Premiere für mich – Notfallbehandlung im Krankenhaus

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HermanG
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Re: Premiere für mich – Notfallbehandlung im Krankenhaus

Beitrag von HermanG » So 3. Nov 2013, 23:52

Hallo Gemeinde,

Auch ich kann eigentlich nur Positives über das staatliche Gesundheitssystem berichten.
Vor ungefähr 2 Jahren hatte ich meinen dritten(!) Herzinfarkt. Meine Lebensgefährtin rief 112 an und innerhalb 7 Minuten war der Notarzt mit 2 Helfern und einem mobilen EK-Gerät zur Stelle. Er war etwas beleidigt, dass ich weder Spay noch Nitroglyzerin-Tabletten hatte. Dann wurde ich per Krankenwagen mit Blaulicht ins nahegelegene Spital verbracht. Dort war schon alles vorbereitet, das EKG war per Funk übertragen worden, und ein freundlicher Arzt wollte mir das weitere Vorgehen erklären. Ich erläuterte ihm, dass das für mich mit 5 Stents bereits Routine sei, also begann er sofort mit dem Katheter. Innerhalb 1/2 Stunde hatte er einen weiteren Stent gesetzt und ich wurde in die Intensivstation verbracht und wieder "verkabelt". Inzwischen gings mir wieder relativ gut. Meine Lebensgefährtin wurde nach einer weiteren Stunde in die Einzelbox, die man mir als Ausländer zugeteilt hatte, eingelassen. An der Wand hing ein Schild, dass Besuchszeiten auf 5 Minuten beschränkt seien. Sie wurde nach einer knappen Stunde höflich hinausgebeten...
Dann erhielt ich eine Visite von dem für mich zuständigen Arzt. Er sprach halbwegs deutsch und besuchte mich von da ab regelmässig mit einem Abstand von einigen Stunden, meist um zu plaudern, oder einfach wenn er Zeit hatte.
Nach einer guten Woche in der allgemeinen Abteilung (2-Bett Zimmer) wurde ich nach einigen Tests entlassen. Den dafür zuständigen Arzt, ein freundlicher älterer Herr, habe ich bei einer Nachuntersuchung im Gesundheitszentrum wiedergetroffen. Wir haben dann aus diesem Anñass einen guten Tropfen in meiner Stammbar getrunken, nach seinem Dienstschluss natürlich. Leider ist er inzwischen entgegen seinem Wunsch frühpensioniert worden. Aber auch sein Nachfolger, ein junger Arzt, ist kompetent und nett.
Zusammengefasst kann ich nur sagen, dass ich bisher mit dem spanischen Gesundheitssystem ausgesprochen zufrieden bin.

Hermann G.

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Re: Premiere für mich – Notfallbehandlung im Krankenhaus

Beitrag von sol » Mo 4. Nov 2013, 06:51

Guten Morgen Hermann G.

da ich auch schon einen Hezinfarkt hatte und 3 Stents gesetzt bekam 30.8.06---
nachts um 2 hat meine Traudel 112 gerufen und innerhalb 6 Minuten war der Notarzt da.
Dazu---die Station gemeinsam mit Feuerwehr ist nur 700 m von unserem Haus entfernt !
Das Krankenhaus allerdings war 9 km weg.Aber es ging alles glatt und das war auch in Deutschland.

Da ja als bereits Geschädigter es ja immer wieder auftreten kann--- nun die Frage an dich :
WO hast du denn in Spanien das Glück gehabt, nur 7 min. warten zu müssen und dann noch
die von dir beschriebene Behandlung erfahren hast---- :-?


ach ja, habe gerade deinen Vorstellungsthread gelesen----du wohnst ja in Bilbao,
also nicht an der Costa Blanca--------- :roll:
Gruss Wolfgang

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Re: Premiere für mich – Notfallbehandlung im Krankenhaus

Beitrag von rainer » Mi 27. Nov 2013, 15:44

So, nun hatte ich heute auch meine Premiere dieser Art. (Quirón, Torrevieja, Notaufnahme). Ich muss sagen, da können sich viele deutsche Krankenhäuser eine Scheibe abschneiden. Sehr prompt, überraschend freundlich und hilfsbereit. Ich hatte noch nicht ganz das Anmeldeformular ausgefüllt, als ich auch schon zur Behandlung gebeten wurde. Nachdem ich dort nebenbei nach meiner Nationalität gefragt worden war, kam später sogar unaufgefordert noch ein Dolmetscher dazu.

Was war passiert? Ich habe heute dazugelernt, dass man in Spanien auf dem Sonntagsmarkt Hausschuhe kaufen kann, deren Sohlen sich auf regennnasser Treppenstufe wie auf Glatteis oder Schmierseife verhalten. Da im Sturz (rücklings) noch der Kopf unterwegs eine Mauerkante mitnahm, war das Ergebnis eine ziemlich große klaffende Kopfwunde, die geklammert werden musste. Aber ich bin ja offenbar noch glimpflich davongekommen. Was mich allerdings wundert: Über eine eventuelle Gehirnerschütterung oder gar Schädelverletzung hat sich dort niemand Gedanken gemacht - oder sieht das ein erfahrener Arzt sofort auf einen flüchtigen Blick? Immerhin hat es so gerummst, daß meine Frau das drinnen gehört hat.
Gruß
rainer

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Re: Premiere für mich – Notfallbehandlung im Krankenhaus

Beitrag von Oliva B. » Mi 27. Nov 2013, 16:05

Mann, oh Mann, Rainer, da hast du aber wirklich unglaublich viel Glück gehabt.

Eine Freundin ist vor Jahren nach solch einem Geräusch alarmiert ums Haus gelaufen, wo sie ihren Mann fand, der von der Leiter gefallen ist. Er war auf den Kopf gefallen. Wochenlanger Krankenhausaufenthalt in Valencia (blieb positiv in Erinnerung)mit künstlichem Koma , ADAC-Flug nach Deutschland, das ganze Programm. Aber trotz schlechter Prognosen ist unser Freund wieder ganz der Alte.

Auch wenn du vielleicht in den nächsten Tagen noch mit deinem Sturz zu tun haben wirst: Nimm es leicht, es hätte sehr viel schlimmer kommen können.

Ich wünsche dir gute Besserung!
Warum waren eure Stufen eigentlich nass? Hat es bei euch geregnet? Bei uns scheint immer noch die Sonne, aber in Richtung Küste sieht alles ziemlich duster aus.

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Re: Premiere für mich – Notfallbehandlung im Krankenhaus

Beitrag von sol » Mi 27. Nov 2013, 17:14

Wat machst du denn Reinhard--- :-o

Aber ein Glück, ist ja noch glimpflich abgegangen #:-s

Ostwestfalen haben eben einen Dickschädel---- ;)
Gruss Wolfgang

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Re: Premiere für mich – Notfallbehandlung im Krankenhaus

Beitrag von girasol » Mi 27. Nov 2013, 17:30

Na, da hast du ja trotz allem Glück gehabt, rainer. Ich wünsche dir alles Gute und eine schnelle gute Besserung!

Gruß
girasol
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Re: Premiere für mich – Notfallbehandlung im Krankenhaus

Beitrag von Citronella » Mi 27. Nov 2013, 17:42

@ Rainer,

Kopf hoch auch wenn er geklammert ist! Da hat wohl ein O:-) auf dich aufgepasst.

Gute Besserung wünscht dir
Citronella

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Re: Premiere für mich – Notfallbehandlung im Krankenhaus

Beitrag von rainer » Mi 27. Nov 2013, 17:45

Oliva B. hat geschrieben:...
Ich wünsche dir gute Besserung!..
Danke an alle. Mal sehen, wie es sich weiter entwickelt.
Wieso bekommt man eigentlich in der Klinikrechnung "descuento", also Rabatt? Macht immerhin 30% aus. Gibts da auch "Werbewochen"? :d
Oliva B. hat geschrieben:...
Warum waren eure Stufen eigentlich nass? Hat es bei euch geregnet? ..
Ja, aber nur gerade genug, um die Treppe zu "befeuchten", während es gestern abend aber noch richtig gegossen hat.
Gestern Nachmittag hatte uns aber schon mal ein unverhoffter Guss vom Cabo- Roig- Strand vertrieben, während es zu Hause, als wir dort ankamen, noch trocken war. "Strichweise Regen" nennt man das wohl.

Bei diesem Wetter (total bewölkt und leichter Nieselregen) hatten wir ja auch gerade darüber gesprochen, was wir denn bei dem Wetter heute machen wollen. Na, das hat sich dann von selbst geregelt: Testen wir doch mal die Notaufnahme.. :mrgreen:
Zuletzt geändert von rainer am Mi 27. Nov 2013, 18:22, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß
rainer

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Re: Premiere für mich – Notfallbehandlung im Krankenhaus

Beitrag von Montemar » Mi 27. Nov 2013, 18:00

@Rainer
Als erstes wünsche ich Dir Gute Besserung, wie gut, daß nichts schlimmeres passiert ist, hätte wirklich böse enden können. Vielleicht gibt es auch Rabatt bei Barzahlung wie bei den Knöllchen, ein sogenanntes „Schnellzahler-Rabattsystem“ :-?
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Re: Premiere für mich – Notfallbehandlung im Krankenhaus

Beitrag von Atze » Mi 27. Nov 2013, 18:17

rainer hat geschrieben:....Was mich allerdings wundert: Über eine eventuelle Gehirnerschütterung oder gar Schädelverletzung hat sich dort niemand Gedanken gemacht - oder sieht das ein erfahrener Arzt sofort auf einen flüchtigen Blick? ....
In D wird (aus Haftpflichtgründen) viel zu oft nach einem Sturz der Schädel geröntgt. Was hab ich mir schon den Mund fusselig geredet, um den Aufnahmearzt (manchmal auch den Patienten) davon zu überzeugen, dass es auf den Inhalt (Gehirn) ankommt, nicht auf die Knochenschüssel drum rum. Auch wenn die einen "Sprung" bekommen sollte: Gemacht wird deshalb nichts (Kopf in Gipseimer stecken ist keine so gute Idee), man könnte theoretisch auch mit einem Schädelbruch gleich nach Hause gehen. Stattdessen muss der Pat. mind. grobneurolog. untersucht werden, ob irgend etwas auf eine Schädigung des Inhaltes hin deutet.
Spätfolgen wie subdurale Blutungen können immer auftreten, auch ohne Fraktur.
Statt zu röntgen würde ich eher darauf achten, dass der (bis dahin unauffällige) Patient zu Hause überwacht werden kann, ob er sich dort irgendwie "komisch" benimmt (plötzliches Einschlafen usw.).

Gute Besserung, ich denke, auf dich wird aufgepasst.
LG Atze

Wenn dereinst die letzte Bohrinsel abgebaut und die letzte Tankstelle geschlossen ist,
werdet ihr feststellen, dass man bei Greenpeace nachts kein Bier kaufen kann.
(Prophezeiung der Cree-Indianer)

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