I. CHEMISCHE BEKÄMPFUNG

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Re: I. CHEMISCHE BEKÄMPFUNG

Beitrag von Atze » Fr 29. Nov 2013, 22:44

Ich bin mir aber nicht sicher, ob das auch die gezielte Verwendung für Palmen einschließt:
" Erlaubt bleibt der Gebrauch der Chemikalien in Gewächshäusern sowie für Wintergetreide und Pflanzen, die keine Bienen anlocken."
Locken Palmen Bienen an? Die Bestäubung erfolgt doch wohl durch Wind (oder seit 3000 Jahren auch künstlich).

http://de.wikipedia.org/wiki/Neonicotin ... en_ab_2013
LG Atze

Wenn dereinst die letzte Bohrinsel abgebaut und die letzte Tankstelle geschlossen ist,
werdet ihr feststellen, dass man bei Greenpeace nachts kein Bier kaufen kann.
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Re: I. CHEMISCHE BEKÄMPFUNG

Beitrag von Montemar » Fr 29. Nov 2013, 22:54

Ist nicht neu und finde ich als Bienenfan auch richtig
Studien weisen darauf hin, daß eines der Übel Insektizide sein könnten. Als etwa im Jahr 2008 in der Rheinebene beim Maisanbau der Schädling Maiswurzelbohrer mit Clothianidin bekämpft wurde, gingen etwa 11.500 Bienenvölker zugrunde. Die Umweltorganisation Greenpeace nannte in ihrem Bericht «Bye bye Biene?» jüngst sieben Pestizide als «Bienen-Killer» Nummer eins, darunter bestimmte Nervengifte (Neonicotinoide), wie sie etwa das deutsche Chemieunternehmen Bayer und der Schweizer Konzern Syngenta produzieren. Drei davon werden in der EU nun größtenteils verboten, und das ist auch gut so.

Der Honigbiene geht es schlecht. Seit Jahren sterben Millionen von Bienen in Europa - und niemand weiß genau, warum. Nun greift die EU ein und setzt auf ein Teilverbot von drei umstrittenen, für Bienen schädlichen Pflanzenschutzmitteln. Umweltschützer sprechen von einem «historischen Schritt» und einem «Rettungsanker», den die EU wirft - doch ob das Überleben der Honigbiene damit gesichert ist, ist mehr als offen. Zu viele Faktoren machen den pelzigen kleinen Tierchen das Leben schwer.

Das Sterben der Bienenvölker ist dramatisch. Jedes Jahr überlebt nach Angaben von Greenpeace jede fünfte Biene den Winter nicht, in Deutschland fast jede dritte. Dabei ist die Landwirtschaft auf die emsigen Bienen für das Bestäuben von Mais, Raps oder Zuckerrüben angewiesen. Nicht nur Honig liefern die fleißigen Tierchen, sondern sie bescheren den Bauern immerhin 22 Milliarden Euro Wertschöpfung jährlich. «Die Bienen sind so wichtig für unser Ökosystem. Nach dem Rind und dem Schwein ist die Honigbiene das drittwichtigste Nutztier des Menschen und sichert seine Nahrung. Wenn die Bienen aussterben, stirbt der Mensch vier Jahre später aus, soll Albert Einstein gesagt haben…
„Was nützt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen überlässt?" Ernst R. Hauschka

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Re: I. CHEMISCHE BEKÄMPFUNG

Beitrag von Atze » Sa 30. Nov 2013, 07:43

Montemar hat geschrieben: Jedes Jahr überlebt nach Angaben von Greenpeace jede fünfte Biene den Winter nicht, in Deutschland fast jede dritte. Dabei ist die Landwirtschaft auf die emsigen Bienen für das Bestäuben von Mais, Raps oder Zuckerrüben angewiesen.
Alles im Vorbeitrag findet meine Zustimmung bis auf obiges:
Mais und Zuckerrüben sind windblütig, wobei die "Frucht" der Zuckerrübe natürlich nicht direkt von einer Bestäubung abhängt (befruchtungsfähige Schösser würden sich in der Regel erst im zweiten Jahr entwickeln, wenn man sie ließe). Aber es bleiben noch genug bienenabhängige Feldfrüchte übrig.
Die Lebensdauer der Bienen (Arbeiterinnen) beträgt im Sommer ca. 7 Wochen, im Winter ca 7 Monate, d.h. es sterben sowieso sehr viele. Oder meinst du das ganze Bienenvolk?
Wegen des (zuerst in den USA) dramatischen Bienensterbens, das in D im Gegensatz zur Schweiz noch recht glimpflich verlief wurde ein Bienenmonitoring eingeführt. Danach war die Varroamilbe der Hauptschuldige, in zweiter Linie Pestizide, die die Völker schwächen:
„… die Milbe Varroa destructor – sie ist mit Abstand die wichtigste Verursacherin des Bienensterbens. In der Schweiz sind alle Bienenvölker mit diesem Parasiten befallen, und unbehandelt stirbt ein Volk innerhalb von ein, zwei Jahren. Selbst wenn geeignete Massnahmen ergriffen werden, ist nicht sicher, dass die kranken Bienen überleben – denn geschwächte Individuen und Völker werden meist zusätzlich zu den Milben von Viren befallen, was schliesslich zum Tod eines Volkes führt.“

– Bienenforscher Prof. Peter Neumann im Januar 2013

Da wir die Pestizide am ehesten steuern können, ist deren Verminderung, bzw ein gezielter Einsatz schon angesagt.
Ganz werden wir nicht auf sie verzichten können. Immerhin wirken die heutigen Insektizide viel gezielter und steuerbarer als früher (DDT).

Dein Zitat von Einstein ist leider aus zwei Gründen falsch:
Es ist nicht von Einstein
Es stimmt auch nicht (glücklicherweise)
In Amerika z.B. wurde die Honigbiene erst durch den weißen Mann eingeschleppt (white men´s flies)
LG Atze

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Re: I. CHEMISCHE BEKÄMPFUNG

Beitrag von Cozumel » Sa 30. Nov 2013, 08:25

Atze hat geschrieben:Dein Zitat von Einstein ist leider aus zwei Gründen falsch:
Es ist nicht von Einstein
Naja, Atze, das Zitat wird ihm zugeschrieben, aber es ist nicht gesichert.
Das es nicht vom ihm ist, kann man aber genauso wenig sagen. ;)
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Re: I. CHEMISCHE BEKÄMPFUNG

Beitrag von Atze » Sa 30. Nov 2013, 08:56

Cozumel hat geschrieben:
Atze hat geschrieben:Dein Zitat von Einstein ist leider aus zwei Gründen falsch:
Es ist nicht von Einstein
Naja, Atze, das Zitat wird ihm zugeschrieben, aber es ist nicht gesichert.
Das es nicht vom ihm ist, kann man aber genauso wenig sagen. ;)
Das ist so wahrscheinlich wie meine unten stehende Weissagung der Cree-Indianer (deren "Original" übrigens auch mehr oder weniger eine Erfindung war).
http://de.wikipedia.org/wiki/Weissagung_der_Cree

Laut Jerry Bromenshenk, Bienenforscher an der University of Montana in Missoula und Mitglied der amerikanischen CCD Working Group, hat eine Anfrage beim Einstein-Institut in Israel ergeben, dass das Zitat nicht von Einstein stammt.

Auch andere Entomologen zweifeln es an (und sagen diskret, dass E. davon nun wirklich keine Ahnung gehabt hätte):
http://www.ent.uga.edu/bees/OnEinsteinB ... gyUGA.html

Aber selbstverständlich kann dieser wirklich große Mann das mal in einem stillen Kämmerlein laut gedacht haben.

Übrigens ist das ein Dilemma der Veganer: Ihre Kost hängt sehr viel mehr von Bienenbestäubung ab, trotzdem verurteilen sie die "Sklavenhaltung" der Bienen.
Zuletzt geändert von Atze am Sa 30. Nov 2013, 09:02, insgesamt 1-mal geändert.
LG Atze

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Re: I. CHEMISCHE BEKÄMPFUNG

Beitrag von sol » Sa 30. Nov 2013, 09:00

dazu---

Einstein war ein genialer Physiker---hatte er von Bienen Ahnung ?
Gruss Wolfgang

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Re: I. CHEMISCHE BEKÄMPFUNG

Beitrag von Cozumel » Sa 30. Nov 2013, 09:04

Diese Weissagung der Cree Indianer mag vielleicht nicht wörtlich ausgesprochen oder dokumentiert sein. Aber ich würde denken, dass genau das ihre Meinung war. Was natürlich auch nicht beweisbar ist. Aber ein schöner Gedanke. :)
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Re: I. CHEMISCHE BEKÄMPFUNG

Beitrag von Cozumel » Sa 30. Nov 2013, 09:13

Etwas zu der chemischen Bekämpfung auf Feldern.

Ich erinnere mich als Kind viele Kornblumen und Klatschmohn, auch Wälder voller Maiglöckchen und Schlüsselblumen gesehen zu haben. Es hat mich tieftraurig gemacht, als das alles verschwand. (Warum eigentlich auch in den Wäldern?).

Als ich nach Spanien kam, plötzlich überall sah man noch diese Blumen in garrique und Macchie.

Ausserhalb der Plastikfelder gibts diese Wildblumen gottseidank noch. Aber in DE?
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Re: I. CHEMISCHE BEKÄMPFUNG

Beitrag von amogles » Mi 21. Jan 2015, 14:03

polarstern hat geschrieben:Die Wasserbekämpfung mit picudo rojo funktioniert nur, wenn man ein paar Palmen hat und einen Leiter womit man mit Wasserschlauch oder Giesskanne bis Palmenherz klettern kann. Die Gärtnerin, die das empfohlen hat, spült das Palmenherz um die Larven zu erwischen. Also das hat jetzt nicht mit biologischen Bekämpfung zu tun, sondern ist eine einfache mechanische Bekämpfung. Sie meint, das funktioniert, ich kann leider nichts genaueres sagen.
An der Stadtpromenade in Campello hat jede Palme einen fest angebunden Wasserschlauch bis in der Krone. Ich habe mich schon oft gewundert was der Sinn davon ist. Jetzt leuchtet es mir ein

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Re: I. CHEMISCHE BEKÄMPFUNG

Beitrag von sonnenanbeter » Mi 21. Jan 2015, 17:43

polarstern hat geschrieben:[...] Die Wasserbekämpfung mit picudo rojo funktioniert nur, wenn man ein paar Palmen hat und einen Leiter womit man mit Wasserschlauch oder Giesskanne bis Palmenherz klettern kann. Die Gärtnerin, die das empfohlen hat .....
..... sollte ganz schnell ihren Beruf wechseln :!: So einen Blödsinn :lol: habe ich ja noch nie gehört :-o .
Mit den Schläuchen die Du an den Palmen gesehen hast, wird mit Sicherheit nicht nur Wasser in die Palmenkrone eingeführt.

Gruss
Herbert
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