Corona - Auswirkungen auf den Tourismus

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Oliva B.
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Re: Corona - Auswirkungen auf den Tourismus

Beitrag von Oliva B. »

Noch hat Pedro Sánchez sich nicht ausgelassen, wer und unter welchen Bedingungen Touristen ab Juli wieder nach Spanien reisen können. Massentourismus wie die Jahre zuvor wird es in naher Zukunft wohl kaum geben.

Nun hat sich die spanische Regierung wie erwartet dem enormen Druck seitens der Demonstranten, der Opposition, der Wirtschaft und des Auslands gebeugt. Auch in Deutschland ließ man Erntehelfer und Pflegepersonal unter besonderen Bedingungen einreisen.

Keiner erwartet jetzt von Spanien, dass sich das Land sofort wieder dem Massentourismus öffnet. „Safety first“, so heißt das Motto und es wird sehr genau hingeschaut werden, wer da ins Land kommt. Da kann wieder neu spekuliert werden, wer das Rennen gewinnt:
  • Sind das eher die Kunden der Reiseveranstalter wie TUI, die schon länger einen Silberstreifen für Sommerferien in Spanien am Horizont sahen?

    Werden es die Hoteliers sein, die dem starken Hotelbetriebsverband von Benidorm und Costa Blanca HOSBEC angeschlossen sind, der an einem Versicherungsschutz mit Garantien arbeitet, der im Fall einer Ansteckung in ihren Einrichtungen eintritt?

    Ist es da eher das Segment der Luxusherbergen, das eine bessere Ausgangsbasis vorweisen kann, und Kunden hat "die weniger von den wirtschaftlichen Folgen des Covid-19 betroffen sind, und Räume, die leichter an die neuen Vorschriften angepasst werden können"?

    Sind es die Eigentümer von Ferienhäuser, die ganzjährig Steuern, Abgaben und Kosten für ihre Immobilie zahlen, sie jedoch nur maximal ein halbes Jahr nutzen können und schon seit Ende April ordentlich Druck machen?

    Sind es Touristen, die an bestimmte Angebote gebunden sein werden, z. B. Ferienhäuser, in denen sie ihren Urlaub in Sicherheit verbringen können? Privatpool statt Strandbesuch mit Einschränkungen?
Dies sind nur ein paar Beispiele, wobei sich noch die Frage auftut:

Werden die Urlauber aus dem Ausland überhaupt Lust verspüren, in ein Land zu reisen, das in den letzten Monaten so stark in den Medien vertreten war? Wo die Madrilenen in der Hauptsaison die Küsten bevölkern??! Viele werden Alternativen wie die Türkei oder Griechenland in Erwägung ziehen, beide Urlaubsländer werden zurzeit stark nachgefragt.

Die hier, in sozialen Netzwerken und in anderen Medien oft geäußerte Angst, eine frühzeitige Öffnung könne eine zweite Coronawelle auslösen, kann keinesfalls ein Hinderungsgrund sein, Touristen einreisen zu lassen, deren Länder weitaus weniger unter den Auswirkungen von Covid-19 leiden mussten. Spanien steht europaweit mit fast 28.000 Corona-Toten an vierter Stelle hinter GB, Italien und Frankreich! Und die Comunidad Valenciana (um mal in unserer Region zu bleiben) verzeichnete bislang ca. viermal so viele Todesfälle wie z. B. das vom Coronavirus schwer betroffene Bundesland NRW!

Sunwind
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Re: Corona - Auswirkungen auf den Tourismus

Beitrag von Sunwind »

Alles offen - wie Elke schon schreibt

ARD Extra: Sommerurlaub 2020 - Deutsche verzichten auf Urlaub oder verreisen im Land
https://www.presseportal.de/pm/75892/4602407

Die Deutschen wollen wohl mehrheitlich im eigenen Land bleiben.

Ich persönlich würde auch nicht unbedingt nach Spanien reisen wollen - hätte ich kein Häuschen hier :-?

Gruß Sunwind

Xanaron
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Re: Corona - Auswirkungen auf den Tourismus

Beitrag von Xanaron »

Ich gebe es zu. Für uns wäre eine "Touristen-Flaute* ein Segen. Aber es ist klar, das ist Egoismus pur.
Denn Spanien braucht unbedingt noch ein zweites Halbjahr mit "normalem Tourismus" um nur einigermassen wieder auf die Füsse zu kommen. Denn auch die Immobilien-Industrie geht auf dem Zahnfleisch.

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Hessebub
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Re: Corona - Auswirkungen auf den Tourismus

Beitrag von Hessebub »

Für einen reinen Strandurlaub, und ohne Eigentum würden wir auch nicht fahren. Wir würden aber auch nicht innerhalb von Deutschland reisen. Eigentlich haben wir auch nicht vor im Juli und August zu fahren, nur wenn die Handwerker bei uns loslegen wollen.
Besser haben und nicht brauchen, als brauchen und nicht haben :mrgreen:

LG Wolfgang

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Oliva B.
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Re: Corona - Auswirkungen auf den Tourismus

Beitrag von Oliva B. »

Wie erwartet will die Bundesregierung die Reisewarnung für Touristen ab dem 15. Juni aufheben. Sie soll durch "Reisehinweise" für einzelne Länder ersetzt werden. Die Wiederbelebung des Tourismus sei wichtig sowohl für Reisende und die deutsche Reisewirtschaft als auch für die wirtschaftliche Stabilität in den jeweiligen Zielländern.

Genaueres in der heutigen FAZ

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Oliva B.
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Re: Corona - Auswirkungen auf den Tourismus

Beitrag von Oliva B. »

Der Bund will die Reisewarnung für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union bis zum 31. August 2020 verlängern. Dazu gehören auch die bei den Deutschen so beliebten Urlaubsländer Türkei, Ägypten,Tunesien und Marokko. Dies wird Spanien in der Sommersaison einen kleinen, unerwarteten Boom bescheren, wie damals, als der Arabische Frühling für kräftige Zuwachsraten in Spanien sorgte. Quelle: Frankfurter Rundschau.

Hinzu kommt, dass wegen der überfüllten deutschen Touristen-Hot-Spots viele Urlauber nach Alternativen suchen. Der Deutsche Reiseverband zeichnet nujetzt schon für den Sommer ein erschreckendes Bild. Deutschlands Touristen-Hotspots ächzen unter Menschenmengen

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Re: Corona - Auswirkungen auf den Tourismus

Beitrag von Oliva B. »

Die Tische in Restaurants und Cafés waren am ersten Juliwochenende fast genauso gut belegt wie im letzten Jahr, hauptsächlich mit Gästen aus dem eigenen Land. Dennoch...

  • ... nach Angaben der Online-Zeitung "Diario Información" stehen wegen der Stornierung von Billigflügen aus Großbritannien fast 40.000 Ferienwohnungen leer.

    70% der Ferienwohnanlagen an der Costa Blanca sind aufgrund der hohen Stornierungsrate im Juli und August verfügbar.
Dagegen sind die Campingplätze in der Provinz Alicante nach Meldung von Cadena SER relativ gut gefüllt, am Wochenende bis zu 80 Prozent. Diese Zahl reduziert sich während der Woche jedoch auf 50 Prozent, denn auch dort macht sich bei den Betreibern das Fehlen internationaler Gäste bemerkbar. Allerdings rechnet man mit einer verlängerten Saison, da erwartet wird, dass die Camping-Urlauber aus dem Ausland, die im März wegen der Coronapandemie in ihre Heimatländer geflüchtet sind, Ende September/Anfang Oktober zurückkehren werden - sofern es nicht vorher zu einer zweiten Welle der Pandemie kommt...

Zum Schluss noch eine "coronafreie" Notiz am Rande, die manche Strandgänger in der Marina Alta herbeigesehnt haben:
Die Moraig-Bucht von Benitatxell wurde nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten aufgrund des Sturmtiefs "Gloria" am Wochenende wieder für Badegäste bis Ende August freigegeben. Deren Zahl ist jedoch auf 400 begrenzt. Reservierungen können über die App "AparcarE" vorgenommen werden. Die Benutzer müssen ihre Fahrzeuge auf den Parkplätzen oberhalb der Bucht stehen lassen und zu Fuß zum Strand hinuntergehen, da die Zufahrt mit Schranken blockiert ist.
Nach dem Sommer werden dir Arbeiten am Strand fortgesetzt. Quelle

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Re: Corona - Auswirkungen auf den Tourismus

Beitrag von ville »

Hast mal wieder die Nachtschicht genutzt, um all die Wissbegierigen mit Infos zu füttern. Aus meiner Sicht ein brachiales Dankeschön für deine unermüdliche Arbeit, Elke !

LG Fritz

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Re: Corona - Auswirkungen auf den Tourismus

Beitrag von Oliva B. »

ville hat geschrieben:
Mo 6. Jul 2020, 14:50
Hast mal wieder die Nachtschicht genutzt, um all die Wissbegierigen mit Infos zu füttern. Aus meiner Sicht ein brachiales Dankeschön für deine unermüdliche Arbeit, Elke !

LG Fritz
Danke, Fritz. Schuld daran war der volle Mond! :mrgreen:

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Re: Corona - Auswirkungen auf den Tourismus

Beitrag von Oliva B. »

Einsamer Strand in Altea.
Einsamer Strand in Altea.
Spanien ist in diesem Sommer ein „Geisterland“ – die Tourismusbranche gibt bereits auf!


Katalonien ist eine der am stärksten von der Pandemie betroffenen Autonomen Regionen. Die Zahl der positiv Getesteten hat zum ersten Mal 100.000 Infektionen überschritten. Allein heute zählt man: sechs neue Tote. Auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen hat sich erhöht.
Ob es Quim Torra versäumt hat, die Pandemie richtig zu managen? Von schwerwiegenden Restriktionen in der betroffenen Region Segrià oder der Einschränkung des Nachtlebens bemerkt man wenig.

In Katalonien sank im Juni der Tourismus um fast 98 %. Im letzten Jahr besuchten 8,5 Millionen Touristen die autonome Region, in diesem Jahr waren es nur 200.000. Das hängt natürlich damit zusammen, dass Spanien sich fast den gesamten Juni noch im Ausnahmezustand befand. Deshalb hoffte man auf die Monate Juli und August… Doch auch jetzt kommen nur 3 von10 Flügen im Vergleich zum Vorjahr an. Und nur 30 % der Hotels sind geöffnet. Die erhoffte Erholung blieb aus.

Morgen werden die Arbeitslosenzahlen für den Monat Juli bekannt gegeben. Der Tourismussektor macht 13% des BIP aus. :-?
Quelle: Cope.es. 3. August 2020 – aktualisiert um 14:32 UhrWikipedia

Aber auch in unserer autonomen Region sieht es nicht viel besser aus. Nur 25 Prozent :!: !!! der Hotels (das heißt, zwischen 4.500 und 5.000 der insgesamt 16.000 registrierten Betriebe) sind, bedingt durch die Quarantäne Großbritanniens und anderer Länder im August geöffnet, und ohne internationale Touristen sind 1,5 Millionen Arbeitsplätze gefährdet. Auch Deutschland und die Niederlande halten das Risiko einer Virusübertragung in Spanien für zu hoch. Belgien will Personen, die aus Lleida, Navarra, Aragon und Barcelona zurückkehren, unter Quarantäne stellen.

Die spanische Tourismusagentur Exceltur meint dazu: "Wir werden durch die Auswirkungen der neuen Ausbrüche in Katalonien und insbesondere in Barcelona bestraft".

Spanien verfügt über 1,8 Millionen Betten, von denen nicht mehr als 300.000 belegt sind. Und das Schlimmste ist, dass von denen, die geöffnet sind, höchstens 45 Prozent ihrer Maximalbelegung erreichen, aber meistens liegt der Mittelwert nur bei unbefriedigenden 35 Prozent. Dieser Wert wird "nicht ausreichen, die Touristensaison zu retten".

Viele Hoteliers ziehen es unter diesen Umständen vor, ihre Betriebe gar nicht erst zu eröffnen, weil "es nicht rentabel ist". Die großen Hotelketten, wie Meliá oder NH verzeichnen historische Verluste durch die Auswirkungen von Covid-19. Der Poniente-Strand in Benidorm ist Anfang August praktisch leer.

Küstenorte wie Benidorm oder Torremolinos, die ausschließlich von internationalen Touristen leben, sind besonders betroffen, genauso wie die Balearen – dort hofft man jetzt schon auf die Ostersaison 2021!

Die Briten hatten mit 18 Millionen Touristen im vergangenen Jahr den Hauptteil an den 84 Millionen Touristen im letzten Jahr in Spanien.

Die Wogen der Tourismusbranche schlagen hoch. Zum Teil wird die Regierung und ihr Mangel an diplomatischen Bemühungen dafür verantwortlich gemacht, aber auch Katalonien steht mit der Misswirtschaft der Generalitat bei der Bekämpfung des Aufschwungs und der Panikmache des Präsidenten Quim Torra im Fokus.
Einsamer Strand in Altea.
Einsamer Strand in Altea.
aber auch am Strand von Moraira herrscht unter der Woche gähnende Leere
aber auch am Strand von Moraira herrscht unter der Woche gähnende Leere
Der Tourismussektor hat bis zum 30. Juni zwischen 60 und 70 Milliarden Euro verloren hat, was einem täglichen Verlust von 5 Milliarden Euro pro Tag entspricht. Es wird der Verlust von 1,5 Millionen Arbeitsplätze im Tourismussektor erwartet. Die Hoffnungen klammern sich nun an die erwarteten Zahlungen aus der EU-Kasse. 140.000 Millionen Euro sollen einen Teil der gefährdeten Touristikbetriebe zu retten -das entspricht ca. 20 Prozent.

Die Confederación Española de Hoteles y Alojamientos Turísticos (Cehat) drängt dem Regierungspräsidenten Sánchez, Covid-19-Tests für Reisende am Herkunfts- und Zielort einzuführen, um die Einnahmen dieses Jahres nicht vollständig zu verlieren. Auch wenn diese Forderung verspätet käme, so sei es "notwendig", dem Mangel an Vertrauen entgegenzuwirken, der derzeit auf dem spanischen Tourismusmarkt herrsche. Deshalb ginge der Blick zurzeit Richtung Kanarische Inseln, wo die Hochsaison erst im Oktober beginnt.
Quelle des 2. Teils: El Español 3. August 2020, 03:04 Uhr

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