Tourismus und seine Folgen

Ereignisse und aktuelle Geschehnisse aus Politik, Wirtschaft und Umwelt (Klima-, Natur- und Tierschutz) werden hier diskutiert.
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Oliva B.
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Tourismus und seine Folgen

Beitrag von Oliva B. »

Der zunehmende Massentourismus wird in vielen Regionen Spaniens kontrovers diskutiert. Hohe Besucherzahlen können zu Belastungen für Wohnraum, Infrastruktur, Natur und Wasserressourcen führen. Besonders betroffen sind unter anderem stark frequentierte Städte und Küstenregionen sowie sensible Naturräume.

Als mögliche Ansätze werden unter anderem eine Begrenzung der Besucherzahlen in besonders belasteten Gebieten, eine stärkere Berücksichtigung des lokalen Wohnraumbedarfs, ein bewussterer Umgang mit Wasser sowie eine nachhaltigere Verkehrspolitik genannt. Auch eine stärkere wirtschaftliche Diversifizierung touristischer Regionen wird diskutiert.

Ziel wäre ein Tourismusmodell, das die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus mit den Interessen der Bevölkerung und den ökologischen Belastungsgrenzen in Einklang bringt.

Wer sich eine eigene Meinung dazu bilden möchte: Die Greenpeace-Petition enthält konkrete Vorschläge zum Umgang mit den Folgen des Massentourismus und ist vielleicht eine interessante Grundlage für die Diskussion:

Link zur Petition
Saludos,
Elke (Oliva B.)

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chris
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Re: Tourismus und seine Folgen

Beitrag von chris »

Naja, wie immer, zuerst eine reißerische Überschrift:
"Basta de turismo depredador. No a la turistificación de nuestros entornos"

Und dann ein bunter Strauß an Forderungen, von der Beschränkung des KfZ-Individualverkehrs über den Zugang zu bezahlbaren Mietwohnungen bis hin zur Wiederherstellung der Küstenlinie, bei der man sich automatisch fragt, wie das geschehen soll, wenn man sich das von Greenpeace ausgewählte Foto ansieht. Alles wegbomben und den Schutt mit dem Lastenfahrrad abtransportieren?

Bild


Die "turistificación" ist das, wovon Millionen Menschen in diesem Land leben, nicht von ökologischen Orangen oder polarisierenden Phrasen. Leider stecken durchaus gute Ansätze (die allerdings von vielen Seiten seit langem formuliert werden) nur als Bodensatz in einem sehr politischen Pamphlet, das sind u.a. die Wasserversorgung. Die ist nicht endlos ausbaubar, aber wie stellt sich GP vor, dass die Einheimischen zuerst drankommen sollen? Keine Trinkwasser mehr für Touristen? Und wenn Einheimische die Golfplätze aufsuchen, werden die dann im Hochsommer bewässert, während die Duschen in den Hotels trocken bleiben?

Auch sehe ich den Pauschaltourimus mit seinen Bettenburgen nicht in Verbindung mit Individualverkehr mit dem eigenen Kraftwagen, oder dem Privatjet, den GP nebenher auch verbieten will.

Ob es mit diesem Forderungskatalog greener wird, das weiß ich nicht, aber Peace gibt es auf keinen Fall, denn hier werden Bevölkerungsgruppen gegeneinander ausgespielt, und ich werde das Gefühl nicht los, dass die Essenz des Ganzen ein gewisser Neid auf den (vermeintlichen) Wohlstand der an den Pranger Gestellten ist. Ein wichtiger Wirtschaftszweig - in vielen Gegenden der einzig relevante - soll in einen Würgegriff genommen werden, und man hetzt regelrecht die Bevölkerung dazu auf, den Ast abzusägen, auf dem alle sitzen: Die Touristen trinken euch das Wasser weg, die Touristen mieten euch die Wohnungen weg, die Touristen verstopfen eure Straßen mit ihren Autos und eure Lufträume mit ihren Düsenklippern, und am Ende des Tages setzen sie auch noch einen Kackhaufen an euren Strand.

Es gibt zweifelsohne einiges zu tun und zu verbessern, aber dermaßen selbstzerstörerischer Extremismus kann kaum ein Lösungsansatz sein.
Saludos,
Chris


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Beefeater
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Re: Tourismus und seine Folgen

Beitrag von Beefeater »

Hola a todos,

ich sehe das als Einzelkind eher subjektiv.
Würden mir die Massen von Touristen im Hochsommer fehlen? Ganz klar NEIN. Spanien ist ohne viel schöner.
Im Hochsommer halten wir uns seit Jahren eh von den Touri Hotspots fern, so weit das geht.

Nur wovon sollen die gefühlt Mio Restaurantes, Bars, Hotels und Touri Geschäfte dann leben?
Und die dort angestellten Millionen Spanier erst?

Wer da wieder meckert, demonstriert und alles negativ darstellt, hat mit der "Tourismus-Industrie" wohl eher nichts zu tun.

Ich glaube nicht, dass der spanische Staat am Zustand viel ändern will oder überhaupt kann, ohne der Wirtschaft massiv zu schaden.

Saludos, Mike
... Et het noch emmer joot jejange
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Josefine
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Re: Tourismus und seine Folgen

Beitrag von Josefine »

.
Wir sind und waren immer gerne als Tourist unterwegs. :) Es bereichert unser Leben. :)
Ganz früher haben wir gezeltet, dann wurde ein Wohnwagen gemietet, danach die Ferienwohnung, dann das Hotel mit unterschiedlichen Sternen, und seit dem Rentenalter sind es überwiegend die Kreuzfahrten, die wir favorisieren und uns erfreuen.

Die Meyer-Werft in Papenburg baut weiterhin Kreuzfahrt-Schiffe und ist ein wichtiger Arbeitgeber für die Region. ;-)
Gruß Josefine :)
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vitalista
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Re: Tourismus und seine Folgen

Beitrag von vitalista »

Na ja, auch wenn in unserer Region der Massentourismus noch nicht so extrem ausgeprägt ist, dass die Menschen in Palma, Barcelona oder Madrid auf die Barrikaden gehen, ist doch mehr als verständlich.
Bei uns im Süden beobachte ich die Entwicklung in Torrevieja. Da wird gebaut 'auf Deubel komm raus'. So sollte und kann es nicht weitergehen.
Dahingehend kann ich die Petition schon unterstützen.

Und dass nur im Juli 2026 mehr als 2,34 Millionen Passagiere gelandet sind, ist auch nicht nur von Vorteil.
(Quelle: https://spanienpress.com/die-costa-blan ... rekord-zu/)

Damit die Nutzung von Privatfahrzeugen eingeschränkt werden kann, muss was die öffentlichen Verkehrsmittel betrifft noch so viel geschehen, dass ich das vermutlich nicht mehr erleben werde.

Ja - Tourismus ist wichtig.
Aber immer weiter, höher, schneller wird zu echten Problemen führen.
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Frambuesa
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Re: Tourismus und seine Folgen

Beitrag von Frambuesa »

vitalista hat geschrieben: Do 3. Sep 2026, 17:47 . . . dass die Menschen in Palma, Barcelona oder Madrid auf die Barrikaden gehen, ist doch mehr als verständlich.
. . . Ja - Tourismus ist wichtig.
Aber immer weiter, höher, schneller wird zu echten Problemen führen.
Ich bin da in Allem ganz bei Vitalista.
Persönlich machen wir um touristische Hotspots meist einen Riesenbogen.
Saludos Frambuesa





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aus der sie unternommen wird

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villa
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Re: Tourismus und seine Folgen

Beitrag von villa »

So jetzt hatte ich Zeit das mal alles zu lesen.
Das eine ist Forderungen zu stellen das andere Lösungen zu finden. In Calpe erleben wir den Bauwahn ja auch. Ich frage mich aber jeweils wo den eigentlich das ganze Abwasser landet, denn Kläranlagen werden nicht im gleichen Mass gebaut.
Zudem sollte man nicht vergessen dass es ja auch eine beträchtliche Menge an Inlandtouristen gibt.
Hätten diese Entwicklungen einen realen Preis für: Ausbau der Infrastruktur, Abwasser, Pflege der Natur und Umwelt etc. würden vielleicht auch weniger Leute kommen.
Warum erhebt Spanien keine Touristensteuer? Ich weiss es jetzt nicht so genau aber in der Schweiz wird fast überall wo es Touristen gibt auch eine entsprechende Abgabe kassiert. Oft auch kombiniert mit Gratis Zugang zum lokalen Öffentlichen Verkehr... klar den müsste es in Spanien erst geben.
Genau hier sehe ich aber auch einen Teil der Lösung. Ich bleib mal in Calpe, da gibt es zwar ein paar Buslinien aber das beschränkt sich auf das Stadtgebiet. Gäbe es vernünftige Angebote würde sich sicher mancher den Parkplatz Stress ersparen und diese nutzen und die Lokale Bevölkerung könnte dabei auch noch profitieren.
Ich finde das ewige Klagen nicht sehr sinnvoll, besser wäre es sich mit Lösungen zu befassen und diese um zu setzen. Da denke ich gibt es noch viel Luft nach oben.
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Josefine
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Re: Tourismus und seine Folgen

Beitrag von Josefine »

villa hat geschrieben: Do 3. Sep 2026, 21:20
Zudem sollte man nicht vergessen dass es ja auch eine beträchtliche Menge an Inlandtouristen gibt.
Das ist wohl auch der Fall: Sehr viele Spanier im Inland, wie z.B. Madrid, haben Ferienwohnungen z.B. in Torrevieja. Kann man ja auch verstehen, daß sie den Sommer nicht bei 40 Grad erleben wollen, sondern an ihrem Zweitwohnsitz an den Küsten die heißeste Zeit des Jahres verbringen.

DIes sagt die KI dazu:
Das Konzept der Zweitwohnung für den Sommerurlaub ist in der spanischen Kultur fest verankert. Klassische Ziele für Inlandsspanier sind unter anderem die Costa Blanca (Alicante), die Costa del Sol oder die Küsten Galiciens (wie Sanxenxo).

Wir waren Anfang August in Torrevieja wegen meiner Führerscheinverlängerung. Der Ort war gut besucht, aber man hörte eigentlich nur die spanische Sprache.
Gruß Josefine :)
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