Stierkampf: Zwischen Verbot und Anerkennung als Kulturgut

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hundetraudl
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Re: Stierkampf: Zwischen Verbot und Anerkennung als Kulturgut

Beitrag von hundetraudl » Mo 29. Jul 2019, 17:01

>:d< >:d< >:d< >:d< >:d<
Lieber Atze, ich finde Stierkampf absolut fürchterlich und Tiertransporte zum schlachten auch fürchterlich.
Bei uns bekommt ein Bauer Ferkel aus Dänemark, zieht sie auf, zum schlachten werden sie nach Polen gefahren, als totes Fleisch werden sie nach Dänemark transportiert und dort als dänisches Schwein verkauft. Der Mensch ( die Wirtschaft) ist - meiner Meinung nach -absolut krank im Kopf. Ich kaufe nur noch was im Land produziert und hier geschlachtet wird.
Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt. (Ringelnatz)

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Frambuesa
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Re: Stierkampf: Zwischen Verbot und Anerkennung als Kulturgut

Beitrag von Frambuesa » Mo 29. Jul 2019, 17:57

Atze hat geschrieben:
Mo 29. Jul 2019, 16:14
Trotzdem halte ich den Stierkampf für ein blutiges Spektakel, für das ich mich nicht erwärmen kann - aber es ist halt auch nicht meine Kultur.
Die 20 Minuten, die der Stier vollgepumpt mit Adrenalin bis zu seinem Tode erlebt erscheinen mir unnötig grausam. Andererseits ist die vorhergehende gezielte Schwächung der Nackenmuskulatur wohl eine unabdingbare Voraussetzung für den gezielten Degenstoß.
Tja, wenn der Degenstoß denn mal immer richtig „sitzen“ würde.
Auch in den Monaten in D schaue ich tägl. abends mal in CanalSur hinein und bin in letzter Zeit schon mal Samstags in die Aufzeichnung einer Corrida hineingekommen. Es ist nicht nur ein blutiger, grausamer und immer tödlich endender Kampf für den Stier, sondern auch eine Macht beherrschende Inszenierung der Taurinos.
Die Mimik und Gestik dieser häufig noch sehr jungen Männer (wie z.B. der 17-jährige Manuel Perera) ist einfach abstoßend. Und während der Stier, unwürdig mit heraushängender Zunge, vergeblich um sein Leben kämpft, johlen und brüllen die Zuschauer vor Begeisterung und halten ihre kleinen Kinder (die gerade mal laufen können!) hoch, damit sie besser sehen können. Etwas größere Kinder (so ab 5-6 Jahren) schauen sich Mimik und Gestik bei ihren glorreichen Vorbildern ab.
Früher habe ich auch immer gesagt: Es ist nicht meine Kultur und ich will mir kein Urteil erlauben. Heute sage ich ganz klar: Dieser Stierkampf ist einfach pervers.
Saludos Frambuesa
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Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können,
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Re: Stierkampf: Zwischen Verbot und Anerkennung als Kulturgut

Beitrag von Frambuesa » Mo 29. Jul 2019, 18:06

hundetraudl hat geschrieben:
Mo 29. Jul 2019, 17:01
Bei uns bekommt ein Bauer Ferkel aus Dänemark, zieht sie auf, zum schlachten werden sie nach Polen gefahren, als totes Fleisch werden sie nach Dänemark transportiert und dort als dänisches Schwein verkauft.
Liebe Hundetraudl, gebe dir völlig Recht, das ist wirklich krank und man kann da nur als Verbraucher entsprechend reagieren.
Manchmal frage ich mich wirklich, warum „Brüssel“ da noch keine entsprechenden Gesetze parat hat. Ach ne, wird wohl nicht gehen, weil sie dann ganz sicher mit irgendwelchen anderen globalen, marktwirtschaftlichen Gesetzen in Konflikt geraten.
Saludos Frambuesa
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Re: Stierkampf: Zwischen Verbot und Anerkennung als Kulturgut

Beitrag von hundetraudl » Di 30. Jul 2019, 11:21

Frambuesa hat geschrieben:
Mo 29. Jul 2019, 18:06
hundetraudl hat geschrieben:
Mo 29. Jul 2019, 17:01
Bei uns bekommt ein Bauer Ferkel aus Dänemark, zieht sie auf, zum schlachten werden sie nach Polen gefahren, als totes Fleisch werden sie nach Dänemark transportiert und dort als dänisches Schwein verkauft.
Liebe Hundetraudl, gebe dir völlig Recht, das ist wirklich krank und man kann da nur als Verbraucher entsprechend reagieren.
Manchmal frage ich mich wirklich, warum „Brüssel“ da noch keine entsprechenden Gesetze parat hat. Ach ne, wird wohl nicht gehen, weil sie dann ganz sicher mit irgendwelchen anderen globalen, marktwirtschaftlichen Gesetzen in Konflikt geraten.
Wenn das Fleisch als inländisches Fleisch verkauft wird, was kann man dann als Verbraucher tun?
Ich kaufe in Deutschland nur noch beim Metzger meines Vertrauens, der mir sagen kann, auf welchem Hof das Tier aufgewachsen ist.
Die EU kümmert sich lieber um krumme Gurken, anstatt um solche wichtigen Dinge.
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Re: Stierkampf: Zwischen Verbot und Anerkennung als Kulturgut

Beitrag von Atze » Di 30. Jul 2019, 17:23

hundetraudl hat geschrieben:
Di 30. Jul 2019, 11:21

Die EU kümmert sich lieber um krumme Gurken, anstatt um solche wichtigen Dinge.
Ein beliebtes Märchen:
1.) waren an dieser Regelung die Dänen schuld, die eine fast 100 Jahre alte Gurkenverordnung in die EU einbringen wollten.
2.) ist der "Gurkenparagraf" seit 2009 abgeschafft.
LG Atze

Wenn dereinst die letzte Bohrinsel abgebaut und die letzte Tankstelle geschlossen ist,
werdet ihr feststellen, dass man bei Greenpeace nachts kein Bier kaufen kann.
(Prophezeiung der Cree-Indianer)

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Re: Stierkampf: Zwischen Verbot und Anerkennung als Kulturgut

Beitrag von Viola » Di 30. Jul 2019, 22:03

Stierkämpfe sind, genauso wie Hahnenkämpfe u.ä., einfach unglaublich widerlich!
Sorry, aber bei dem Thema kann ich einfach nicht die Finger still halten. Kulturgedöns hin oder her. Ein Hirschgeweih als Trophäe oder ausgestopfte Viecher als Symbol einer erfolgreichen Jagd: grauenvoll! Kommt mir vor wie eine P....verlängerung und Getrommel auf der Brust!
Wenn Fleisch, dann regional und bio.
Und ansonsten: Ich esse sehr gerne spanische Erdbeeren, in Spanien!
Viele Grüße, Viola
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Re: Stierkampf: Zwischen Verbot und Anerkennung als Kulturgut

Beitrag von Xanaron » Di 30. Jul 2019, 23:03

Diskussion ist immer besser als einseitige Meinungsäusserung.

ABER: Bei der Tötung, egal in welcher Form und ob Mensch oder Tier bin ich nicht für eine Diskussion zu haben.
Das betrifft dann halt auch den Stierkampf. Ein Tier bis zu seinem Tode zu quälen ist m.E. das Zeichen von Primitivität. Sich dies anzusehen genauso.

Und damit ich nicht falsch verstanden werde. JA es wäre wünschenswert, wenn die Tötungen der gequälten Tiermassen der Massentierhaltung öffentlich gemacht werden müssten! Es gäbe wahrscheinlich viel viel mehr Veganer auf der Erde. Und viel viel weniger Tierleid. Nein ich bin nicht Veganer. Allerdings reduzieren wir alles was tierische Produkte sind auf ein Minimum.

Und damit ich nicht falsch verstanden werde. Auch Menschenleid muss vermieden werden. Also das Eine tun und das Andere nicht lassen!

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Re: Stierkampf: Zwischen Verbot und Anerkennung als Kulturgut

Beitrag von Kiebitz » Di 3. Sep 2019, 09:28

Ich hoffe, dem Stier ist nichts passiert und er ist hinterher begnadigt worden.
Aber das zeigt warum die Perverslinge den Stier erst mal halb tot quälen bevor sich der Oberfeigling dem halbtoten Tier stellt.
https://www.youtube.com/watch?v=0xrhAUWdMLM
Diskutiere nie mit Idioten, sie holen dich auf ihr Niveau und schlagen dich dort mit Erfahrung...
Wenn man eine große Lüge erzählt und sie oft genug wiederholt, dann werden die Leute sie am Ende glauben.

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Re: Stierkampf: Zwischen Verbot und Anerkennung als Kulturgut

Beitrag von Miesepeter » Di 3. Sep 2019, 12:17

In den TV-Nachrichten wurde das klatgestellt: der Stier wurde von Kräften der Ortspolizei erschossen.
Rutscht der Föhn dir in die Wanne, war das deine letzte Panne.
Was man sieht ist der sichtbare Teil des Unsichtbaren. (Übers. Inschrift im Flgh. Alicante)
Wer zeitig mit Nichtstun anfängt muß deshalb nicht vorzeitig aufhören.

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Re: Stierkampf: Zwischen Verbot und Anerkennung als Kulturgut

Beitrag von Xanaron » Di 3. Sep 2019, 13:30

Miesepeter hat geschrieben:
Di 3. Sep 2019, 12:17
In den TV-Nachrichten wurde das klatgestellt: der Stier wurde von Kräften der Ortspolizei erschossen.
Ja, standrechtliche Erschiessungen gab es früher auch schon....... :evil:

Wie gesagt, jeder unnötige Tod, also jeder nicht natürliche Tod ist falsch. Egal was der Grund dafür ist.
Ausnahme, der freiwillige, selbst verantwortete Tod eines schwer Kranken, der keine Aussicht auf Verbesserung der Situation hat (Schmerzfreiheit, Siechtum, psychisches Leid).

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