Nicht nur in der Coronakrise - die stillen Helden des Alltags

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Frambuesa
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Nicht nur in der Coronakrise - die stillen Helden des Alltags

Beitrag von Frambuesa »

Eigentlich finde ich es schade, dass es scheinbar einschneidender Krisen bedarf, damit bestimmten Berufsgruppen die ihr zustehende Wertschätzung erfährt.
Heute wissen wir, dass ohne all
  • die fleißigen Mitarbeiter in den Supermärkten nebst dem Heer der LKW-Fahrer,
  • die, die in den medizinischen, pharmazeutischen, labortechnischen und pflegerischen Berufen, die schon jetzt an ihre Grenzen stoßen,
  • all die Ordnungskräfte, die zu ihren zahlreichen Überstunden derzeit noch weitere hinzufügen müssen,
  • und all die vielen, die ich hier nicht aufgeführt habe.

Sie alle haben unseren Respekt und unseren Dank mehr als verdient und ich hoffe, man möge es ihnen auch nach Corona nicht vergessen.

Um ihnen ein wenig Gehör zu verschaffen bzw. von ihnen und ihren Taten zu berichten, habe ich diesen Faden hier aufgemacht.
Saludos Frambuesa
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Marc Thylmann

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Frambuesa
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Re: Nicht nur in der Coronakrise - die stillen Helden des Alltags

Beitrag von Frambuesa »

Backen für „vergessene“ Alte

Die 60-jährige Hilde J. ist Altenpflegerin in einem mittelgroßen Altenheim und sie liebt ihren Beruf schon seit Jahrzehnten. Über die Überlastung in Pflegeberufen, die nicht erst mit Corona anfing, brauch ich hier sicherlich nicht zu berichten.
Aber Frau Hilde ist mehr als „nur“ Altenpflegerin, Frau Hilde ist auch in ihrer außerdienstlichen Zeit für „ihre Alten“ tätig. Sie kümmert sich vor allem um die, die von ihren Angehörigen vergessen sind und nie Besuch erhalten. Diesen Alten hat sie, von anderen Zuwendungen einmal abgesehen, jedes Jahr zum Geburtstag eine Torte gebacken. Frau H. liebt ihre Alten und ihr Hobby und verbindet so beides schon viele Jahre miteinander.
Jetzt, in der Coronakrise braucht es Menschen wie sie nötiger als zuvor.

Heute bat sie mich um meine letzten Mehlreste. „Habe kein Mehl mehr, aber zwei Geburtstagskinder“ und dann berichtete sie mir über die Traurigkeit der beiden Damen, die sich wg. des Besuchsverbots unendlich einsam fühlten.
Jetzt backt sie wieder einmal zwei Torten, die sie übermorgen ihren 90jährigen Geburtstagskindern mitbringen wird.

Für mich gehört auch Frau Hilde zu den stillen Helden des Alltags und vielleicht regt ihr Tun ja den einen oder Anderen zu ähnlichen solidarischen Handlungen an
Saludos Frambuesa
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vitalista
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Re: Nicht nur in der Coronakrise - die stillen Helden des Alltags

Beitrag von vitalista »

Ich denke, eine Wertschätzung erfahren diese Berufsgruppen schon auch außerhalb der momentanen Krise.
Nur sollte sich diese Wertschätzung auch monetär auszahlen! Nach den ganzen finanziellen Hilfeleistungen, die jetzt gestemmt werden müssen, ist es leider sehr fraglich, ob nach überstandener Krise Geld für eine bessere und leistungsgerechtere Bezahlung locker gemacht werden wird. :-s
Bleibt es nur zu hoffen.
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chupacabra
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Re: Nicht nur in der Coronakrise - die stillen Helden des Alltags

Beitrag von chupacabra »

Frambuesa hat geschrieben:
Mi 25. Mär 2020, 13:41
...
  • und all die vielen, die ich hier nicht aufgeführt habe.
Gut, dass es auch diesen Punkt gibt. Es gibt nämlich nicht nur die offensichtliche Front im Gesundheits- und Lebensmittelbereich. Es kann überall brennen. Aber dafür gibt es entsprechende Berufszweige, die in der aktuellen Zeit auch richtig ran müssen, ohne dass diese gesehen und beklascht werden. Was würde wohl aktuell passieren, wenn unsere Wasser- und Stromversorgung ausfallen würde, wie dies vielleicht einige aus Venezuela mitbekommen? Hier lesen: Wie sicher sind Wasser- und Stromversorgung in der Krise?

Und wenn man Berufsgruppen am Ende der Leistungserbringungskette (bzw. Verkäuferin) nennt, dann sollte man auch bedenken, dass daran ein "Rattenschwanz" von anderen Berufsgruppen hängt, an die man nie gedacht hätte oder denken würde, die aber ebenso die Wertschätzung erfahren sollten. Man braucht sich bspw. nur zur Fragen, wie es denn möglich ist, dass es Frischmilch täglich frisch im Supermarkt zu kaufen gibt. Jeder zählt!

p.s. Und vielleicht sollte man an jene Berufsgruppen denken, denen man seit einigen Wochen ihre Arbeit unter den Füßen weggezogen hat, und die wohl liebend gerne (auch in Überstunden) arbeiten würden.
Saludos chupacabra

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Frambuesa
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Re: Nicht nur in der Coronakrise - die stillen Helden des Alltags

Beitrag von Frambuesa »

chupacabra hat geschrieben:
Mi 25. Mär 2020, 15:42
Was würde wohl aktuell passieren, wenn unsere Wasser- und Stromversorgung ausfallen würde, wie dies vielleicht einige aus Venezuela mitbekommen? Hier lesen: Wie sicher sind Wasser- und Stromversorgung in der Krise?

Und wenn man Berufsgruppen am Ende der Leistungserbringungskette (bzw. Verkäuferin) nennt, dann sollte man auch bedenken, dass daran ein "Rattenschwanz" von anderen Berufsgruppen hängt, an die man nie gedacht hätte oder denken würde, die aber ebenso die Wertschätzung erfahren sollten. Man braucht sich bspw. nur zur Fragen, wie es denn möglich ist, dass es Frischmilch täglich frisch im Supermarkt zu kaufen gibt.
Richtig, da bin ich voll deiner Meinung - und die Mitarbeiter von Telekommunikationsbetrieben und der Bahn, deren Mitarbeiter oft genug beschimpft werden und viele andere im „Rattenschwanz“
chupacabra hat geschrieben:
Mi 25. Mär 2020, 15:42
. . . Jeder zählt!
:) So ist es, auch der, der sich auf 2 Meter Entfernung in der Warteschlange vor der Apotheke die Sorgen seines Hintermannes anhört; vom Vordermann erfährt, wenn es in der Nachbarschaft noch jemanden gibt, der Hilfe braucht. Und so kommen die Menschen sich näher, auch in der Distanz und so entsteht Solidarität! :)

Nicht jedes Gespräch „in der gestreckten Warteschlange ist eine nette Plauderei über klare Luft“ oder so :idea:
Saludos Frambuesa
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vitalista
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Re: Nicht nur in der Coronakrise - die stillen Helden des Alltags

Beitrag von vitalista »

Auch wenn Stille Helden nicht ganz passt, so finde ich doch, ist das in den Zeiten der Zwangs-Isolation eine schöne Idee.

Die Policia Local von San Fulgencio möchte dass Schulkinder, die in diesen Tagen Geburtstag haben, sich nicht an einen Geburtstag erinnern, der vom Coronavirus überschattet war, sondern dass es der aufregende Geburtstag war, an dem die Polizei zum Gratulieren kam.


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Re: Nicht nur in der Coronakrise - die stillen Helden des Alltags

Beitrag von nurgis »

Ich bin auch der Kassiererin in unserem kleinen ALGI-Markt hier in Sabatera sehr dankbar. Sie steht täglich im Laden,( nicht ganz freiwillig) freundlich und hilfsbereit und ist doch durch die Kunden sehr gefährdet.Hoffentlich bleibt sie Virusfrei. Metzger und andere in dem Laden sind verschwunden.
Ich zahle nur noch mit Karte und Handschuhen und hoffe es hilft.
Der Hund ist Dir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde.

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