Arzneimittel

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Atze
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Re: Arzneimittel

Beitrag von Atze »

Hochhol:
Es ging um Generika. Für den, den es interessiert:
79 Mittel wurden ja gesperrt, weil bei einer letzten Studie die damit beauftragte indische Firma aus Raffgier die Studien gefälscht hatte. (Siehe letztes Posting)
Inzwischen sind mehr als die Hälfte dieser Präparate nach Vorlage von ergänzenden Studien wieder zugelassen worden, der Rest ist in Arbeit. Ich schätzte ja damals schon einen evtl. Verlust an Sicherheit als gering ein.

Jetzt was Neues: Ab dem 10. Dezember ist in D eine "Austauschverbotsliste" in Kraft. Die dort genannten Präparate dürfen nicht gegen Wirkstoffgleiche ausgetauscht werden. Das gilt natürlich auch für für Generika, wenn mit diesen der Patient eingestellt ist.
Wie ich schon damals bemerkte, ist dies nur bei Mitteln mit einer engen therapeutischen Breite notwendig:
Herzglykoside ( z.B. Digoxin), Immunsupressiva, bestimmte Antiepileptika sowie Schilddrüsenhormone.
Einige weitere Stoffe könnten noch folgen, wie z.B. Marcumar.

Bei den allermeisten Arzneimitteln ist aber die therapeutische Breite so hoch, dass die erlaubten Abweichungen in der biologischen Verfügbarkeit keine wesentliche Rolle spielen. Für einige Stoffe wurde ein beantragtes Austauschverbot aber auch abgelehnt.
LG Atze

Wenn dereinst die letzte Bohrinsel abgebaut und die letzte Tankstelle geschlossen ist,
werdet ihr feststellen, dass man bei Greenpeace nachts kein Bier kaufen kann.
(Prophezeiung der Cree-Indianer)
rainer
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Beipackzettel

Beitrag von rainer »

Ein Freund von mir machte sich vor Jahren mal auf den Weg nach Indien. Er erzählte später , dass er auf der Bahn- Anreise zum Flughafen aus Langeweile mal den Beipackzettel des Malaria- Prophylaxe- Mittels gelesen hatte und zu dem Schluss gekommen war, dass bei dem, was man sich mit der Einnahme alles einhandeln konnte, die Malaria vielleicht das kleinere Übel sei. :mrgreen:
Dieses vorangeschickt: Mir geht es nun fast ähnlich mit einem Allerweltsmittel gegen Arthroseschmerzen, das mir empfohlen wurde und für das überall Werbung gemacht wird (Dolormin GS) : Auszug: " Bei älteren Menschen treten häufig Nebenwirkungen auf ..... die unter Umständen lebensbedrohlich sein können... Blutungen, Geschwüre, Perforationen des Magen-Darm-Traktes, auch mit tödlichen Ausgang.....erhöhtes Schlaganfallrisiko..." Hat jemand Erfahrung mit diesem Mittel und hat überlebt? ;)
Gruß
rainer
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Atze
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Re: Arzneimittel

Beitrag von Atze »

Der mündige Patient mit Arthrose/Arthritis muss entscheiden: Stirbt er lieber an einem Herzinfarkt oder an einer Magenblutung?

Naproxen (Dolormin GS aber auch diverse andere) ist nach bisheriger Datenlage für das Herz auch bei langfristiger Gabe das am wenigsten gefährliche, hat aber gegenüber Ibuprofen eine schlechtere Magenverträglichkeit.

Eine niedrig dosierte ASS-Therapie (100 mg/d, falls notwendig zur Infarktprophylaxe) kann mit Naproxen kombiniert werden, mit Ibuprofen oder Diclofenac lieber nicht. Infarktgefährdete sollten Diclofenac meiden.
Magenempfindliche sollten zusätzlich einen Protonenpumpenhemmer (z.B. Omeprazol, Pantoprazol) nehmen.
LG Atze

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baufred
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Re: Arzneimittel

Beitrag von baufred »

@ rainer: ist denn bei deiner Arthrose noch Knorpelsubstanz vorhanden, oder ist er restlos "verbraucht"

... selbst hab' ich im Kniegelenk 'ne Arthrose (mit (Knorpelrestsubstanz), die mich vor Jahren fast ein Jahr lang im "Bewegungsdrang", besonders Treppensteigen unter starken Schmerzen, gebremst hat ...

... bis der Tipp eines ehemaligen Kollegen (von seinem Sportmediziner > Handball) die Problemlösung mit "Hausmittelchen" gebracht hat > ich bin schon seit Jahren schmerzfrei (das Knie ist aber nach wie vor stoßempfindlich) - die "Kur" wirkt aber nur in etwa 30% der Fälle > der Stoffwechsel und das "Schadensbild" müssen passen - aber einen Selbstversuch ist es immer wert - und, es muss nicht nur das Kniegelenk sein - der Körper weiss selbst, wo er seine Defizite hat!:

> Dauer: 3 Wochen >> 2x/Jahr ... Frühjahr + Herbst - da per "Heiss"getränk kühleres Wetter empfehlenswert
> 1. Woche: pro Tag: 1/2 Blatt Haushaltsgelatine (farblos) in Wasser einweichen, dann in Heissgetränk > Tee/Brühe komplett auflösen und trinken + zusätzlich 2 Vitamin E-Kapseln (600) ... Zum "Anstossen" des Stoffwechsels ...
> 2. + 3. Woche: dito > Gelatine, jedoch nur 1 Vitamin E-Kapsel ... um 'ne Überdosierung zu vermeiden

... kostet nicht viel - Vitamin E-Kapseln gibt's fast in jedem Supermarkt und der Hausfrau die Blattgelatine einfach "klauen" ;-)

... bei mir trat nach 3 Tagen 'ne spürbare Verringerung der Schmerzen ein ... die sich innerhalb 3 Wochen dann komplett "verabschiedeten" ... danach konnte ich wieder meine Walking-Gänge (wg. Thrombose) aufnehmen >> Jogging ist wegen "Stoßbelastung" auf den Knorpel zu unterlassen ... das Ganze jetzt schon seit mehr als 10 Jahren und immer noch schmerzfrei ...

... und was meint unser "Schulmediziner" > @atze dazu??
Saludos -- baufred --
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Re: Arzneimittel

Beitrag von rainer »

Eigentlich geht es um meine 80 jährige Schwester, deren unterer Lendenwirbel lt. Ärzten mittlerweile so "kaputt" ist, dass daran, in Anbetracht ihres Alters, operativ oder therapeutisch wohl nichts mehr zu machen ist, sondern sie dürfe Schmerzmittel nun eben nicht mehr nur "bei Bedarf" nehmen, sondern ähnlich wie bei Blutdruckmittel oder Blutverdünnern müsse eben ein "Pegel" mittels ununterbrochener regelmäßiger Einnahme gehalten werden. Nachdem sie mir das erzählte und ich den Beipackzettel las, machte ich mir so meine Gedanken... Na ja, 80 Jahre, da geht es denn so oder so allmählich zu Ende, nun vielleicht unter Umständen ein wenig "beschleunigt"? :-?
Gruß
rainer
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Re: Arzneimittel

Beitrag von sol »

hallo rainer
wenn ich das so lese, kommen mir Gedanken----
werde dies Jahr 79 will aber noch 21 Jahre leben-----
nehme täglich 4 verschiedene Tabletten , die vom Hausarzt und Internisten verschrieben wurden
1 x p.a. zum Kardiologen, Augenarzt und HNO und und-----
Beipackzettel--- aus der Packung in den Papierkorb----
gehe davon aus,der Onkel Doc verschreibt das Richtige--
will mich ja noch eine Weile als "Kunden" behalten-----

ALSO--------
Gruss Wolfgang
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Re: Arzneimittel

Beitrag von Atze »

baufred hat geschrieben:
... und was meint unser "Schulmediziner" > @atze dazu??
Nichts dagegen einzuwenden, da der "Stoff" preiswert ist und keine Nebenwirkung auftreten dürften.
Allerdings ist die gelierende Gelatine deutlich langkettiger als das kurzkettige (und nicht gelierende) Kollagen-Hydrolysat und nur bei letzterem wurde ein "Einbau" in den Gelenkknorpel bisher nachgewiesen, eine Anregung zur Knorpelbildung wäre hier also prinzipiell möglich.
Die Datenlage ist aber unklar, als Medikamente sind sie damit nicht zugelassen, als Nahrungsergänzungsmittel schon.
Ähnliche Zweifel habe ich bei Chondroitin und Glukosamin, auch diese sind sehr langkettig (10 bis 40 kDalton) und können unzerstört eigentlich nicht die Darmwand passieren.
Das gilt besonders für die überteuerten Grünlippmuschelextrakte, deren Wirkung nicht nachgewiesen werden konnte.

Also lautet meine Empfehlung eher: Kollagen-Hydrolysat. Wenn es nicht wirken sollte, hat man wenigstens einen Eiweiß-Drink.
1 kg kostet unter 30 €
Habe aber keine eigenen Erfahrungen.
LG Atze

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Re: Arzneimittel

Beitrag von baufred »

Atze hat geschrieben:... eine Anregung zur Knorpelbildung wäre hier also prinzipiell möglich.
... na dann kommt anscheinend meine "Körperchemie" damit klar und "verstoffwechselt" die Substanzen und lagert sie dort an, wo sie benötigt werden ... das reicht mir ... ist alle mal besser als die "pure" Chemie der Pharmahersteller mit ihren Nebeneffekten ... 2 Beipackzettel meiner "Alltags"medikation haben mir schon ihre "rote Karte" gezeigt - mehr brauche ich nicht unbedingt ... >:)
Saludos -- baufred --
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Re: Arzneimittel

Beitrag von Kay »

Apropros Arzneimittel: Neuerdings liess ich mir ein paar Tabletten verschreiben und hatte schon an die Kopie des Rezeptes für meine Krankenkasse gedacht. Dann meinte die Apothekendame 1,09€. Ich traute meinen Ohren kaum. So günstig habe ich noch nie etwas in der Apotheke bekommen.
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Re: Arzneimittel

Beitrag von rainer »

Man könnte abergläubisch werden. Bis ich hier das Thema ansprach, hatte ich in meinem ganzen Leben noch nie mit Knieschmerzen zu tun. Ich hätte mich vom Thema wohl besser ferngehalten. Kurz darauf, und seither andauernd, kann ich längere Wege vergessen.
Was mir zu denken gibt: Kurz vorher musste ich einige Tage lang ein Antibiotikum einnehmen. Zwischenzeitlich stieß ich nun auf diese Meldung:
http://www.rbb-online.de/kontraste/arch ... chutz.html
Ob da ein Zusammenhang bestehen kann?
Jedenfalls, danke, baufred und atze! Hätte ich damals nicht gedacht: Nun kann ich mal selber probieren, ob es eine Alternative gibt zu der (von dem einen Orthopäden verordneten) "Magnetfeldtherapie" oder gar einer (von einem anderen empfohlenen) "Oxford- Schlittenprothese".
Gruß
rainer
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