Stierkampf: Zwischen Verbot und Anerkennung als Kulturgut

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Re: Stierkampf: Zwischen Verbot und Anerkennung als Kulturgut

Beitrag von Atze » Di 3. Sep 2019, 14:14

Ich unterscheide da: Der Stier ist unnötig (Stierkampf) in diese Situation gebracht worden, aus der er ausbrach.
Einmal ausgebrochen, war die Erschießung dann aber unumgänglich, um Menschenleben nicht zu gefährden. Denn:
"Auch Menschenleid muss vermieden werden. Also das Eine tun und das Andere nicht lassen!"
LG Atze

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Re: Stierkampf: Zwischen Verbot und Anerkennung als Kulturgut

Beitrag von Miesepeter » Di 3. Sep 2019, 14:23

Das Tier hätte den Tag so oder so nicht überlebt. Die Schüsse waren also seine Erlösung von den ihm normalerweise bevorstehenden Qualen, an denen sich die Zuschauer auch noch erfreut hätten.
Rutscht der Föhn dir in die Wanne, war das deine letzte Panne.
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Re: Stierkampf: Zwischen Verbot und Anerkennung als Kulturgut

Beitrag von chris » Di 3. Sep 2019, 23:03

Kiebitz hat geschrieben:
Di 3. Sep 2019, 09:28
Aber das zeigt warum die Perverslinge den Stier erst mal halb tot quälen bevor sich der Oberfeigling dem halbtoten Tier stellt.
Da kocht aber jemandem das Blut....
;)

Also ich würde mich auch einem halbtoten Stier nicht stellen, aber wahrscheinlich bin ich dann der Ober-Oberfeigling, der Peter Shaw des Stierkampfs gewissermaßen?

In einer "echten" Corrida sehe ich Kultur, Choreographie und auch ein paar Eier, wenn ich das mal so salopp sagen darf. Andererseits fehlt mir der Unterhaltungswert, weswegen ich mir Stierkämpfe nicht anschaue. Aber das gilt gleichermaßen für Formel 1 und Tennisturniere, Olympiaden und Schachweltmeisterschaften.

Die richtigen Oberfeiglinge kenne ich aber auch. Die habe ich schon auf Dorffesten live erlebt. Wenn einmal im Jahr ein eher kompaktes Rindvieh auf dem Marktplatz hin und her gejagt wird und besagte Feiglinge hinter der sicheren Absperrung stehen und Steine auf das Tier werfen.

DAS finde ich abstoßend. Ein richtiger Stierkampf hingehen ist zwar nicht meine Welt, ich kann ihn aber als Teil der spanischen Kultur respektieren.

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Re: Stierkampf: Zwischen Verbot und Anerkennung als Kulturgut

Beitrag von brigittekoslowski » Mi 4. Sep 2019, 08:50

Na prima,in Deutschland war die Hexenverbrennung "KULTUR" und in Wattenscheid wurden lebendigen Gänsen der Kopf abgeschlagen,sollen wir denn wirklich wieder zum Mittelalter zurück gehen? alles im Namen der Kultur?

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Re: Stierkampf: Zwischen Verbot und Anerkennung als Kulturgut

Beitrag von Atze » Mi 4. Sep 2019, 09:10

Im Mittelalter wurde der Stierkampf von der Kirche eher verboten.
Die heutigen Stierkampfregeln stammen aus der Neuzeit.
LG Atze

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Re: Stierkampf: Zwischen Verbot und Anerkennung als Kulturgut

Beitrag von Miesepeter » Mi 4. Sep 2019, 09:16

Ich denke mal, das Wort "Kultur" wird oft falsch ausgelegt oder unwissenrtlich falsch zugeordnet oder verstanden. Was ist Kultur? Was sind Voksbräuche? Was ist Tradition? Was verstehen wir unter einem "kultivierten Menschen"? Ganz bestimmt nicht einen, der sich beim Stierkampf genüßlich an einer Zigarre ergötzt. Stierkampf = Tardition ja, aber "Kultur"? Ich verstehe unter Kultur die Schaffung bleibender, dem Individuum vorbildlicher und seine Bildung erweiternde Werte und deren Pflege. Und das trifft nun mal nicht auf alles zu, was uns da als Kultur uuntergejubelt wird. Eine Zeit lang sprach man von "abartiger Kultur" - so ausgefallen ist das gar nicht, das Problem besteht einzig darin, wer entscheidet, was und was nicht, und da ist es so gut wie unmöglich, jedem gerecht zu werden. Ach ja, da gab es ja auch die "Sub-Kultur" die u.a. Charles Manson auf den Höhepunkt brachte. Zurück zum Stierkampf: es wird ihn weiter geben, mindestens solange auch horrende Preise von genug Zahlungswilligen dafür aufgebracht werden.
@ atze: na klar, ebenso wie Löwen, Drachen-, und auch jetzt noch Hunde-und Hahne-Kämpfe - das Tier im Menschen!
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Re: Stierkampf: Zwischen Verbot und Anerkennung als Kulturgut

Beitrag von Atze » Mi 4. Sep 2019, 09:38

@Miesepeter:
Du bewertest Kultur in hoch und niedrig, bzw. gut und böse, uns genehm oder nicht, also normativ.
In aller Regel wird aber der Begriff Kultur rein deskriptiv, also nur beschreibend benutzt, nicht wertend.
Insofern waren Tempelprostitution in Indien und das Herzenherausreißen bei den Azteken Teile der jeweiligen Kultur.
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Re: Stierkampf: Zwischen Verbot und Anerkennung als Kulturgut

Beitrag von Miesepeter » Mi 4. Sep 2019, 13:57

Prostitution - mit oder ohne Tempel - (gabs das nicht schon unter Ramses, und auch im Vatikan soll sowas gelaufen sein) und Herzherausreißen sehe ich als Zeichen des Intellekt-- bzw. Wissens-Standes einer Gesellschaft oder Gruppe. In Deutschland wurde noch bis Mitte des 19. Jh. der Aderlaß als Allheilmittel praktiziert, Das ist m.E. genausowenig "Kultur" wie das von S. Dali an einer Angelschnur in ein Teerfaß vrsenktes Telefon. Diskutieren könnte man ja darüber bis zum Herzzerreissen. Bin mal gespann, wer übrhaupt entscheidet, was Kulturgut ist und was nicht. Das planmäßige Quälen der Stiere (und anderer Tiere) zur Belustigung der Allgemeinheit als Kult ist unbestreitbar, aber zu Kultur zu verklären will mir nicht einleuchten.
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Re: Stierkampf: Zwischen Verbot und Anerkennung als Kulturgut

Beitrag von Atze » Mi 4. Sep 2019, 14:10

Miesepeter hat geschrieben:
Mi 4. Sep 2019, 13:57




Das planmäßige Quälen der Stiere (und anderer Tiere) zur Belustigung der Allgemeinheit als Kult ist unbestreitbar, aber zu Kultur zu verklären will mir nicht einleuchten.
Ein verbreiteter Kult ist Bestandteil einer Kultur.
Und der Begriff Kultur ist nicht automatisch positiv besetzt.
Er ist wertmäßig neutral - wie auch Brauchtum.
Allerdings ist eine Wertung vom eigenen (kulturellen) Standpunkt her kaum vermeidbar. Das wäre aber wissenschaftlich gesehen Ethnozentrismus.
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