Aktuelle Preisliste für Monumente in Spanien

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Aktuelle Preisliste für Monumente in Spanien

Beitrag von chupacabra » So 18. Aug 2019, 22:25

Da zuckt man schon mal zusammen, wenn man diese Preise zum Teil sieht. Der Alcázar in Sevilla ist bspw von 9,00 auf 12,50 gestiegen, die Sacrada Familia in Barcelona liegt bei 17,00 Euro, die Alhambra soll von 14,00 auf 16,00 steigen ...

https://m.granadahoy.com/granada/Entrad ... 61884.html
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Re: Aktuelle Preisliste für Monumente in Spanien

Beitrag von Miesepeter » Mo 19. Aug 2019, 08:12

Dazu kommen noch Parkgebühren. Im Fall Alhambra kosten 3 Std. 6,35 für PKW uund 10,25 für WoMo). Ist allerdings 24 Std. bewcht. Trotzdem soll es schon zu Klauereien gekommn sein.
Rutscht der Föhn dir in die Wanne, war das deine letzte Panne.
Was man sieht ist der sichtbare Teil des Unsichtbaren. (Übers. Inschrift im Flgh. Alicante)
Wer zeitig mit Nichtstun anfängt muß deshalb nicht vorzeitig aufhören.

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Re: Aktuelle Preisliste für Monumente in Spanien

Beitrag von chupacabra » Mo 19. Aug 2019, 10:22

Mal die Parkgebühren beiseite gelassen, die fallen halt an oder auch nicht, und nur die Eintrittspreise betrachtet, dann halte ich den Preis für die Alhambra fast noch für ok, da es sich um ein Monument handelt, welches einem etwas für den ganzen Tag bietet. Geschockt bin ich über die 16,00 Euro für das Colloseum. Das ist doch wahrlich nicht das Highlight von Rom (Besichtigungszeit 0,5 - 1,0 Stunde) und ist im Vergleich mit der Alhambra wenig personal- oder wartungsintensiv.

Um auf Spanien zurückzukommen: Bei der sehr schönen Alcazaba von Almería lag der Eintrittspreis im Juni bei 0,00 Euro. Wer versteht so etwas?
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Re: Aktuelle Preisliste für Monumente in Spanien

Beitrag von Oliva B. » Mo 19. Aug 2019, 16:00

Wenn ich es richtig gelesen habe :-? , ist die Erhöhung des Eintrittspreises für die Alhambra erst geplant und noch nicht realisiert. Der aktuelle Preis für eine komplette Besichtigung beträgt 14,85 Euro (Generalticket, Quelle Granada direct, das ist der teuerste Eintrittspreis für ein Monument in Andalusien, was auch nach einer Erhöhung der Fall wäre. Eine Erhöhung um 2 Euro für die Besichtigung der Alhambra würde zusätzliche 5.527.000 Euro in die Kasse spülen. Selbst wenn die von der PP in Granada favorisierte Erhöhung realisiert würde, wäre der Preis im Vergleich zu anderen historischen Gebäuden in Europa nicht einmal außergewöhnlich hoch, Beispiele:

Für das Kolosseum in Rom muss der Besucher 16 Euro veranschlagen,
Rom.JPG
Schloss Schönbrunn in Österreich liegt preislich ähnlich, eine Besichtigung des Londoner Towers kostet umgerechnet fast 30 Euro.

Im Jahr 2018 verzeichnete die Alhambra 2.763.500 Besucher, den Rang als meistbesuchtes spanische Denkmal läuft ihr nur noch
die Sagrada Familia in Barcelona mit 4,5 Millionen Besucher ab; dort kostet der Eintritt (lt. verlinktem Artikel) 17 €.
Ein weiteres großes Nationaldenkmal ist der Königspalast von Madrid mit mehr als 1,5 Millionen Besuchern jährlich. Der Eintritt zwischen dem 1. April und dem 1. September kostet 13 Euro, für den Rest des Jahres 12 Euro für den Rest des Jahres und ist für die Bürger der Europäischen Union und Lateinamerikas von Montag bis Donnerstag für die letzten zwei Stunden der Öffnung gratis..

Auf Platz 2 in Andalusien liegt die Moschee von Córdoba (1,9 Millionen Besucher) und
auf Platz 3 die Kathedrale von Sevilla (1,93 Millionen Besucher), die man für 9 Euro besichtigen kann auf Platz 3.
Für den ummauerten Palast 2Los Reales Alcázares" in Sevilla muss der Besucher 11,50 Euro berappen und steht mit fast 1,8 Millionen Besuchern an vierter Stelle der Denkmäler Andalusiens.

Persönlich finde ich eine Erhöhung der Eintrittsgelder angemessen, denn es ist nicht nötig, dass jeder Mensch Zugang zu diesen einmaligen historischen Gemäuern erhält. Wohin das führen kann, hat die Höhle von Lascaux gezeigt, die nur durch eine naturgetreue Kopie gerettet werden konnte.
Auch die Höhle von Altamira ist seit 1979 der Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Sie wurde mit ca. 40.000 Vermessungspunkten pro Quadratmeter vermessen und mit Schaumstoffplatten und originalgetreu bemalten Matten nachgebildet.

Ich hätte durchaus Verständnis dafür, wenn zukünftig nicht nur Höhlen, sondern auch Gebäude wie die Alhambra für den Massentourismus gesperrt würden und nur noch Historiker und andere Wissenschaftler Zugang dazu hätten. Ausgesuchte Fernsehteams könnten Kunst- und Architekturinteressierten die Schönheiten in jedem Detail zeigen, nur so können diese Denkmäler geschützt und für die Nachwelt erhalten werden.

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Re: Aktuelle Preisliste für Monumente in Spanien

Beitrag von chupacabra » Mo 19. Aug 2019, 16:58

In solchen Artikeln steht manchmal auch nur die halbe Wahrheit. Es ist schon richtig, dass die Mezquita-Catedral 10,00 Euro Eintritt kostet. Was dann aber nicht mit dabei ist, ist der Zugang zum Turm bzw. das ehemalige Minarett. Und das sollte man nicht verpassen. Hier muss man aber gesondert bezahlen (zuletzt 2,00 EUR).
Ich meine sogar, dass Bewohner von Córdoba nicht den vollen Preis bezahlen müssen.

Leute über Preissysteme oder ganz sogar auszuschließen, ist eine gewagte Forderung.

Warum zu den 14,00 EUR der Alhambra noch die 0,85 EUR Ticketing kommen, ist erstaunlich. Die Zeiten, dass man bei Kauf und Bezahlen über Internet einen Preisnachlass bekommt ist auch hier vorbei.
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Re: Aktuelle Preisliste für Monumente in Spanien

Beitrag von Xanaron » Mo 19. Aug 2019, 17:47

Es ist leider ein Problem, das eigentlich keins war. Vor X Jahren war Tourismus noch etwas, das "im kleinen Rahmen" stattfand. Da (zu) viele den Braten rochen (vom Kleinstunternehmer bis zum Politiker), wurde massiv in dieses Segment investiert. Der "Massentourismus" (den es eigentlich gar nicht gibt) wurde erfunden und die Menschenmassen wurden gezielt an diese aussergewöhnlichen Orte gelockt.

Und da sich, dank verschiedenen Massnahmen, Kreti und Pleti diese Reisen leisten können, ergibt sich nun das bekannte Bild, dass alles so langsam den Bach runter geht. Ob es die Alhambra ist oder die Arktis, Benidorm oder Barcelona, die Serengeti oder das Barrier Reef, was auch immer. Die Herde trampelt durch den Porzellanladen und hinterlässt eine breite Spur der Verwüstung. Und wo das nicht reicht, sprengen ein par Irre einfach die Monumente in die Luft.

Dass nun tatsächlich über den Preis etwas geregelt werden soll/muss ist traurig. Aber wird wohl nicht anders möglich sein. Kultur nur noch für Reiche?

Wir haben es weit gebracht. Machen wir weiter :evil:

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Re: Aktuelle Preisliste für Monumente in Spanien

Beitrag von chupacabra » Di 20. Aug 2019, 09:37

Ich denke auch, dass der Massentourismus erfunden wurde, aber ferner, dass wir aktuell nur die Spitze des Eisberges sehen. Wenn die Bewohner der bevölkerungsreichen Länder Asiens erst wirklich einmal auf den Geschmack des Reisens gekommen sind, dann braucht man für den Tourismus in der Tat (noch) restriktivere Konzepte. Vielleicht sollte man beim Besuch der Sixtinische Kapelle einen Nachweis über die gezahlte Kirchensteuer an die Katholische Kirche vorlegen und beim Besuch der Akropolis das Graecum haben.

Da wir hier vor allem über Spanien schreiben: Die aktuell in Granada diskutierten Preiserhöhungen von 14 auf 16 Euro sind keine Maßnahme, um Besucher abzuschrecken. Dort ist man der Meinung, noch weiteren Tourismus aufnehmen zu können. Granada war bis vor Kurzem noch geschützt, da man keinen AVE-Anschluss hatte. Das ist leider seit Ende Juni anders.
Das Gesamtticket mit 16 + Ticketing sehe ich weiterhin als sehr preiswert an.
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Re: Aktuelle Preisliste für Monumente in Spanien

Beitrag von maxheadroom » Di 20. Aug 2019, 18:50

chupacabra hat geschrieben:
Di 20. Aug 2019, 09:37
Ich denke auch, dass der Massentourismus erfunden wurde, aber ferner, dass wir aktuell nur die Spitze des Eisberges sehen.------------

Hola todos , leicht OT aber Preiserhöhungen sind ja nur die Folge des Besucheransturms :mrgreen: >:) Massentourismus zieht auch noch andere Geschäftsleute B-) an, bestes Beispiel Barcelona, in der Toruistenstatistik im Zuwachs ebenfalls führend :-o aber auch
Barcelona zieht wie kaum eine andere Stadt in Europa Urlauber an. Etwa 30 Millionen sind es jedes Jahr.
2018 stieg die Zahl der Verbrechen in Barcelona innerhalb eines Jahres um mehr als 17 Prozent an so rasant wie nirgendwo sonst in Spanien. Zehn Morde geschahen,neun Prozent mehr Taschendiebstähle und 35 Prozent mehr Raubüberfälle auf offener Straße.
Da ist man doch froh wenn man noch etwas abseits des gewaltigen "Mainstreams " ist , gottseidank gibt es noch genügend nicht überlaufene Sehenswürdigkeiten und schöne FLeckchen.
Saludos
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Re: Aktuelle Preisliste für Monumente in Spanien

Beitrag von Oliva B. » Di 20. Aug 2019, 20:49

Xanaron hat geschrieben:
Mo 19. Aug 2019, 17:47

Dass nun tatsächlich über den Preis etwas geregelt werden soll/muss ist traurig. Aber wird wohl nicht anders möglich sein. Kultur nur noch für Reiche?
Deshalb mein Gedanke, "sensible" Bauwerke im Interesse der Allgemeinheit und unserer Nachkommen zu schützen, und Zugang nur noch einem bestimmten Personenkreis zu Forschungszwecken, Renovierungsarbeiten etc. zu gewähren. Diese Lösung müsste natürlich für alle verbindlich sein, für Arme genauso wie für Reiche.

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Re: Aktuelle Preisliste für Monumente in Spanien

Beitrag von chupacabra » Mi 21. Aug 2019, 13:09

Nun, dass "Reiche" stets etwas mehr erwerben können als andere oder sich Dinge in der Welt anschauen können, die anderen verschlossen bleiben, liegt irgendwie in der Natur das Sache. Es soll ja sogar Leute gegeben, die mit ihrem Geld schon eine Urlaubsreise auf den Mond gebucht haben.
Selbst in Spanien beschwert man sich ja teilweise schon, dass sich die "reichen" Touristen wie-du-und-ich Dinge anschauen können, die einem normalen Spanier aufgrund der Eintrittspreise schwer zugänglich sind: Die Casa Milà - La Pedrera in Barcelona liegt bspw. zwischen 22,00 und 25,00 EUR. Hier hineinzugehen, werden sich sicherlich auch schon einige aus dem Forum überlegen, vor allem wenn sie zu zweit den Eintritt bezahlen müssten.

Eine differenzierte Vorgehensweise oder Lösung ist sicherlich notwendig (z. B. Schließen für den Normaltourismus). Altamira wurde oben schon angesprochen. Gleiches gilt sicherlich für (ausgewählte) Gräber im Tal der Könige, Galapagos, ... Reine Steinmonumente wie das Colloseum sind sicherlich weniger problematisch. Hier sehe ich bei dem hohen Eintrittpreis das "Abzocken" im Vordergrund.

Zurück zu Spanien oder Anadalusien. Die Alhambra ist sicherlich überlaufen. Hier gibt es aber bezogen auf die Nazarí-Paläste eine Limitierung der Tickets / Besuchszeit, die Mezquita-Catedral in Córdoba oder den Alcázar in Sevilla habe ich zumindest bei meien Besuchen nicht als wirklich überlaufen wahrgenommen.
Saludos chupacabra

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