Stierkampf: Zwischen Verbot und Anerkennung als Kulturgut

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Oliva B.
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Stierkampf: Zwischen Verbot und Anerkennung als Kulturgut

Beitrag von Oliva B. » Fr 15. Okt 2010, 11:45

Während das in Katalonien erkämpfte Stierkampfverbot ab 2012 von Tierschützern als historischer Sieg gefeiert wird und viele hoffen, dass die anderen spanischen Regionen nachziehen,
Stierkampfarena in Requena
Stierkampfarena in Requena
plädieren die Anhänger der „Fiesta“ dafür, den Stierkampf zum Kulturgut zu erklären und die Toreros als Künstler anzuerkennen. Der Wunsch besteht schon lange, nun sollen die Zuständigkeiten für die Corrida vom Innen- an das Kulturministerium übertragen werden.
Stier2.JPG
Hier geht es zum Artikel der FAZ.

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Montgo
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Re: Stierkampf: Zwischen Verbot und Anerkennung als Kulturgu

Beitrag von Montgo » Sa 16. Okt 2010, 06:59

Das ist es was ich in Spanien nicht mag !! Immer noch wird verhandelt und abgewogen ...Interessen vertreten für und wieder .
Es geht um den Stier ein Lebewesen ...warum muss der wegen Eitelkeiten eines "Künstlers "leiden
Spanien ist immer noch voller Gegensätze
Zum Teil hoch modern technisiert ...und andererseits noch sehr... hmm gut ich schreibe es aus ---primitiv
Ein Lichtblick ist ,dass die Jugend sich doch abkehrt von der veralteten Tradition und der Tierschutz ernst genommen wird.
Zuletzt geändert von Montgo am Sa 16. Okt 2010, 16:00, insgesamt 2-mal geändert.
Grüssle von Montgo ... ein weibliches Wes

,,Man ist in den besten Jahren, wenn man die guten hinter sich hat."

(André Maurois,
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Re: Stierkampf: Zwischen Verbot und Anerkennung als Kulturgu

Beitrag von Jara » Sa 16. Okt 2010, 12:33

schade, es war ein erster positiver Schritt und ich hoffe sehr, dass es nicht wieder gekippt wird.
Mich stört in Spanien auch die Einstellung generell zu Tieren. Aber es ist natürlich nicht nur Spanien. Auch die anderen Mittelmeer-
länder haben da eine sehr respektlose Einstellung. Was ich beim Stierkampf am Schlimmsten finde ist, dass das Tier keine Chance hat. Es gibt ja auch Stiere, die überhaupt keine Lust zum Kampf haben. In Portgal muß der Stier nicht sterben. Aber es ist wie auch immer in meinen Augen ein Mißbrauch der Tiere.
LG
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Der Mensch ist auch nur ein Tier

Beitrag von lamarina » Sa 30. Apr 2011, 14:11

So unverständlich und abstoßend der Wunsch nach Erhebung des spanischen Stierkampfes zum nationalen Kulturgut ist, so nötig ist es, den Blick in diesem Kontext auf die entstehungsgeschichtlichen Ursachen und auf andere, nach wie vor gesellschaftlich sanktionierte und durchaus vergleichbare, barbarische Veranstaltungen und Rituale zu lenken.

Evolutionsgeschichtlich hatte Empathie, d.h. Mitgefühl und Mitleid, im täglichen Überlebenskampf keinen Platz. Allenfalls im Rahmen der Brutfürsorge finden sich eng begrenzte Ansätze dazu.

Das eigene Überleben und die Erhaltung der Art zu sichern, sind naturgesetzlich und genetisch verankerte Prioritäten allen Lebens auf diesem Planeten. Die Natur kennt weder ethische, noch religiöse Normen.

Was wir als grausam und brutal empfinden, hängt von den in der jeweiligen Kultur etablierten Moral- und Wertvorstellungen ab.

Weiterlesen: http://www.comprendes.de/nachrichten/na ... -ein-tier/

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Re: Der Mensch ist auch nur ein Tier

Beitrag von Jara » Sa 30. Apr 2011, 18:17

Gewaltfreiheit mag wohl eine Illusion sein, doch ich glaube dass es ein erstrebenswertes Ziel sein sollte, für das man sich einsetzten sollte. Im Gegensatz zu Tieren sind wir in der Lage abstrakt zu denken, Vergangenheit und Zukunft zu reflektieren und entsprechende Entscheidungen zu treffen.
Ich glaube auch nicht, dass Kinder kein Mitleid und Empathie empfinden. Meine Erfahrungen sind andere.
Sicherlich ist Vieles genetisch festgelegt aus Erfahrungen aus Urzeiten, aber ich glaube, dass man doch für sein Handeln auch verantwortlich ist und es immer wieder überdenken sollte.
LG
Solveig

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Re: Der Mensch ist auch nur ein Tier

Beitrag von lamarina » So 1. Mai 2011, 02:11

@Jara

Ist ein Denkanstoss, die Stierkämpfe sind bei vielen Ausländern nicht sehr beliebt. Aber dahinter ist eine richtige Industrie. Geld, Geld, Geld.

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Re: Stierkampf: Zwischen Verbot und Anerkennung als Kulturgu

Beitrag von Oliva B. » Fr 3. Feb 2012, 21:04

Nun wird es ernst:
  • Neuer Kulturminister will Stierkampf zum Kulturerbe machen

    Die spanische Regierung will Stierkampf als Kulturerbe einsetzen. Dies verkündete der neue Kulturminister José Ignacio Wert gestern bei der Vorstellung seiner neuen Kulturrichtlinien, schreibt die spanische Zeitung Público. Spanien ist das bekannteste EU-Land, das Stierkämpfe veranstaltet. Allein in Spanien werden jährlich Tausende Stiere in Stierkämpfen (corridas) und auf Dorffesten (fiestas) getötet. Offizielle Statistiken gaben für 2009 insgesamt 10.247 getötete Stiere an.


Weiterlesen in der Berliner Umschau

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Re: Stierkampf: Zwischen Verbot und Anerkennung als Kulturgu

Beitrag von Karl-Heinz Brass » Fr 3. Feb 2012, 22:37

guten abend,

ohne bewertung darf ich folgendes zum thema beitragen:

auf meinem jakobsweg von sevilla nach santiago de compostela habe ich in der exdremadura einen spanier getroffen und mit ihm über den stierkampf gesprochen. im folgenden gebe ich den originaltext aus meinem buch ..... JEDER SCHRITT ZÄHLT..... seite 70 wieder. meine eigenen bemerkungen lasse ich bewußt weg. hier der text:
" sehen sie, im normalfall kommt ein rind auf die welt, um letztlich geschlachtet und verwertet zu werden. sein leben verbringt es größtenteils in - gefangenschaft -, wenn ich den stall einmal als gefängnis bezeichnen darf. die jungtiere, die später zum kampf in die arena müssen, werden auf diesen tag vorbereitet und verbringen einige jahre auf einem freigelände, ohne stress, werden vernünftig ernährt und können zumindest diese jahre ihr leben genießen. wenn sie besonderes glück haben, verlassen sie die stierkampfarena lebend,was jedoch, zugegebenermaßen, selten der fall ist. also am ende steht der tod des tieres, aber die lebensphase verläuft total unterschiedlich, zum vorteil der kampfstiere. bitte denken sie darüber einmal nach "

ich gebe gerne die bitte es spaniers weiter. vielleicht gibt es kommentare aus dem forum.


liebe grüße

karl-heinz

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Re: Stierkampf: Zwischen Verbot und Anerkennung als Kulturgu

Beitrag von Luna » Fr 3. Feb 2012, 23:06

Also mich haben diese Worte des Mannes sehr bewegt, ein weiser Mann und hat mich zum Nachdenken angeregt und sage er hat recht. Ich sehe das jetzt aus einer anderen Perspektive.

Wie werden unsere Nutztiere gehalten, das Elend vom Leben in Gefangenschaft zum Schlachter in Transportern unter den schlechtesten Umständen. Viele überleben diese Fahrt nicht. Zumindest diese Kampfstiere haben die Chance, eine gewisse Zeit in Freiheit zu verbringen und zu genießen und am Ende steht immer der Tod. Welches Rinder-Leben war nun lebenswerter ? Zweifelsfrei das der Kampfstiere und mit Sicherheit auch der "schönere" Tod.

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Karl-Heinz Brass
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Re: Stierkampf: Zwischen Verbot und Anerkennung als Kulturgu

Beitrag von Karl-Heinz Brass » Fr 3. Feb 2012, 23:27

Luna hat geschrieben:Also mich haben diese Worte des Mannes sehr bewegt, ein weiser Mann und hat mich zum Nachdenken angeregt und sage er hat recht. Ich sehe das jetzt aus einer anderen Perspektive.

Wie werden unsere Nutztiere gehalten, das Elend vom Leben in Gefangenschaft zum Schlachter in Transportern unter den schlechtesten Umständen. Viele überleben diese Fahrt nicht. Zumindest diese Kampfstiere haben die Chance, eine gewisse Zeit in Freiheit zu verbringen und zu genießen und am Ende steht immer der Tod.Welches Rinder-Leben war nun lebenswerter ? Zweifelsfrei das der Kampfstiere und mit Sicherheit auch der "schönere" Tod.

hallo luna,
das ist ja sehr interessant. ich zitiere mal was ich im buch geschrieben habe:

" ....ich hatte diese meinung damals als wenig glaubhaft eingestuft. jetzt belehrte mich die aktualität eines besseren,
und ich mußte zugeben, an den argumenten des spaniers ist etwas dran. ich hielt an und beobachtete die
überwiegend schwarzen kreaturen....."

bin mal gespannt was da noch so an meinungen kommt.

gute nacht,

karl-heinz

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