Lebenskosten Costa blanca

Grundstücksrecht, Versicherungen, Schäden am Gebäude usw.
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chupacabra
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Re: Lebenskosten Costa blanca

Beitrag von chupacabra » Sa 1. Jun 2019, 08:56

Mein Eindruck und meine Erfahrungen in Granada / Andalusien: Im Durchschnitt schätze ich das Preisniveau dort auf ca. 70% des Preisniveaus von DE. Lebensmittel sind zum Teil auffallend billiger: Bei Obst, Gemüse sowie vergleichbarem Fisch schätze ich das Preisniveau auf 50% der Preise in DE. Bei Kleidung auf 70%, beim Friseur (Damen / Herren): 50%, Transportkosten (Bus, Bahn, Taxi): 30 - 50%, Kino 50%.

Oben wird von Qualität der Kleidung gesprochen: Hier kann ich mich nicht beklagen. Die Sache mit der Schuhgröße kann ich bestätigten. Ab Größe 45 wird es sehr eng. Dafür aber ist dieselbe Marke (bei Sportschuhen) deutlich billiger als in DE (Preisniveau: 70%).
Saludos chupacabra

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Re: Lebenskosten Costa blanca

Beitrag von rainer » Sa 1. Jun 2019, 12:44

chupacabra hat geschrieben:
Sa 1. Jun 2019, 08:56
Mein Eindruck und meine Erfahrungen in Granada / Andalusien: Im Durchschnitt schätze ich das Preisniveau dort auf ca. 70% des Preisniveaus von DE. Lebensmittel sind zum Teil auffallend billiger: Bei Obst, Gemüse sowie vergleichbarem Fisch schätze ich das Preisniveau auf 50% der Preise in DE. Bei Kleidung auf 70%, beim Friseur (Damen / Herren): 50%, Transportkosten (Bus, Bahn, Taxi): 30 - 50%, Kino 50%.
Stimmt so auch an der südlichen CB. Der übliche allgemeine Wocheneinkauf im Consum liegt hier meistens bei 60% des in D gewohnten.
Wer allerdings unbedingt deutsche Produkte will, (Haarspreay, Zahnpasta) zahlt für die das Zwei- bis Dreifache.
Gruß
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Re: Lebenskosten Costa blanca

Beitrag von Josefine » Sa 1. Jun 2019, 13:44

Ich beschreibe es mal aus unserer Residenten-Sicht (ein Wohnsitz NUR in Spanien). Wir sind keine Pensionäre, (d.h. früher nicht im Beamtenstatus), sondern normale Rentner.

@villa hat sehr gute Argumente vorgebracht:
villa hat geschrieben:
Sa 1. Jun 2019, 00:12
...
Wo es dann schon schwieriger wird ist zum Beispiel bei den Steuern. Da müsstet ihr euch mal bei einem Gestor erkundigen was auf euch zu kommt.
...
Was man auch nicht unterschätzen sollte sind Gesundheitskosten, Versicherungen und Steuern.
Für mich stellt es sich so dar, dass ich hier viel höhere Steuern (auf die Rentenbezüge) zahlen muss als in Deutschland. In Deutschland müsste ich nur den Ertragsanteil versteuern. So etwas kennt man in Spanien nicht. Die Lebenshaltungskosten sind zwar in Spanien günstiger, aber da die Einkommenssteuer für uns höher ist, ist das Leben in Spanien für uns roundabout genauso teuer wie in Deutschland.

Dagegenhalten kann man natürlich, dass man mit nur 1 Wohnsitz auch viel Geld spart. 2 Wohnsitze kosten natürlich mehr Geld als nur einer.

Ein weiteres Argument aus "unserer" Residenten-Sicht (ein Wohnsitz NUR in Spanien):
Mit dem Älterwerden und dem höheren Krankheitsrisiko kommt ein weiterer Aspekt hinzu. Wir sind zwar im öffentlichen spanischen Gesundheitssystem versichert, aber auf Facharzt-Termine und gewisse dringliche Untersuchungen muss man lange warten (zum Teil 2-3 Monate). Bei Notfällen sieht es anders aus, da wird schnell gehandelt. Insofern geben wir inzwischen auch auch so manchen höheren Betrag für eine Privatbehandlung in Spanien aus.

Wir fahren auch ab und an nach Deutschland und lassen dort als Kassenpatienten einige Untersuchungen machen, um die teuren Privatbehandlungskosten zu sparen. Aber so ein 1wöchiger „Alte-Heimat-Besuch“ kostet uns auch ca. 1500 EUR (Flug, Mietwagen, Hotel).

Diese Gesundheits-Ausgaben muss man auch bedenken, wenn man sich dauerhaft als Resident hier in Spanien niederlassen will. Man kann natürlich auch eine zusätzliche Privatversicherung in Spanien abschließen, so dass man sich im Privatkrankenhaus oder bei einem Privat-Arzt behandeln lassen kann. Diese monatlichen Beiträge müssen dann halt auch zu den gesamten Lebenshaltungskosten in Spanien dazu gerechnet werden.

Und zu den Heizkosten bzw. Klima-Anlagenkosten. Wir mögen es im Winter gerne schön warm (23°C). Da sind die Heizkosten natürlich auch ziemlich hoch. Die Fußbodenheizung im kleinen Bad habe ich auch im Winter den ganzen Tag an. Im Sommer läuft dann häufig die Klima-Anlage.

Zusammengefasst: Für UNS ist das Leben in Spanien nicht günstiger als in Deutschland. Es hält sich ungefähr die Waage.
Aber wir lieben das Leben in Spanien, das ist das Wichtigste für uns. :-D
Wer lebt, sieht viel. Wer reist, sieht mehr.
Gruß Josefine (Jofina)

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Re: Lebenskosten Costa blanca

Beitrag von Kiebitz » Sa 1. Jun 2019, 16:05

Um die Eingangsfrage mal direkt zu beantworten: 20 bis 25 T Euro im Jahr.
Größte Positionen sind Gesundheit, Strom, Steuern, Auto und Versicherungen. Und Lebensmittel.
Warum die Spanne: Unvorhergesehene Reparaturen, Gesundheitsausgaben (Zähne z. B.), Sport, nicht jeder spielt Golf, TV, nicht jeder hat Sky.
Diskutiere nie mit Idioten, sie holen dich auf ihr Niveau und schlagen dich dort mit Erfahrung...
Wenn man eine große Lüge erzählt und sie oft genug wiederholt, dann werden die Leute sie am Ende glauben.

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Re: Lebenskosten Costa blanca

Beitrag von chupacabra » Sa 1. Jun 2019, 16:21

rainer hat geschrieben:
Sa 1. Jun 2019, 12:44
chupacabra hat geschrieben:
Sa 1. Jun 2019, 08:56
Mein Eindruck und meine Erfahrungen in Granada / Andalusien: Im Durchschnitt schätze ich das Preisniveau dort auf ca. 70% des Preisniveaus von DE. Lebensmittel sind zum Teil auffallend billiger: Bei Obst, Gemüse sowie vergleichbarem Fisch schätze ich das Preisniveau auf 50% der Preise in DE. Bei Kleidung auf 70%, beim Friseur (Damen / Herren): 50%, Transportkosten (Bus, Bahn, Taxi): 30 - 50%, Kino 50%.
Stimmt so auch an der südlichen CB. Der übliche allgemeine Wocheneinkauf im Consum liegt hier meistens bei 60% des in D gewohnten.
Wer allerdings unbedingt deutsche Produkte will, (Haarspreay, Zahnpasta) zahlt für die das Zwei- bis Dreifache.
Daher muss man auch Gleiches mit Gleichem vergleichen. Man kann nicht sagen, dass die Meeresfrüchte in Spanien billiger sind als in DE. Das wäre keine fairer Vergleich. Man muss natürlich auch jeweils die lokalen Markenprodukte wählen und vergleichen. Es ist klar, dass der Spanische Wein in DE teurer als in ES. Aber was mir aufgefallen ist, dass man hier für 0,1 Wein in den Bars auch schon 2,50 - 3,00 EUR nimmt. Das ist fast schon DE-Niveau.

Mal ein anderes Beispiel: Wir sind hier zu zweit in Granada und haben hier eine Wohnung über Aribnb gemietet. Wir geben am Tag und im Durchschnitt 50 EUR für Essen, Trinken und Ausgehen aus. Konkreter: Frühstück / auswärts: 10,00 EUR; Mittagessen / auswärts (menu ejicutivo): 19,00 EUR: Summe 29,00 EUR. Wenn wir dann bspw. am Sonntag das Essen selber machen, geht dies deutlich auf 10,00 EUR - 15,00 EUR runter.
Saludos chupacabra

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Re: Lebenskosten Costa blanca

Beitrag von Cityslicker » So 2. Jun 2019, 10:45

@Josefine:

Ist es tatsächlich möglich, mit einem Hauptwohnsitz in Spanien und keinen Wohnsitz in Deutschland Kassenleistungen aus der gesetzlichen Krankenkasse zu bekommen? Bisher hatte ich nur anderslautende Informationen bekommen.

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Re: Lebenskosten Costa blanca

Beitrag von highgate » So 2. Jun 2019, 12:46

Wir haben, neben der spanischen SIP-Karte, als Rentner, auch immer noch die Karte der DAK, da die Beiträge ja von der Rentenkasse weiterhin an diese gezahlt werden, diese dann aber mit der spanischen KV ein Abkommen hat. Für uns ist das wichtig, wegen unserer Fahrten ins übrige europäische Ausland, wobei wir aber auch noch eine private spanische KV haben ( die übrigens weltweite Deckung bietet ), da die deutsche Zusatz-KV für 1. Klasse ( gibt es hier in Spanien ja eh' nicht ) nicht greift, wenn man sich länger als 1/2 Jahr im Ausland aufhält.
Liebe Grüße, Hans-Jürgen

Es gibt keinen größeren Luxus, als nur das tun zu können,zu dem man Lust hat.

"Alt ist nur der, dessen Geist keine Leidenschaft mehr kennt." (Konfuzius)

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Re: Lebenskosten Costa blanca

Beitrag von Josefine » So 2. Jun 2019, 13:48

Cityslicker hat geschrieben:
So 2. Jun 2019, 10:45
@Josefine:

Ist es tatsächlich möglich, mit einem Hauptwohnsitz in Spanien und keinen Wohnsitz in Deutschland Kassenleistungen aus der gesetzlichen Krankenkasse zu bekommen? Bisher hatte ich nur anderslautende Informationen bekommen.
Das ist nur möglich als Rentner, so wie @highgate es auch beschreibt.

Ich habe auch schon mit meiner deutschen Krankenversicherungskarte der dt. gesetzlichen Krankenversicherung eine Operation in Deutschland machen lassen und anschließend auch eine Reha an der Ostsee bekommen. Für eine Privatbehandlung in Spanien erhalte ich jedoch keinen Zuschuss von meiner gesetzlichen Krankenkasse, da ich Resident in Spanien bin.
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Re: Lebenskosten Costa blanca

Beitrag von baufred » So 2. Jun 2019, 15:39

... zum Thema Krankenversicherung in Spanien gibt nachstehender Link mal eine anschauliche Übersicht zu den (Lebens-)Situationen und KV in Spanien - obgleich hier Mallorca themenführend ist ...
https://www.mallorca-auswandern.de/lebe ... itssystem/

... das Thema ist zwar komplex, aber durchaus lösbar - andererseits fehlen im Link die Möglichkeiten der in D'land privat versicherten zukünftigen Auswanderer - denn einige dtsch. KVen (Ersatzkassen+ private KV) haben mit einigen privaten Krankenhäusern in Spanien besondere Vereinbarungen ... bekannt ist mir z.B. in Torrevieja (Hosp. Quirón) existierende Vereinbarung mit der dtsch. Techniker-Krankenkasse (TK) ... also ist hier die jeweilige dtsch. private KV/Ersatzkasse abzuklopfen ...
Saludos -- baufred --

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Re: Lebenskosten Costa blanca

Beitrag von erica » Mo 3. Jun 2019, 11:24

Vielen herzlichen Dank für Eure Antworten. Besonders Dir liebe villa.......ich hab mal mit ca. 2500.- gerechnet.

Aber wie Ihr sagt....das Lebensgefühl ist mit nichts zu ersetzen.

Nun freu ich mich dieses Jahr auf schöne Urlaube an der Costa blanca und dann werden Nägel mit Köpfen gemacht.....😎

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