Spanien ist das zweitlauteste Land der Welt

Ereignisse und aktuelle Geschehnisse aus Politik, Wirtschaft und Umwelt (Klima-, Natur- und Tierschutz) werden hier diskutiert.
Cozumel
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Re: Spanien ist das zweitlauteste Land der Welt

Beitrag von Cozumel »

Ohje, das hört sich ja schrecklich an. Aber ich hoffe es ist ganz vorbei?

Dampfhammer ist natürlich Quatsch, es ist so wie Du es geschrieben hast. :)
HermanG
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Re: Spanien ist das zweitlauteste Land der Welt

Beitrag von HermanG »

Liebe "cozumel",
uns hat es zum Glück nicht betroffen, wir wohnen gut 300 m um die Ecke, mir taten nur die direkt Betroffenen leid, aber "selber schuld", wenn sie das so akzeptieren!
Mit der (neuen) S-Bahn fahre ich nur spät abends, denn die verkehrt praktisch bis Mitternacht. Dabei frage ich mich: hier, wo man erst um ca. 22:00 zu abend isst, fährt der letzte Bus um 22:45, in Wien aber mindestens bis Mitternacht und am Wochenende die ganze Nacht durch. Ist das wieder eine dieser verdammten Allianzen zwischen Stadtbetrieben und Taxlern?

L.G. Hermann
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hundetraudl
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Re: Spanien ist das zweitlauteste Land der Welt

Beitrag von hundetraudl »

Hallo
auch bei uns haben wir gegenüber seit 14 Monaten ein Haus, welches 1 Pool und einen Anbau bekommt. Morgens um 8.00 Uhr fangen die an zu sägen und hämmern. Leider ist der Schall so, dass ich meine die sägen neben meinem Bett. Ohne Fenster zu geht es nicht.
Von dem Staub und Dreck den ich immer im Haus habe gar nicht zu reden. Wie man solange für einen Pool und Anbau brauchen kann ist mir schleierhaft. Ich hatte schon des öfteren "Mordgedanken" gegen diese Krachmacher. Dazu kommt ab 7.00 Uhr das konstante Hundegebell, also richtig toll. :mrgreen: :((
hundetraudl
Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt. (Ringelnatz)
Cozumel
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Re: Spanien ist das zweitlauteste Land der Welt

Beitrag von Cozumel »

Seit 14 Monten? Das ist wirklich lang. Du Arme :*
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Oliva B.
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Re: Spanien ist das zweitlauteste Land der Welt

Beitrag von Oliva B. »

93 Prozent der Spanier sind der Meinung, dass sie in einer lauten Stadt leben, und 91 Prozent meinen, dass die Gesellschaft kein Bewusstsein für das Lärmproblem hat, wie die diesjährige Studie 'GAES-Ruido y audición en España' anlässlich des seit 1995 jährlich stattfindenden internationalen Tag gegen den Lärm, gezeigt hat. Spanien ist immer noch das lauteste Land der EU und nach Japan das zweitlauteste weltweit. Da hat sich seit Jahren nichts geändert.

Auf der Liste der die Krankheitslast vergrößernden Umweltfaktoren (=Gesundheitsrisiken) steht Umweltlärm nach Luftverschmutzung an zweiter Stelle (WHO). Nach einer Schätzung müssen mehr als 9 Millionen Spanier eine Lautstärke von 65 Dezibel ertragen, das ist die Höchstgrenze, die von der WHO empfohlen wird..

Doch welcher Lärm als störend empfunden? 58,8 Prozent der Spanier geben Bautätigkeiten in der Nachbarschaft an. Als nur halb so lästig werden Fiestas und organisierte Abendessen in der Nachbarschaft (28,7 %) oder Verkehrslärm (28 %) wahrgenommen. Ein Müllwagen zu nachtschlafender Zeit kann 70 dB übersteigen. Lärm schlägt auch auf die gute Laune. Nervig empfinden Spanier auch Straßenarbeiten (49,4% ) und Verkehr (24,1 %). 24,8 % der Spanier geben an, wegen des Lärms Schwierigkeiten beim Einschafen zu haben: 27,5 % stören sich an der Musik aus der Nachbarwohnung, 18,8 % am Schnarchen des Partners, 15,4 % fühlen sich durch zu laut eingestellte Fernsehapparate aus den Nachbarwohnungen gestört. Experten plädieren für eine Entfernung von Lautsprechern oder Verstärkern in Diskotheken, Bars oder bei Konzerten, da ein Lärm von 110 dB traumatisch sei.

Auch in Deutschland fühlt sich jeder dritte Bürger tagsüber durch Lärm belästigt und jeder fünfte wird im Schlaf durch Straßen-, Schienen- und/oder Flugverkehr gestört. Dadurch erhöht sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck. Quelle: WHO
Laut Umweltbundesamt (D) verursacht Lärm Stress, stört den Schlaf, beeinträchtigt Konzentration und Kommunikation und kann bei Kindern zu einem verringerten Lernvermögen und (weiteren Schäden führen, wobei die Wirkung nicht nur von der Lautstärke abhängt. Auch die Art des Lärms und die Einstellung des Betroffenen spielen eine Rolle.

Ich bin mit der Meinung, dass während der Hauptreisezeit in Urlaubsgebieten keine lauten Baumaschinen eingesetzt werden dürften und den Urlaubern eine gewisse Ruhe und Erholungswert garantiert werden muss. Allein schon durch die vielen Menschen (die sich in den Mehrzahl tagsüber und auch teilweise nachts außerhalb der Häuser aufhalten) und ihre Fahrzeuge entsteht in den Sommermonaten ein deutlich höherer Geräuschpegel. In Ballungsgebieten (und das sind die Urlaubsgebiete an der Costa Blanca allemal), müsste in der Hochsaison lauter Baulärm (wenigstens zu bestimmten Zeiten) verboten sein, denn es gibt außerdem schon genügend rücksichtlose Anwohner, die mit lauten Maschinen Gärten säubern oder andere geräuschvolle Tätigkeiten vornehmen oder ihre Hunde stundenlang bellen lassen, was (in der Summe) die Gesundheit ihrer Nachbarn beeinträchtigt. Wir haben das Thema "Lärm" schon einmal ausgiebig unter dem Titel Vorbei mit der Ruhe diskutiert. Damals sprach ich mich für eine Reglementierung für den Einsatzes Lärm erzeugender Geräte zu bestimmten Zeiten aus und wurde gescholten, Spanien eindeutschen zu wollen. Doch diese Meinung vertrete ich immer noch.
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Montemar
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Re: Spanien ist das zweitlauteste Land der Welt

Beitrag von Montemar »

Und nicht nur, daß Spanien laut ist, das Völkchen hat auch noch eine Besonderheit des Kommunizierens, denn alle, aber auch wirklich alle um einen Tisch versammelten Personen reden zur selben Zeit und miteinander, und das schöne, es funktioniert auch noch und es regt sich keiner auf und läßt etwa so Sätze hören wie: „Würden/st sie/du mich bitte ausreden lassen“… :lol:

Zumindest in den Gemeinden wie Benissa und Teulada-Moraira gilt bereits seit Jahren ein Verbot für lärmintensive Bauarbeiten in touristischen Zonen während der Sommermonate und ich kann mir auch nicht vorstellen, daß es in anderen Gemeinden anders sein soll! :-?

Bauarbeiten mit Maschinen sind im Gemeindegebiet von Benissa vom 28. Juli bis zum 5. September verboten. Dazu gehören auch vorbereitende Erdbewegungen mit dem Bagger. In den Wohngebieten darf der Lärmpegel durch jedwede Aktivitäte zwischen 8 und 20 Uhr 35 Dezibel nicht überschreiten, von 20 bis 8 Uhr muss er unter 25 dB liegen. Vom 1. bis 28. Juli und vom 6. bis 30. September sind Bauarbeiten auch ohne Maschinen zwischen 20 und 8 Uhr verboten. Und bis zum 15. September dürfen in der Mittagszeit (15-17 Uhr) keine Baumaschinen eingesetzt werden.
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Atze
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Re: Spanien ist das zweitlauteste Land der Welt

Beitrag von Atze »

Montemar hat geschrieben:
Bauarbeiten mit Maschinen sind im Gemeindegebiet von Benissa vom 28. Juli bis zum 5. September verboten. Dazu gehören auch vorbereitende Erdbewegungen mit dem Bagger. In den Wohngebieten darf der Lärmpegel durch jedwede Aktivitäte zwischen 8 und 20 Uhr 35 Dezibel nicht überschreiten, von 20 bis 8 Uhr muss er unter 25 dB liegen. Vom 1. bis 28. Juli und vom 6. bis 30. September sind Bauarbeiten auch ohne Maschinen zwischen 20 und 8 Uhr verboten. Und bis zum 15. September dürfen in der Mittagszeit (15-17 Uhr) keine Baumaschinen eingesetzt werden.
Ups.... Fahrradpflicht im Trappistenkloster? 35 dB wäre ja (von mir errechnet, deshalb möglicherweise falsch) ein PKW in ca 175 m Entfernung.
ein normaler PKW in 10 m Entfernung bringt es jedenfalls locker auf 60 dB, ebenso ein Fernseher in 1 m Entfernung bei Zimmerlautstärke. Eine normale Unterhaltung hat auch 40 - 60 dB.

Wie wäre es, wenn diese Böllerei zu jedweden Feierlichkeiten mal eingeschränkt wird (wir sind in D mit unserem Silvester aber auch kein Vorbild - da hab ich Spanien richtig genossen)
LG Atze

Wenn dereinst die letzte Bohrinsel abgebaut und die letzte Tankstelle geschlossen ist,
werdet ihr feststellen, dass man bei Greenpeace nachts kein Bier kaufen kann.
(Prophezeiung der Cree-Indianer)
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Oliva B.
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Re: Spanien ist das zweitlauteste Land der Welt

Beitrag von Oliva B. »

Naja, Montemar, Wunschtraum und Realität gehen oft getrennte Wege, denn du weißt, Papier ist geduldig.

Nichtsdestotrotz wird Lärmbelästigung schon seit vielen Jahren auch in Spanien als ein gesellschaftliches Problem definiert. Deshalb hat 2002 die Regierung der autonomen Region Valencia das Gesetz "contra la Contaminación Acústica" angeschoben, in dem der Lärmpegel, verursacht durch "Aktivitäten, Verhaltensweisen, Einrichtungen, Fahrzeuge und Maschinen, die zu Unannehmlichkeiten für die Menschen führen kann", an die europäischen Standards angeglichen werden sollte.

Aber wer kennt sich schon in dem Labyrinth der Gesetze und Regelungen aus, gedacht zum Schutz für die Gesundheit der valencianischen Bürger? Diese bieten keine Rechtssicherheit für die Bürger, denn es gibt keine Regel ohne Ausnahme. Gemeinden können sich temporär von diesen Vorschriften befreien, sofern sie einen kulturellen, festlichen, religiösen oder anderen Anlass dafür nachweisen können. Und dann dürfen es nach Gesetz tagsüber gern auch 65 dB (von 8.00 Uhr morgens bis 22.00 Uhr) sein und 55 dB in der Nacht (von 22.00 Uhr bis 8 Uhr morgens), bei Musikveranstaltungen und Feuerwerken sind auch 100 dB gestattet. Damit ist es mit der Nachtruhe definitiv vorbei. MAL, bei örtlichen Fiestas, finde ich das durchaus in Ordnung.

Doch wie sieht es aus mit dem "anderen Anlass"? Ich bin überzeugt davon, wenn ein Bauunternehmer nachweist, dass er den Auftrag verliert, wenn er nicht den Sommer von sieben bis 20 Uhr baggern kann, wird selbst das genehmigt. Oder wie erklärt ihr euch den Lärm, über den flyinair und Cozumel hier geschrieben haben? :-?
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Re: Spanien ist das zweitlauteste Land der Welt

Beitrag von Cozumel »

Hier möchte man eben alles, Touristen und volle Auftragsbücher.

Eigentlich wie gehabt.
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Montemar
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Re: Spanien ist das zweitlauteste Land der Welt

Beitrag von Montemar »

Oliva B. hat geschrieben:Naja, Montemar, Wunschtraum und Realität gehen oft getrennte Wege, denn du weißt, Papier ist geduldig.
Wo kein Kläger, da kein Richter!
Dann darf das Ayuntamiento solche Mitteilungen nicht herausgeben, wenn sie nicht gelten und sich keiner daran halten muß! Da bleibt eben dann nur eins übrig, auch entsprechend Handeln...

Denn meist mieten sich Urlauber in Urbanisationen in den Sommermonaten für teures Geld ein, daß sie abseits von Lärm und Trubel sind und sich nicht stunden-, tage-, wochenlangen Baulärm anhören müssen.
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