Höllennacht

Das Wetter an der CB: Hitzewellen, Regen, Hagel, Gota fría, Sturm und Schnee
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Oliva B.
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Höllennacht

Beitrag von Oliva B. »

Die lange Hitzewelle ist erst einmal vorbei. Aber als ich gestern Abend gegen 23 Uhr aus dem ebenfalls ungewöhnlich warmen deutschen Sommer kommend in Alicante landete, zeigte unser Autothermometer 30,5 Grad an, als wir um 24 Uhr Benidorm passierten, sogar 32,5 Grad. Als wir eine knappe halbe Stunde später in Benissa ankamen, wurden uns „nur noch“ 28 Grad angezeigt. Es war eine herrliche Nacht. Wir konnten noch ein wenig auf der Terrasse zu sitzen. Die Klimaanlage im Schlafzimmer nutzten wir anschließend nur, um den Raum etwas runter zu kühlen, zum Schlafen brauchten wir sie nicht mehr, da reichten zwei Fenster „auf Durchzug“ völlig aus.

Hitzewellen 2025

Ende Juni rief die staatlichen Wetterbehörde (AEMET) erste Hitzewelle dieses Jahres aus, sie dauert 4 Tage.
“El País“ hat geschrieben:Gestern endete die 16 Tage andauernde Hitzewelle in Spanien. Es war die zweite große Hitzewelle in diesem Sommer, in dem Warnungen wegen Gesundheitsrisiken aufgrund der hohen Temperaturen an der Tagesordnung waren: Seit dem 1. Juni bis zum 18. August gab es nur drei Tage ohne solche Gesundheitswarnungen. Die Tage mit dem höchsten Risiko des gesamten Sommers waren jedoch der vergangene Freitag und Samstag, an denen laut den von EL PAÍS gesammelten Daten die meisten roten Gesundheitswarnungen in Spanien registriert wurden.
El País


Seit 2003 gab es nur 5 „Olas de calor“, die länger als 10 Tage dauerten. (El País)
Der Klimawandel führt laut wissenschaftlichen Berichten und den von der Aemet beobachteten Daten bereits dazu, dass Hitzewellen immer heftiger und länger werden – sie nehmen um drei Tage pro Jahrzehnt zu. Da die Daten für diesen Sommer noch nicht endgültig vorliegen, gehört die Hitzewelle vom August mit einer Dauer von 16 Tagen zu den längsten, die Spanien je erlebt hat. Laut der Datenbank der Aemet, die 1975 angelegt wurde, war von den 76 Hitzewellen, die auf der spanischen Halbinsel und den Balearen seitdem auftraten, die längste Ende Juni und Anfang Juli 2015 mit 26 Tagen. Es folgt eine Hitzewelle im Juli 2022 mit 18 Tagen und zwei weitere (2003 und ebenfalls 2022) mit 16 Tagen. Das bedeutet, dass die Hitzewelle dieses Augusts zu den drei längsten gehören wird, auch wenn die Daten noch vorläufig sind.

El País - übersetzter spanischer Text



Die Begriffe „Äquatoriale Nacht“ und „Höllennacht“ sind im deutschen Sprachgebrauch eigentlich nicht gängig, weil es diese hohen nächtlichen Temperaturen in Deutschland bislang noch nicht gab. Je nach den in der Nacht erreichten Temperaturen verwenden Meteorologen unterschiedliche Begriffe, um die verschiedenen Szenarien der nächtlichen Hitze zu beschreiben. Was ist der Unterschied zwischen diesen Begriffen?

Tropische Nächte
Tropische Nächte sind Nächte, in denen die gemessene Temperatur nicht unter 20 Grad fällt. Laut einer Analyse der staatlichen Wetteragentur hat sich die Zahl der tropischen Nächte in mehreren Städten Spaniens in den letzten 75 Jahren vervierfacht. Der Fortschritt der Klimakrise und die globale Erwärmung sowie der „Heat-Island-Effekt” in Großstädten sind die Ursachen für diese Situation.

Äquatoriale oder heiße Nächte
Der Begriff „äquatoriale Nacht” oder „heiße Nacht” wird verwendet, um Nächte mit Mindesttemperaturen von 25 Grad oder mehr zu bezeichnen. Wie Ärzte warnen, kommt es in solchen Nächten vermehrt zu Schlafstörungen wie Schlaflosigkeit. Und nicht nur das, sondern auch zu erhöhtem Stress, emotionalem Unwohlsein und Reizbarkeit. Darüber hinaus steigen auch die psychiatrischen Einweisungen von Patienten mit Vorerkrankungen.

Höllennächte
Nächte mit Tiefsttemperaturen von 30 Grad werden von der Weltorganisation für Meteorologie als ‚supertropische Nächte‘ definiert oder als ‚Höllennächte‘ bezeichnet.
Früher wurden solche Nächte in asiatischen Ländern registriert, die schwül und tropisch oder äquatorial waren; in Afrika oder zwischen dem Wendekreis des Krebses und dem Wendekreis des Steinbocks waren 30 °C nachts normal; Höllennächte (noches infernales) mit Tiefsttemperaturen von 30 °C kommen in den wärmeren Regionen der Erde immer häufiger vor und werden als „Höllennächte” bezeichnet. Einige Orte auf der Iberischen Halbinsel und den spanischen Inselgruppen verzeichnen seit einigen Jahren solche Nächte. In diesem Sommer gab es schon mehrere Höllenächte in Almería, Málaga, Melilla, Jaén und an mehreren Orten auf den Kanarischen Inseln – und inzwischen eben auch in Benidorm.
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Oliva B.
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Re: Höllennacht

Beitrag von Oliva B. »

Der Klimawandel führt laut wissenschaftlichen Berichten und den von der Aemet beobachteten Daten dazu, dass Hitzewellen immer heftiger und länger werden – sie nehmen um drei Tage pro Jahrzehnt zu. Da die Daten für diesen Sommer noch nicht endgültig vorliegen, gehört die Hitzewelle vom August mit einer Dauer von 16 Tagen zu den längsten, die Spanien je erlebt hat.

Zwischen dem 1. Juni und 18. August gab es nur drei Tage ohne Gesundheitswarnungen. Seit Dienstag entsprechen die Temperaturen wieder der aktuellen Jahreszeit. Eine der sichtbarsten und tragischsten Folgen dieser Hitzewelle sind die Waldbrände. In nur drei Wochen sind mehr als 3.640 Quadratkilometer abgebrannt, eine Fläche von der Größe Mallorcas.

Weniger in den Schlagzeilen ist der signifikante Anstieg der hitzebedingten Sterblichkeit. Die große Hitze gefährdet insbesondere der Schwächsten: ältere Menschen mit Vorerkrankungen, vor allem wenn sie sich nicht in klimatisierten Räumen aufhalten können.
In der Provinz Córdoba werden im Sommer öfter Temperaturen um die 40 Grad erreicht, so dass sich die Bevölkerung an die Hitze gewöhnt hat. Anders sieht es in Galicien, León, Asturien, Kantabrien und Cáceres aus, wo die meisten Haushalte nicht über eine Klimaanlage verfügen.

Auch in Deutschland war man auf die Hitzetage dieses Sommers nicht eingestellt. Da muss in den nächsten Jahren ein beträchtliches Budget für Klimaanalgen in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern und Sporteinrichtungen bereitgestellt werden.
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chris
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Re: Höllennacht

Beitrag von chris »

Dass Absurde daran ist allerdings, dass die Klimaanlagen weiter zum Klimawandel beitragen. Es handelt sich dabei nicht um Geräte, die andere (ggf technisch veraltete) Geräte ersetzen, sondern um zusätzliche Geräte, die es vorher so nicht gab, die also erst einmal hergestellt, dann irgendwann entsorgt und natürlich mit viel Strom betrieben werden müssen, also ein zusätzlicher Verbrauch, den es bisher so nicht gab, und womit das Ziel, die Elektrizitätserzeugung möglichst bald vollständig aus regenerativen Quellen zu schaffen, wieder in weitere Ferne rückt.

Was für ein Ausmaß das hat, das weiß jeder, der bis noch vor ein paar Jahren an heißen Tagen mittags ohne Strom war, weil wieder mal irgendwo ein Trafohäuschen dank der ganzen aktiven Klimaanlagen in Rauch aufging.

Und wenn ich zB die Kinder von der Schule abhole, dann sehe ich selbst bei milden Temperaturen immer mehr derjenigen Eltern, die vor dem Schultor in zweiter Reihe parken (und auch nur, nur weil sie nicht bis direkt ins Klassenzimmer fahren können, damit die Brut nicht einen einzigen Schritt laufen muss), mit laufendem Motor und brüllender Klima. Was wohl die vorherige Generation dazu sagen würde, wenn sie es wüsste? Menschen, die auch im Sommer zu Fuß gingen und kleine Autos ohne Klimaanlage fuhren.

Wir lüften nachts und haben Ventilatoren, die Klimaanlage kommt auch an heißen Tagen nicht zum Einsatz, außer ggf als kleiner Luxus zum Einschlafen, dann aber auf niedrigster Stufe und mit 29º Zieltemperatur während ein bis zwei Stunden.

Es stimmt, dass sich die Sommer wärmer anfühlen, aber ich werde ja auch beständig älter, und irgendwann sitze ich dann wahrscheinlich irgendwo im Schatten mit einem Fächer und einem Glas Eiswasser, welches man mir reicht, aber es muss klar sein, dass jeder Griff zur Fernbedienung der Klimaanlage auch ein weiterer Dreh an den Daumenschrauben unseres Weltklimas ist.

Ausgenommen natürlich, wenn man sich selbst mit regenerativem Strom versorgt, dann kühlt man mithilfe der Sonne den Planeten im Nahbereich.
Saludos,
Chris
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hundetraudl
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Re: Höllennacht

Beitrag von hundetraudl »

Wir sind seit Anfang Juli in Deutschland. Von Hitzewelle keine Spur. Nachts 13 Grad, direkt zum frieren. Dieses Jahr habe ich einmal 15 Minuten die Klimaanlage benötigt, sonst nicht. Wo hier die angebliche Hitzewelle sein soll begreifen ich nicht. Natürlich sah dies in Spanien anders aus.
Es gab nur ein paar Tage in Deutschland in denen es nachts 20 Grad hatte.
Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt. (Ringelnatz)
Solana
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Re: Höllennacht

Beitrag von Solana »

Ich war im Juni in Deutschland. Es war für mich gefühlt waermer als in Spanien. Hier geht zumeist etwas Wind, aber in Deutschland war bzw. ist es absolut windstill. Auch was ich jetzt von den Temperaturen in den letzten Tagen bzw. letzten zwei Wochen dort gehört habe ... Hier in Spanien ist die Hitze für mich viel besser zu ertragen.
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Oliva B.
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Re: Höllennacht

Beitrag von Oliva B. »

chris hat geschrieben: So 24. Aug 2025, 10:52 Dass Absurde daran ist allerdings, dass die Klimaanlagen weiter zum Klimawandel beitragen. Es handelt sich dabei nicht um Geräte, die andere (ggf technisch veraltete) Geräte ersetzen, sondern um zusätzliche Geräte, die es vorher so nicht gab, die also erst einmal hergestellt, dann irgendwann entsorgt und natürlich mit viel Strom betrieben werden müssen, also ein zusätzlicher Verbrauch, den es bisher so nicht gab, und womit das Ziel, die Elektrizitätserzeugung möglichst bald vollständig aus regenerativen Quellen zu schaffen, wieder in weitere Ferne rückt.
[...]
Hallo Chris, ich weiß nicht, ob man so urteilen kann. Ich bin auch nicht für den wahllosen Einsatz von Klimaanlagen und schalte sie auch nur ein, wenn ich kaum noch Luft bekomme... #:-s

Hier in Spanien und ganz besonders auch in Deutschland ist Photovoltaik inzwischen sehr verbreitet. In Deutschland munkelt man, dass der Markt langsam gesättigt ist. Warum sollte jemand, der seinen Strom nicht nur einspeist, um ein paar Cents zu bekommen, die tagsüber gespeicherte Energie nicht nachts verbrauchen, wenn er nicht schlafen kann - ohne sich rechtfertigen zu müssen? Zudem gibt es so viele schlecht isolierte Häuser - da möchte ich nicht eine einzige "Höllennacht" zubringen.

Ich streite nicht ab, dass massenhaft Strom verschwendet wird - und da sollte man mit der Kritik ansetzen. Es sollte aber nicht bei alten oder pflegebedürftigen Personen gespart werden, die bei hohen Temperaturen sprichwörtlich "wie die Fliegen" sterben.

Ich selbst habe im Juli-August an einer Rehamaßnahme in Deutschland teilgenommen. Es stand viel Sport auf der Tagesordnung. Ich habe mich mittags umziehen müssen, weil meine Sachen völlig durchnässt waren. In unserer Rehaeinrichtung, in der sich Patienten mit versch. Handicaps aufhielten, war die Situationen an einigen Tagen völlig unerträglich, so dass die Therapeuten die Stunden abbrechen mussten, weil es keine Klimaanlage gab.
Und deshalb bin ich der Meinung, dass wegen des Klimawandels schnell nachgerüstet werden sollte.
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Re: Höllennacht

Beitrag von Oliva B. »

hundetraudl hat geschrieben: So 24. Aug 2025, 12:27 Wir sind seit Anfang Juli in Deutschland. Von Hitzewelle keine Spur. Nachts 13 Grad, direkt zum frieren. Dieses Jahr habe ich einmal 15 Minuten die Klimaanlage benötigt, sonst nicht. Wo hier die angebliche Hitzewelle sein soll begreifen ich nicht. Natürlich sah dies in Spanien anders aus.
Es gab nur ein paar Tage in Deutschland in denen es nachts 20 Grad hatte.
Hallo Traudl,
das mag eine interessante Beobachtung sein, die für deinen Wohnort in Deutschland zutreffen mag, ich verstehe jedoch nicht, wie du von dieser Einzelbeobachtung zu einem Pauschalurteil gelangst. :-o

Ich war fast 4 Wochen in Deutschland. Schon vor meiner Ankunft am 2. Juli schickte mir eine Freundin ein Foto von ihrem Außenthermometer, worauf 40,4 Grad verzeichnet waren. Und ich weiß, wo das hängt.
Hitze im Juli.JPG
In diesen Tagen werden auch in Nordrhein-Westfalen neue Hitzerekorde mit bis zu 40 Grad Celsius erwartet
Quelle: Erwarteter Hitzerekord in Nordrhein-Westfalen -Ministerin Heinen-Esser: Gerade in den Städten benötigen wir innovative Ansätze zur Klimaanpassung.
Bis es so weit ist, hält sich laut DWD allerdings die schwüle Hitze im Land. Insbesondere im Süden und Osten sind noch einmal Temperaturen von mehr als 35 Grad möglich Ende der Hitzewelle in Sicht - Unwetter drohen Tagesschau v. 14.08.2025 16:02 Uhr
Fakt ist, dass die Anzahl der heißen Tage auch in Deutschland stetig zunimmt.
Wer das abstreitet darf sich getrost zu den sogenannten Klimawandelleugnern zählen :mrgreen:
Als heißer Tag gilt nach der Definition des Deutschen Wetterdiensts (DWD) ein Tag, dessen Temperatur mindestens die 30 Grad Celsius erreicht. Insgesamt schwankt die Anzahl dieser Tage von Jahr zu Jahr stark, es ist jedoch ein klarer Trend zu erkennen.
Auch die Zahl der Tropennächte - Nächte mit Temperaturen von mindestens 20 Grad Celsius - hat zugenommen, sagt Rüdiger Glaser, Professor für Physische Geographie an der Universität Freiburg. In Stuttgart beispielsweise habe es in den Jahren von 1971 bis 2000 keine einzige Tropennacht gegeben. "Mittlerweile gibt es zwischen zwei und fünf Tropennächte pro Jahr und bis Ende des Jahrhunderts werden es 15 sein."
Auszüge https://www.tagesschau.de/faktenfinder/ ... a-100.html
Kleinere Hitze-Peaks verteilten sich über den gesamten Monat, bevor zum Monatsende eine markante Hitzewelle ihren Anlauf nahm.
Quelle: Der Juni 2025
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Oliva B.
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Re: Höllennacht

Beitrag von Oliva B. »

Solana hat geschrieben: So 24. Aug 2025, 14:14 Ich war im Juni in Deutschland. Es war für mich gefühlt waermer als in Spanien. Hier geht zumeist etwas Wind, aber in Deutschland war bzw. ist es absolut windstill. Auch was ich jetzt von den Temperaturen in den letzten Tagen bzw. letzten zwei Wochen dort gehört habe ... Hier in Spanien ist die Hitze für mich viel besser zu ertragen.
Genauso habe ich es auch empfunden. Den Vergleich kann natürlich nur jemand anstellen, der in diesem Sommer in beiden Ländern erlebt hat.
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Re: Höllennacht

Beitrag von globetrotter11 »

Der Temperaturvergleich hinkt. Leider.

Die gefühlte Temperatur hängt maßgeblich von der Luftfeuchtigkeit ab.

In D herrscht, zumindest in den westlichen Landesteilen, das atlantische Kima mit einer höheren Luftfeuchtigkeit vor.

Was im Sommer, im Vergleich zu Spanien, zu schweißtreibendem Klima selbst bei nicht so hohen Temperaturen führt.

Und im Winter zu dem, von uns allen geliebten, nasskaltem Wetter, dass jeder wetterfühlige deutlich an den Gelenken spürt...

Dann lieber eine trockene und heiße oder eine klare und kalte Nacht in Spanien als das Sauwetter in deutschen Gefilden...
„Reisen ist die Sehnsucht nach dem Leben“. (Kurt Tucholsky)
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housecat
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Re: Höllennacht

Beitrag von housecat »

chris hat geschrieben: So 24. Aug 2025, 10:52 Dass Absurde daran ist allerdings, dass die Klimaanlagen weiter zum Klimawandel beitragen.
Ich hab mal ein wenig recherchiert. Offenbar weniger wegen des Stromverbrauchs, sondern eher wegen der eingesetzten Kältemittel. Wie sich jeder denken kann, ist die Rücklaufquote der Kältemittel von ausgedienten Klimageräten erbärmlich. Sprich: es ist eigentlich nur interessant, wie viel davon produziert wird. Früher oder später trägt das bereits produzierte Kältemittel zum Treibhauseffekt bei. So Fluorverbindungen halten bestimmt auch sehr lange weil chemisch sehr stabil. Jährlich sollen es jedenfalls 2 Mio Tonnen weltweit sein, jeweils multipliziert mit dem GWP von 3922 (R404a), 2088 (R410a) oder R32 (675). Für einen Vergleich mit Co2: das sind etwa 38000 Mio Tonnen. Hauptwachstumsmarkt Kältemittel: Asia/Pacific.

Es gibt einen Grund, warum auch R32 ab 2030 in der EU verboten ist: man kann mit R290 (Propan, GWP==3) genau so gut Klimaanlagen und Wärmepumpen befüllen. Ist möglicherweise etwas aufwändiger (höherer Dampfdruck, 8 Bar bei 20° und 14 Bar bei 40°), das mit mit dem "explodierbar" ist wahrscheinlich Unsinn. Und damit die Menschen mit Kälteschein noch was verdienen wird sicher an gesetzlichen Grundlagen gezimmert. Ich habe gelesen, dass für Industriekühlung (Rechenzentrum und so) auch CO2 als Kältemittel geeignet wäre (GWP==1).

Gruß // Housecat
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