(Wissenschaftlich) belegte Daten rund um SARS-CoV-2

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vitalista
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Re: (Wissenschaftlich) belegte Daten rund um SARS-CoV-2

Beitrag von vitalista »

Ich wünsche mir sehr, dass die steile Lernkurve, die wir nach Aussage der Virologin vor uns haben, nicht ganz schnell wieder abflacht, sobald die Krise überstanden ist. Dieser Schuss vor den Bug, den wir gerade bekommen, sollte uns nicht nur zum Nachdenken, sondern auch zum Handeln verleiten.
Wer morgens zerknittert aufsteht, hat tagsüber noch Entfaltungsmöglichkeiten!

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Tessa
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Re: (Wissenschaftlich) belegte Daten rund um SARS-CoV-2

Beitrag von Tessa »

Sehe ich auch so, vitalista!

Hier habe ich noch den Podcast eines Interviews mit der Virologin Prof. Karin Moelling von der Universität Zürich (vorher Max-Plack-Insitut Berlin). Was sie empfiehlt, wird vielleicht Einige verstören, aber ich halte ihre Argumente für sehr aufschlussreich. Insbesondere zum Ende hin gibt sie Empfehlungen, die mir zumindest sehr einleuchten ;)

SARS-Corona 2: »Wir brauchen eine Herden-Immunität und keine Ausgangssperre«

https://www.youtube.com/watch?v=dZ6tZDo ... gD-YiEJoVY
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Eisbär
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Re: (Wissenschaftlich) belegte Daten rund um SARS-CoV-2

Beitrag von Eisbär »

@Tessa:
Dasselbe in Grün, wie von anderen "Aufklärern". Bei dem Punkt, dass die Situation in Italien bereits extrem schlimm ist, wird auf "später" abgelenkt. Ja klar, die Krankenhäuser schaffen das dort ja ohne Probleme... :-o

Hier mal aus meinem Fundus eine sachliche Meinung zum Thema.
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Tessa
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Re: (Wissenschaftlich) belegte Daten rund um SARS-CoV-2

Beitrag von Tessa »

@ Eisbär

Herr Lesch ist jetzt auch Arzt und Virologe! Respekt!

Leider jongliert er aber mit statistischen Zahlen in "falschen" Zusammenhängen. Hier die Antwort eines Users dazu:

"Sie erwähnen einmal kurz die 2000 Toten durchschnittlich laut Statistik
in Italien mit dem kleinen, aber wichtigen Zusatz: abhängig von der
Jahreszeit. Die Steigerung von aktuell 20% leiten Sie jedoch wieder von
der Jahresstatistik, ab was absolut nicht korrekt ist. Wenn Sie das
Winterhalbjahr mit dem letzten in Italien vergleichen ist die Sterberate
nur leicht erhöht. Wenn Sie mit der Sterberate 2017/18 vergleichen, als
das italienische Gesundheitssystem schonmal wegen einer saisonalen
Grippe zusammengebrochen ist, liegen wir sogar aktuell darunter. Die
Demographie, Luftverschmutzung, Antibiotika und Krankenhauskeim-
Resistenzen in allem Italien unter der Weltspitze erwähnen Sie überhaupt
nicht."

(Also der letzte Satz ist wohl etwas unvollständig und holperig, aber ein intelligenter Mensch ist ja in der Lage, den Inhalt trotzdem zu verstehen).

Ich bin jedenfalls sehr besorgt über das, was gerade weltweit so "abgeht", und schaue dabei nicht nur auf das Virus selbst, sondern auch auf das "Drumherum", was es bisher schon bewirkt hat und was danach noch kommen könnte ...

Un saludo
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Re: (Wissenschaftlich) belegte Daten rund um SARS-CoV-2

Beitrag von Rockcrunsher »

Hallo zusammen,
zuerst muss ich mich mal entschuldigen, dass ich ganz am Anfang der Corona-Krise, die Sache selbst auch sehr unterschätzt habe. Es hat sich doch extremer herausgestellt als ich dachte. ^:)^

Doch nun zu:
SARS-Corona 2: »Wir brauchen eine Herden-Immunität und keine Ausgangssperre«

Natürlich gibt es viele Ansätze, solch eine Epidemie/Pandemie auszubremsen.
Sicher kennt ihr noch die früher durchgeführten "Masern-Parties". Da steckte man auch alle Kinder in einen Raum, konnte davon ausgehen, dass sich alle gleichzeitig anstecken und die Masern hatten sich (hoffentlich) schnell erledigt.
Nachdem sich aber rausgestellt hat, dass die Masern gar nicht so ungefährlich waren, als man früher annahm, hat man diese Parties dann unterlassen und sich doch lieber den Impfungen zugewandt.
Die Erzeugung der Herden-Immunität ist allerhöchstens bei wirklich harmlosen Infektionen zu vertreten...und dann braucht man das auch nicht.
Die SARS-CoV-2-Infektion gehört definitiv nicht dazu...wie ein Versuch zur Erlangung der Herden-Immunität aussieht, darf man gerne in Italien beobachten...

Der andere Ansatz ist eben die Ausbreitung so lange wie möglich hinauszuzögern (also Ausgangssperre), um damit eine flachere Kurve der Ansteckung von vielen Menschen zu erreichen. Damit hofft man, dass eben weniger Leute innerhalb kurzer Zeit eine Behandlung brauchen und somit die medizinischen Einrichtungen nicht überfordert werden. Im günstigsten Fall schafft man es innerhalb dieser Zeit, Impfungen (für die noch nicht Infizierten) oder Medikamente (für die schon Kranken) zu entwickelm, um darüber dann die Epidemie abzufangen.

Ich persönlich tendiere auch zu der zweiten Methode, weil gerade die Leute mit hohem Risiko (ältere / Schwächere / Vorerkrankte) dadurch geschützt werden. Beim Ansatz der "Herden-Immunität" will ich gar nicht darüber nachdenken. Was die Dame da vorschlägt, halte ich persönlich für brandgefährlich.

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Eisbär
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Re: (Wissenschaftlich) belegte Daten rund um SARS-CoV-2

Beitrag von Eisbär »

@Tessa:
Also erneut "alles nicht so schlimm" als Argument (per Statistik)? Die Situation in China im Januar/Februar und jetzt in Italien zeichnet ein anderes Bild.

Ja, die "Nebenwirkungen" der Massnahmen sind schlimm. Die Abwägung der Wirkungen und Nebenwirkungen der Massnahmen ist etwas, dass sicher niemand auf die leichte Schulter nimmt. Letztlich geht es darum, Zeit zu gewinnen für die Entwicklung eines Impfstoffes. Wenn selbst ein Präsident Trump und Johnson sich für Massnahmen entscheiden, ist da sicher genug Hirnschmalz hineingegangen.

Professor Lesch ist kein Arzt, er hat aber sicher den entsprechenden Background im Team. Er hat u.a. eine gute wissenschaftliche Ausbildung und arbeitet auch als Wissenschaftsjournalist. Er kann sehr gut wissenschaftliche Erkenntnisse einer breiten Bevölkerung vermitteln, wie er in vielen Vorträgen und Betrachtungen anschaulich gezeigt hat. Dabei ist er sehr kritisch mit dem heutigen Zustand der Welt.
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Atze
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Re: (Wissenschaftlich) belegte Daten rund um SARS-CoV-2

Beitrag von Atze »

Eigentlich braucht man für das Thema kein Virologie zu sein. Nur Statistiker. Die Virologen müssen nur die spezifischen Zahlen liefern. Die stehen aber noch nicht sicher fest.
Grob gesagt, haben wir die Wahl zwischen einem Ende mit Schrecken und einem Schrecken ohne Ende.
Eine vollständige aber dabei auch menschenwürdige Abschottung der "Alten" geht einfach nicht.
Wenn wir das Virus für die Jungen freigeben (was dort auch nicht ohne Opfer bleibt) wird immer ein gewisser Teil zu den Alten durchbrechen.
Wenn wir eine allgemeine Eindämmung anstreben (was ja auch nicht völlig geht) verlangsamen wir die sog. Herdenimmunität.
Boris J. dachte zuerst an die erste Möglichkeit, schwenkte dann aber doch zur zweiten über.
Und so machen es wohl fast alle Länder.
Fragt mich nicht, was richtig ist.

Wenn ich jung und gesund wäre und keine Familie aber dafür Ideale hätte, würde ich erwägen, mich infizieren zu lassen, das unter Kontrolle auszusitzen und das Restrisiko in Kauf zu nehmen.
Und dann meine Arbeitskraft in gefährdeten Bereichen einsetzen.
LG Atze

Wenn dereinst die letzte Bohrinsel abgebaut und die letzte Tankstelle geschlossen ist,
werdet ihr feststellen, dass man bei Greenpeace nachts kein Bier kaufen kann.
(Prophezeiung der Cree-Indianer)

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Re: (Wissenschaftlich) belegte Daten rund um SARS-CoV-2

Beitrag von Tessa »

@ Eisbär:
"Nicht so schlimm" habe ich nicht gesagt ... lasse ich mir auch nicht unterstellen!

Ich sehe aber viele der Verordnungen sehr kritisch: einerseits ist bekannt, dass Bewegung an frischer Luft das Immunsystem stärkt - und nur das leistet dann die wirkliche Abwehr von Krankheitskeimen - andererseits werden die Leute in ihre Häuser und Wohnungen eingesperrt. Einfaches Lüften ist da kein Ersatz! Sicher, die Unvernunft vieler Menschen, die nicht einsehen, dass sie Abstand halten müssen, macht es für jede Regierung schwer, den schmalen Grad zwischen Einschränkung und Bewegungsfreiheit zu finden. Aber drakonische Strafen sehe ich als Willkür an (obwohl ich auch weiß, dass es Leute gibt die nur diese Sprache verstehen).

@ Atze:
Du hast wahrscheinlich Recht mit deiner Einschätzung, und niemand kann wohl definitiv sagen, was das Beste für ALLE wäre. Vielleicht gibt es das auch gar nicht ...

Und was deine letzten Überlegungen betrifft (wenn jung und gesund etc...) so gibt es das anscheinend wirklich schon. Ich hatte von einer jungen Frau in den USA gelesen, die sich mit dem Virus infizieren ließ. Aber wie es immer so ist bei derartigen Meldungen, man erfährt leider nichts über den weiteren Verlauf der Angelegenheit. Da das schon über eine Woche her ist, wäre es ja mal interessant - wenn auch ein Einzelfall - zu erfahren, wie es der Dame inzwischen geht.

Immerhin gibt es inzwischen viele Geheilte, das macht doch Hoffnung!
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Re: (Wissenschaftlich) belegte Daten rund um SARS-CoV-2

Beitrag von sonnenanbeter »

Tessa hat geschrieben:
Di 24. Mär 2020, 18:17
[...] Aber drakonische Strafen sehe ich als Willkür an (obwohl ich auch weiß, dass es Leute gibt die nur diese Sprache verstehen).[...]
Du widersprichst dir ja in einem Satz selbst. Denn NUR für die Leute die NUR diese Sprache verstehen wurden diese drakonischen Strafen eingeführt. Man hat es ja anfangs auch hier in Spanien versucht. Aber alle Appelle an den gesunden Menschenverstand haben sich bei zu vielen Menschen in Schall und Rauch aufgelöst.
Was soll eine Regierung denn dann deiner Meinung nach machen ?

Gruss
Herbert

PS:
Und genau für solche hirnlosen Schwachmaten wie in diesem Video wurden die Strafen ja eingeführt.

https://youtu.be/XVh8tHyJvb0
Lebensstandard ist der Versuch, sich heute das zu leisten, für was man auch in zehn Jahren kein Geld haben wird.

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Eisbär
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Re: (Wissenschaftlich) belegte Daten rund um SARS-CoV-2

Beitrag von Eisbär »

Hallo,
ich habe dir nichts unterstellt, Tessa. Bei dem von dir angeführten Zitat (Quellenangabe "eines Users"), kam es für mich schon ein wenig verharmlosend rüber.

Ja, eine komplette Ausgangssperre ist heftig. In anderen Ländern geht es auch ohne den extremen Zwang und komplettem wirtschaftlichen Shutdown mit den Fallzahlen nach unten (z.B. Schweiz). Bei der bisherigen Rate, könnte die USA schnell an der Spitze der Tabelle stehen (Meine Vermutung: in ca, 4-5 Tagen).

Heute habe ich mir mal ein paar Livestream Webcams aus Amsterdam, Brüssel, London, DE, Österreich, Spanien, USA angesehen, überall das selbe Bild:
Fast leere Strassen, vereinzelt ein paar Fussgänger mit gehörigem Abstand und ein paar einzelne Fahrzeuge. Besonders ungewöhnlich sieht das nun recht leere New York (z.B. Times Square) aus. Das ist beängstigent, aber andererseits scheint es aufgrund des rasanten Anstiegs notwendig.
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