Gilt die EU eigentlich nicht für Medikamente ?

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Josefine
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Re: Gilt die EU eigentlich nicht für Medikamente ?

Beitrag von Josefine »

sol hat geschrieben: und gegen die Grippe - läßt man sich doch sowieso jedes Jahr impfen
Ich habe mich noch nie dagegen impfen lassen. ;)

Gruß :)
Josefine
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rainer
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Re: Gilt die EU eigentlich nicht für Medikamente ?

Beitrag von rainer »

Josefine hat geschrieben:Ich hatte noch nie eine Grippe und Fieber habe ich auch nie.
Natürlich Erkältungen (Schnupfen und Husten) schon des Öfteren, wie wohl alle Leute. Hier in Spanien allerdings erst 1x.

Rainer, nimmst Du denn das Frenadol bei einer Erkältung (mit Fieber bzw. erhöhter Temperatur)?

Gruß :)
Josefine
Gegen Grippe lassen wir uns regelmäßig impfen. (Auch da gibt es ja genügend Leute, die das wegen möglicher Nebenwirkungen ablehnen, das muss letztlich jeder selber für sich entscheiden).
Mit Nebenwirkungen hatten wir noch nie zu schaffen.
Die Impfung schützt aber ja nicht gegen grippalen Effekt, also die "übliche" Erkältungserkrankung, die aber unangenehm genug ist, um sie nicht unbedingt ab und zu haben zu müssen. ;). Das bleibt ja nicht unbedingt bei Husten und Schnupfen, da liegt man auch schon mal richtig flach, auch mit Fieber.

@ Montemar: Wenn man die Beipackzettel liest, bleibt vermutlich kein Medikament übrig, das man bedenkenlos einnehmen kann. Ein Freund hat mal kurz vor seiner Malariaimpfung den Beipackzettel des Serums gelesen und dann gesagt: da bekomme ich lieber Malaria, das scheint ja das kleinere Übel zu sein.
Was Frenadol angeht, vertraue ich mal auf die große Verbreitung in Spanien. Wenn es da schon mal nenneswert zu Problemen gekommen wäre, wäre das doch längst in allen Zeitungen gewesen, oder?
Gruß
rainer
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Re: Gilt die EU eigentlich nicht für Medikamente ?

Beitrag von Marybell »

ich hatte das ja schon mal vor geraumer Zeit geschrieben,wie sehr mich der Umgang mit Medikamenten hier in Spanien geschockt hat.
Da wird ja wahl-und sinnlos zum Beispiel Apretal ( ist das so wie Frenadol?)an Kinder verteilt, gerne auch ohne Einwilligung der Eltern...Fiebersäfte, Schmerzmittel und Antibiotika gehören immer noch wie Chips und Chuches zur täglichen Portion vieler Kinder...viel hilft viel ist ja die Devise spanische Mütter..
War jetzt nix zum Thema ,regt mich aber immer wieder auf ;)
ciao Marybell
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Montemar
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Re: Gilt die EU eigentlich nicht für Medikamente ?

Beitrag von Montemar »

@rainer
Das glaube ich eher nicht, daß man dann über etwaige Vorkommnisse in der Presse lesen würde, >:) dann wahrscheinlich schon eher in Fachblättern.

Ich persönlich nehme keine Medikamente, wenn es nicht unbedingt sein muß; aber es gibt ja Menschen die brauchen wegen jedem krummliegenden Furz eine Pille, ich verzichte gerne darauf ! ;-)

Das gleiche auch bei Aspirin und Paracetamol.
„Experten fordern die Rezeptpflicht für einige frei verkäufliche Schmerzmittel. Manche Pharmakologen gehen noch einen Schritt weiter: Sie wollen Aspirin und Paracetamol aus den Apotheken verbannen.
Dieser sorglose Umgang mit Schmerzmitteln macht den Experten Kopfschmerzen. Denn die vermeintlich harmlosen Allzweckwaffen haben gefährliche Nebenwirkungen, die sogar tödlich enden können. „Paracetamol würde heute nicht mehr zugelassen werden, auch nicht auf Rezept“, sagt Kay Brune, Professor an der Universität Erlangen. „Bereits bei der zugelassenen Dosis von vier Gramm pro Tag können Patienten schwere Leberschäden davontragen. Nimmt jemand die doppelte Dosis ein, kann das zu einem Leberversagen führen.“ Der erfahrene Pharmakologe rät Patienten generell davon ab, Paracetamol einzunehmen. „Wir haben hier ein Medikament auf dem Markt, das bereits bei geringer Überdosierung tödlich wirkt. Und das ist kein schöner Tod, er zieht sich über mehrere Tage hin.“ Paracetamol solle abgeschafft werden, findet Brune.

Auch den zweiten Klassiker unter den frei verkäuflichen Schmerzmitteln, das Aspirin, möchte Brune weitestgehend aus den Regalen der Apotheker verbannen. Der darin enthalten Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) berge zu viele Risiken. Lediglich für Patienten mit ernsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen sei die Einnahme von Aspirin noch zu verantworten – nicht jedoch für Schmerzpatienten. „ASS wirkt nur kurzfristig schmerzlindernd, jedoch tagelang blutverdünnend“, sagt der Pharmakologe. Das habe zur Folge, dass Wunden, etwa nach einer Zahnbehandlung, plötzlich wieder zu bluten beginnen. Oder aber Patienten nicht operiert werden können, weil sie Tage zuvor Aspirin-Tabletten geschluckt haben. „Durch die Einnahme von ASS bei Schmerzen, geht man ein völlig unnötiges Blutungsrisiko ein“, betont Brune. Eine kürzlich in der Fachzeitschrift „Archives of Internal Medicine“ veröffentlichte Studie zeigt: Nur Patienten, die bereits einen schweren Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben, sollten dieses Risiko eingehen. Studienleiter Kausik Ray, Professor an der St. George`s Universität in London, ist sich aufgrund der Forschungsergebnisse sicher: „Gesunden Menschen schadet Aspirin mehr als es nützt.“

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Aber Dr. Atze weiß, was „Patienten“ wünschen oder brauchen und wird uns aufklären! :)
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Re: Gilt die EU eigentlich nicht für Medikamente ?

Beitrag von HermanG »

@ Montemar

Das mit den angegebenen Nebenwirkungen ist so eine Sache: die Pharmakonzerne wollen halt mit allen Mitteln verhindern, dass sie für etwas haftbar gemacht werden können.
Ich selbst muss wegen mehreren Herzinfarkten täglich insgesamt 6 verschiedene Medikamente nehmen. Wenn ich da alle Beipackzettel lese, bekomme ich den nächsten. Mein Herzspezialist gab mir einmal den guten Rat: Zettel erst lesen, wenn irgendwelche ungewöhnliche Nebenwirkungen auftreten. So hat er z:B. mein Colesterinmittel gewechselt, nachdem ich über Muskelschmerzen klagte. Siehe da, das stand unter Nebenwirkungen im Beipackzettel...

Hermann
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Montemar
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Re: Gilt die EU eigentlich nicht für Medikamente ?

Beitrag von Montemar »

HermanG hat geschrieben:@ Montemar

Das mit den angegebenen Nebenwirkungen ist so eine Sache: die Pharmakonzerne wollen halt mit allen Mitteln verhindern, dass sie für etwas haftbar gemacht werden können.
Ich selbst muss wegen mehreren Herzinfarkten täglich insgesamt 6 verschiedene Medikamente nehmen. Wenn ich da alle Beipackzettel lese, bekomme ich den nächsten. Mein Herzspezialist gab mir einmal den guten Rat: Zettel erst lesen, wenn irgendwelche ungewöhnliche Nebenwirkungen auftreten. So hat er z:B. mein Colesterinmittel gewechselt, nachdem ich über Muskelschmerzen klagte. Siehe da, das stand unter Nebenwirkungen im Beipackzettel...
Das ist mir schon bewußt, was Du sagst; aber wir sprechen hier von Medikamenten die man wahllos in spanischen oder deutschen Apotheken kaufen kann, rezeptfrei wohlgemerkt und nicht von rezeptpflichtigen Medikamenten, die Dein Kardiologe oder Hausarzt verschreibt. Ich persönlich würde auch bei Brausepulvern nicht so bedenkenlos mit meiner Gesundheit umgehen. Aber es bleibt ja jedem überlassen, was er macht und was er schluckt! Mein Hausarzt verschreibt nicht wegen jedem Kinkerlitzchen eine Pille. Aber wie sagte Molière „Die meisten Menschen sterben an ihren Medikamenten und nicht an ihren Krankheiten.“

Habe ich gerade gelesen und es passt doch ! :d
So stirbt man standesgemäß: ;))

- Der Gärtner beißt ins Gras
- Der Maurer springt von der Schippe
- Der Koch gibt den Löffel ab
- Der Turner verreckt
- Den Elektriker trifft der Schlag
- Der Pfarrer segnet das Zeitliche
- Der Spachtelfabrikant kratzt ab
- Der Schaffner liegt in den letzten Zügen
- Der Beamte entschläft sanft
- Der Religiöse muss dran glauben
- Der Zahnarzt hinterlässt eine schmerzliche Lücke
- Der Gemüsehändler schaut sich die Radieschen von unten an
- Der Fechter springt über die Klinge
- Die Putzfrau kehrt nie wieder
- Der Anwalt steht vor dem jüngsten Gericht
- Der Autohändler kommt unter die Räder
- Der Förster geht in die ewigen Jagdgründe ein
- Der Gynäkologe scheidet dahin
- Der Rabbi geht über den Jordan
- Der Optiker schließt für immer die Augen
- Der Eremit wird heim gerufen
- Der Tenor hört die Englein singen
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Re: Gilt die EU eigentlich nicht für Medikamente ?

Beitrag von El Toro »

@Montemar:
Wer sich länger in Spanien aufhält, sollte übrigens generell kein Aspirin nehmen. Alleine durch das Klima und dazu etwas öfter als in D einen Vino Tinto geniessen, verdünnt bei uns eh das Blut schon. Nach einer OP in D haben mir die Ärzte Antithrombosemittel verpasst, obwohl ich vorher darauf hingewiesen habe, dass ich dünneres Blut habe als normal. Folge: Die Wunde verheilte einfach nicht, und ich bekam obendrein Nasenbluten, genau wie früher mal mit Aspirin.
Drei Tage nach der OP war mein Bein wie ein Ballon angeschwollen und fast violett. Bluterguss. Erst als ich das Mittel eigenmächtig abgesetzt habe, setzte plötzlich die Wundheilung ein.

Zu den Schmerzmitteln: Wir nehmen im Notfall, z.B. auch bei Zahnschmerzen, meist Ibuprophen. Soll zwar schlecht für die Leber sein, aber als ich das damals mit der Hüfte hatte, ging es nicht ohne. über viele Wochen bis zum OP Termin habe ich die geschluckt wie Bonbons. Keine Folgen, ausser dass ich zuletzt langsam etwas Probleme mit dem Magen bekam.

Was mich aber auch erstaunt: Hier in Spanien gibt es so eine Packung Ibu für 2 Euro in der Apotheke frei, in Deutschland musste ich die auf Rezept holen und 5 Euro Rezeptgebühr dafür zahlen. Woher der Preisunterschied kommt, würde mich mal interessieren.

Saludos El Toro
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Montemar
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Re: Gilt die EU eigentlich nicht für Medikamente ?

Beitrag von Montemar »

El Toro hat geschrieben: Was mich aber auch erstaunt: Hier in Spanien gibt es so eine Packung Ibu für 2 Euro in der Apotheke frei, in Deutschland musste ich die auf Rezept holen und 5 Euro Rezeptgebühr dafür zahlen. Woher der Preisunterschied kommt, würde mich mal interessieren.
Hier ein Link, aus dem einiges hervorgeht:

Im Vergleich zum Ausland sind die Unterschiede zum Teil sehr groß.
Dafür gibt es mehrere Gründe. „Durch den unterschiedlichen Lebensstandard können die Pharmakonzerne nicht überall auf der Welt die gleichen Preise verlangen“, sagt Anke Kirchner, Gesundheitsexpertin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Auch die Aufschläge durch Apotheken und Großhändler sind weltweit verschieden. Hinzu kommt noch die Mehrwertsteuer, die sich unterscheidet. In Deutschland entfallen auf Arzneimittel 19 Prozent Umsatzsteuer, in Dänemark sind es gar 25 Prozent, in Großbritannien sind sie von der Steuer befreit. In manchen Ländern gibt es auch Preisobergrenzen für Arzneien. Neben den Preisen gibt es zudem Unterschiede bei der Abgabe von Arzneimitteln. Manche Präparate, die in Deutschland nur auf Rezept zu haben sind, gibt es in anderen Ländern ohne.

Verbraucherschützer raten trotz der Preisvorteile zur Vorsicht beim Einkauf im Ausland. „Besonders bei verschreibungspflichtigen Mitteln sollte man das vorher mit dem Arzt abklären“, sagt Gesundheitsexpertin Kirchner. Denn die Präparate können sich von den hiesigen unterscheiden. „Man kann nicht generell davon ausgehen, dass ein Arzneimittel mit der gleichen Bezeichnung weltweit die gleiche Zusammensetzung hat“, erklärt Sabine Cibura, Sprecherin des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, das für die Zulassung von Medikamenten in Deutschland zuständig ist. Auch wenn der Wirkstoff der gleiche ist, können die Zusatzstoffe anders sein – das ist zum Beispiel wichtig für Menschen mit Allergien oder Unverträglichkeiten. Allerdings versichert zum Beispiel Bayer, dass bei den Aspirin-Schlucktabletten weltweit die gleichen Hilfsstoffe enthalten sind.
hier

*)MWSt-Satz für Arzneimittel in Spanien 4 %
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girasol
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Re: Gilt die EU eigentlich nicht für Medikamente ?

Beitrag von girasol »

El Toro hat geschrieben: Was mich aber auch erstaunt: Hier in Spanien gibt es so eine Packung Ibu für 2 Euro in der Apotheke frei, in Deutschland musste ich die auf Rezept holen und 5 Euro Rezeptgebühr dafür zahlen. Woher der Preisunterschied kommt, würde mich mal interessieren.
Das kommt ja auch auf die Dosierung an. Ibuprofen-Tabletten bis 400 mg sind doch, so viel ich weiß, in Deutschland rezeptfrei, die reichen doch zur Akutbehandlung eigentlich aus.
Ansonsten finde ich es nicht schlecht, dass man nicht jedes Medikament einfach so frei kaufen kann.

Gruß
girasol
Die Welt ist ein Buch und wer nicht reist, liest davon nur eine Seite.
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El Toro

Re: Gilt die EU eigentlich nicht für Medikamente ?

Beitrag von El Toro »

girasol hat geschrieben: Das kommt ja auch auf die Dosierung an. Ibuprofen-Tabletten bis 400 mg sind doch, so viel ich weiß, in Deutschland rezeptfrei, die reichen doch zur Akutbehandlung eigentlich aus.
Ansonsten finde ich es nicht schlecht, dass man nicht jedes Medikament einfach so frei kaufen kann.

Gruß
girasol
Wenn die 400er frei sind, was kosten die denn dann? Übrigens: 1 1/2 400er ergeben auch eine 600er.

Saludos, El Toro
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