das wäre denen da oben am liebsten, das Rindvieh soll sich am besten abrackern, die Kohle abdrücken und am besten noch die fresse halten. Warum schießen wir uns nicht alle eine Kugel in den Kopf? Dann hat die Seele endlich ihre Ruhe 🤦‍♂️ Aber selbst bei der Kugel würden sich einige noch über die Feinstaubbelastung aufregen, vor allem der Zottelkopf aus München :mrgreen:
Besser haben und nicht brauchen, als brauchen und nicht haben :mrgreen:

LG Wolfgang

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Frambuesa
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Re: Die CO2-Bilanz im Blick

Beitrag von Frambuesa » Sa 7. Sep 2019, 00:53

villa hat geschrieben:
Fr 6. Sep 2019, 21:41
Was mich in diesem Thema so stört ist dass es sehr viel Desinforamtion gibt. Egal ob es um CO2 oder sonst eine Umweltthema geht. Die Medien und das ist von der Politik auch so gewollt greifen nur bestimmte Themen aus, es werden nur die Informationen publiziert die den politischen Kräften gerade passen. Übertreibung und Fehlinformation dienen nur einem Zweck, die politischen Interessen zu stützen. ( und damit einher gehen die Interessen der grossen Multinationalen)
. . . Viel hilfreicher wäre ehrliche Forschung und gute Information.
. . . Jeder einzelne kann zwar umsichtiger werden, aber wirklich bewirken können wir kaum was solange die Politik nicht den menschen sondern den Interessen der Grosskonzerne dient.
@Villa
Das sehe ich ganz genau so. Und auch wenn z.B. die CSU die Grünen noch grün überholen wollen, dann fällt es mir arg schwer, denen das abzukaufen.

Meinen Beitrag versuche ich schon seit vielen Jahren durch entsprechendes Verhalten (auf ganzer Bandbreite) zu erbringen, lasse mir jedoch weder meine Winterreise nach Spanien noch Wein und Tapas nehmen.

Eisbär hat geschrieben:
Do 5. Sep 2019, 23:46
Ja es gibt viel Unbrauchbares beim Greenwashing der CO2-Bilanz, und nicht nur den Klima-Ablasshandel zähle ich dazu.
. . . Ich denke, jedesmal, wenn sich die Politik eines Themas im Focus der Wähler annimmt, werden Scheinlösungen geschaffen, die in Wirklichkeit nur die Probleme verschieben. Hauptsache, der Wähler meint, dass was Gutes gemacht wurde, ohne die Gesamtbilanz zu betrachten.
Richtig, den Zauberbegriff Gesamtbelastung betrachtet kaum jemand - die Politiker nicht und die Medien als ihr Sprachrohr natürlich auch nicht.
Saludos Frambuesa
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Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können,
muss man vor allem ein Schaf sein. Bild

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Re: Die CO2-Bilanz im Blick

Beitrag von Mausifan » Sa 7. Sep 2019, 07:38

Frambuesa hat geschrieben:
Fr 6. Sep 2019, 19:15
Was mich an dieser Stelle ganz besonders wundert ist, dass ich noch nirgends z.B. die Formel-1, Oldtimer-Fahrten, Diesel-Loks etc. am Pranger gesehen habe.
Und die CO2 Belastung durch Mineralwasser ( con Gas) :d :d
Zeit ist eine Illusion die das Bewusstsein erfunden hat um die Realität zu verstehen.

chupacabra
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Re: Die CO2-Bilanz im Blick

Beitrag von chupacabra » Sa 7. Sep 2019, 09:32

„Frambuesa“ hat geschrieben: Was mich an dieser Stelle ganz besonders wundert ist, dass ich noch nirgends z.B. die Formel-1, Oldtimer-Fahrten, Diesel-Loks etc. am Pranger gesehen habe ...
Das liegt doch sicherlich daran, dass es eine Unmenge von Einzelbeispielen gibt. Da wird ist sicherlich irgendwann auch ein "Blaming" geben.
Hessebub hat geschrieben:Wer bitte entscheidet was für den einen nötig und für den anderen unnötig ist. Ich glaube mein Schwein pfeift x( Dann müsste ja, alles was meine Freizeitgestaltung oder Hobbys angeht
Entscheiden sollte eigentlich immer der gesunde Menschenverstand oder die Sozialkompetenz und jeder für sich selber. Da gibt es ein hoffentlich auch hier anerkanntes Kriterium, dass Gemeinwohl vor Einzelwohl geht. Die Nebenbedingung ist, dass es Fünf vor Zwölf ist, die in die Entscheidungen einzubeziehen ist. Und auch jene die wissen, dass sie die Zwölf nicht mehr erreichen, sollten diejenigen beachten, die auch nach Zwölf noch da sind.
Saludos chupacabra

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Re: Die CO2-Bilanz im Blick

Beitrag von chupacabra » Sa 7. Sep 2019, 10:54

Vielleicht doch einmal ein paar Zahlen:

12.000km Autofahren im Jahr entspricht im CO2-Verbrauch etwa 2 H/R-Flügen Frankfurt-Valencia (vier Einzelstrecken) oder etwa dem einer 10 tägigen Kreuzfahrt; etwa 2,2 bzw. 2,1 Tonnen CO2-Verbrauch. Hängt alles natürlich von einigen wenigen Annahmen beim Auto (Verbrauch) oder der Kreuzfahrt (Kabinenbelegung, Anzahl der Passagiere) ab. Als Öko-Kompensation bzw. als Ablass werden 47 Euro vorgeschlagen.
Saludos chupacabra

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Re: Die CO2-Bilanz im Blick

Beitrag von Kiebitz » Sa 7. Sep 2019, 12:26

Chupacabra hat geschrieben:

Entscheiden sollte eigentlich immer der gesunde Menschenverstand oder die Sozialkompetenz und jeder für sich selber. Da gibt es ein hoffentlich auch hier anerkanntes Kriterium, dass Gemeinwohl vor Einzelwohl geht. Die Nebenbedingung ist, dass es Fünf vor Zwölf ist, die in die Entscheidungen einzubeziehen ist. Und auch jene die wissen, dass sie die Zwölf nicht mehr erreichen, sollten diejenigen beachten, die auch nach Zwölf noch da sind.

Grundsätzlich stimme ich dem voll zu. Problem: Die meisten Menschen sind Egoisten. Deswegen muss die Politik Entscheidungen treffen. Leider sind das bekanntermaßen auch alle Egoisten.

Ich habe für mich einen ersten Weg gefunden: Ich werde eine Solaranlage installieren. Sollte positiv zur CO2 Bilanz beitragen. Besonders bei einer Installation in südlichen Lagen.

https://www.sonnenseite.com/de/energie/ ... hlich.html
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Wenn man eine große Lüge erzählt und sie oft genug wiederholt, dann werden die Leute sie am Ende glauben.

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Re: Die CO2-Bilanz im Blick

Beitrag von villa » Sa 7. Sep 2019, 12:35

Ich finde es richtig dass jeder das tut was er kann, nutzt aber herzlich wenig solange die Grosskonzerne (Weltweit) den Ausstoss immer weiter erhöhen.
Zu Ablasszahlungen..... man kann doch die Natur nicht bezahlen, was weg ist wird nicht so leicht wieder zu gewinnen sein. Auch dass müsste global gelöst werden.

Solange aber unsere Wirtschaftssysteme darauf aufgebaut sind dass immer weiter gewachsen wird dürfte das alles sehr schwierig sein.
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Re: Die CO2-Bilanz im Blick

Beitrag von Josefine » Sa 7. Sep 2019, 12:43

Frambuesa hat geschrieben:
Fr 6. Sep 2019, 19:15

Und was ich mittlerweile als recht schlimm empfinde ist der soziale Unfriede, der bei diesem Thema entsteht.
Wer will da über den anderen urteilen, weil er oder sie einen SUV fährt, eine Kreuzfahrt oder eine Flugreise unternimmt? Kennen wir die Gründe? Ich halte es für sehr vermessen, über andere zu urteilen.
Wenn z.B. Josefine gern über die Meere kreuzt, aber nur wenige Kilometer mit dem Auto fährt - vielleicht ist ihr Klimaabdruck niedriger als bei jemand, der sie kritisiert? Dies nur als Beispiel.
Schlimm finde ich die Doppelmoral der Grünen, die z.B. als die größten Vielflieger im Bundestag bekannt sind. Also Wasser predigen und Wein saufen?
Und der kleine Michel startet seinen Privatkrieg mit Nachbarn, Kollegen und Freunden?
Nein, nicht mit mir.
Wie erfrischend, dass es auch noch solche Kommentare zu dem Thema gibt. :)

Diese Moralpredigten in den Medien und auch in einigen Foren gehen mir ehrlich gesagt auf den Senkel. ;)

Ich könnte mir auch meinen CO2-Abdruck schön reden. ;-) Das Flugzeug von Spanien fliegt auch ohne mich (bei einem Verzicht meinerseits), also würde mein Flug für mich klimaneutral sein. :-D
Das Kreuzfahrtschiff würde auch bei einem Verzicht meinerseits ohne mich losfahren. Also ist meine Reise klimaneutral.
Mache ich eine Busfahrt fahre ich klimaneutraler als mit dem eigenen Auto.

Greta schippert zwar klimaneutral über den Atlantik, ;-) aber auch nur weil die Bootsinhaber anschl. Flüge buchen müssen. Insofern fallen mehr Flüge an, als wenn Greta geflogen wäre mit einem Flieger, der eh die USA als Ziel hatte.

Beispiele kann man viele anführen und zur Not haben wir ja noch den Ablass-Handel.

---------------------

Der Staat muss handeln und dafür sorgen, dass z.B. Reisen umweltfreundlicher wird. Es braucht größere Lösungsansätze und nicht das Moralisieren und das in die Ecke stellen der „Schmuddelkinder“ (z.B. Fernreise- und Kreuzfahrt-Liebhaber).

Aber wenn evtl. bald die Grünen im Sinne einer Verbots- und Steuererhöhungspartei mitregieren (nur in Deutschland?), dann wird sicherlich bald die Welt gerettet. ;-)
Wer lebt, sieht viel. Wer reist, sieht mehr.
Gruß Josefine (Jofina)

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Re: Die CO2-Bilanz im Blick

Beitrag von chupacabra » Sa 7. Sep 2019, 12:57

villa hat geschrieben:
Sa 7. Sep 2019, 12:35
Ich finde es richtig dass jeder das tut was er kann, nutzt aber herzlich wenig solange die Grosskonzerne (Weltweit) den Ausstoss immer weiter erhöhen.
Ich finde es nicht richtig, wenn die Schuld auf nicht greifbare Organisationen, Parteien oder Unternehmen geschoben wird. Letztlich produzieren Großkonzerne und übrigens auch kleine Unternehmen, deren relativer CO2-Ausstoß bezogen auf den Output sicherlich um ein Vielfaches höher ist als der bei Großkonzernen, nur das, was jeder einzelne von uns verbraucht, bzw. generieren die Einkommen mit denen wir alle uns die Produkte leisten können. Unternehmen produzieren nicht um des produzieren-willen.
villa hat geschrieben:
Sa 7. Sep 2019, 12:35
...Solange aber unsere Wirtschaftssysteme darauf aufgebaut sind dass immer weiter gewachsen wird dürfte das alles sehr schwierig sein.
Korrekt, daher gehe ich auch von drastischen Einkommensverzichten aus.

CO2-Budget
wikipeida hat geschrieben:so eine „erlaubte“ Pro-Kopf-Emission von zum Beispiel 2,7 t CO2 pro Jahr berechnet
Schaut euch dies einmal an. Die erlaubte CO2-Emission pro Kopf wird mit 2,7 T CO2 angegeben. Das ist deutlich weniger als die genannte Kreuzfahrt. Man muss ja noch nach Miami oder Barcelona (und zurück) fliegen.

Persönlich glaube ich aber, dass es keine Lösung geben wird, da man sich nicht einigen wird und auch nicht kann. Weder im ganz Kleinen (Forum), noch im ganz Großen (Global). Als Chinese würde ich fordern, dass die Europäer oder US-Amerikaner ein niedrigeres Pro-Kopf-Budget zugewiesen bekommen sollen, weil die ihren Anteil am Kuchen schon längst aufgebraucht hätten.
Saludos chupacabra

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Re: Die CO2-Bilanz im Blick

Beitrag von Cityslicker » Sa 7. Sep 2019, 13:45

Hallo zusammen

Greta hat die Bürger in Panik versetzt, die Politiker reagieren planlos und einige Clevere Organisationen verdienen viel Geld damit.

Was viele Bürger entweder vergessen oder verdrängt haben,
am 1. April vor 20 Jahren führte die damalige rot-grüne Bundesregierung die „Ökosteuer“ ein. Das ist eine Steuer, die auf den Verbrauch von Energieträgern, wie Strom, Benzin, Kohle oder Gas erhoben wird. Mit der „Ökosteuer“ sollte/soll umweltschädliches Verhalten in den Bereichen Energie und Verkehr verteuert werden, um so die Nutzung der nachhaltigen Energien zu fördern.

Derzeit beträgt der Steuersatz der „Ökosteuer“ auf Benzin 0,154 Euro.
Bei einer durchschnittlichen Tankung von 50 Litern in der Woche wäre die
Jahresbelastung der „Ökosteuer“ für eine durchschnittliche Familie ca. 400 Euro, da mir nicht bekannt ist, ob hierauf noch die 19% Mehrwertsteuer kommt.

Beim Strom liegt die „Ökosteuer“ bei 0,0205 Euro/kWh + 19% Mehrwertsteuer. Bei einem Verbrauch von ca. 4000 kWh für eine durchschnittliche Familie mit zwei Kinder würde die Jahresbelastung durch die „Ökosteuer“ ca. 98 Euro betragen.

Mit diesen beiden Beispielen würde die durschnitts Familie ca. 498 Euro im Jahr an
„Ökosteuer“ bezahlen.

Nun denkt man sehr laut darüber nach, eine Co² - Steuer einzuführen. Laut SPON ist die Mehrheit der Deutschen für eine derartige Steuer, um die Umwelt zu retten, was aber nicht unbedingt stimmen muss, da ich mir nicht vorstellen kann, dass wir Deutschen Weltmeister der Steuerzahler werden wollen.

Dabei wird leider nicht erwähnt oder es wird vergessen zu sagen, dass Steuern in Deutschland nicht zweckgebunden sind. Eine Co² - Steuer wir nicht zwangläufig für die Klimarettung eingesetzt, da auch die „Ökosteuer“ größtenteils in der Kasse der Rentenversicherung landete.

Zudem hält das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung DIW die Ökosteuer umweltpolitisch für einen Flop. Die vor 20 Jahren eingeführte Steuer habe nicht die beabsichtigte Lenkungswirkung entfaltet. Ob die Co² - Steuer das Klima nachhaltig verändert, bezweifle ich stark.

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