Katzenmama hat geschrieben: ↑Fr 17. Jul 2026, 19:04
chris hat geschrieben: ↑Fr 17. Jul 2026, 07:41
Neun Monate Freiheitsstrafe für einen gekündigten Stromvertrag
Du findest es also
nicht ganz in Ordnung, wenn ein Ehemann seiner getrenntlebenden Frau und wahrscheinlich den gemeinsamen Kindern den Stromvertrag kündigt, nur weil er, aus sicherlich sehr guten Gründen, nicht mehr dort wohnen darf?
Oder sind dir 9 Monate Freiheitsentzug für deinen Geschlechtsgenossen zu viel?
Wie viele Monate wären dann nach deiner Meinung gerechtfertigt?
Oder hätte er freigesprochen werden sollen?
Viele Fragen auf einmal, hier die Antworten.
Die Hintergründe sind dir ebenso unbekannt wie mir, ich für meinen Teil erwähnte das auch:
Erst einmal ist nur von einer Scheidung die Rede, ob es gute Gründe gibt oder nicht ist ebenso wenig bekannt, wie die Tatsache, ob die Trennung eventuell sogar aktiv von ihm ausgeht, weil die Frau eine Affäre hat, mit der sie jetzt in der gemeinsamen Wohnung lebt, oder ob sie diese für sich alleine vorübergehend zugesprochen bekommen hat, weil wir in einem Land leben, in dem niemand nach den Details fragt, sondern fest davon ausgegangen wird, dass der Mann sich schon irgendwie durchschlagen und teure Hotelnächte finanzieren kann (weil es keine Männerhäuser gibt, in denen er Schutz findet), während die Frau erst einmal in der gemeinsamen Wohnung bleiben darf. Das wissen wir nicht. Von Kindern ist auch keine Rede, die hast du hinzuerfunden.
Was wir wirklich wissen: Es geht um eine Frau, die in der Trennungsphase die alleinige Nutzung der gemeinsamen Wohnung hat, während der Mann den Strom bezahlt, und sich dann denkt, dass es ein oberschlauer Move wäre, diesen zu kündigen. Nach
wenigen Tagen ohne die uneingeschränkten Annehmlichkeiten des 21. Jahrhunderts war die Situation wieder normalisiert. Die Frau bewohnte das gemeinsame Zuhause alleine mit allen Services, die das moderne Leben dem verwöhnten Menschen so bietet, während der Mann das finanzierte. So langsam sollte er uns sympathisch werden.
Und das Strafmaß?
Neun Monate Haft für eine unglückliche Fehlentscheidung im Kontext eines Rosenkriegs sind natürlich nicht nur zu viel, sondern allein eine Haftstrafe dafür ist
maßlos absurd. Normal wäre es gewesen, den Mann in einem Eilverfahren zur sofortigen Wiederherstellung des Versorgungsvertrags auf seine Kosten zu verklagen und der Frau ein kleines Schmerzensgeld für ein paar Tage ohne Smartphone laden können und warmen Kühlschrank zuzusprechen.
Der
Kernpunkt meiner Aussage, den du so weiträumig wie möglich umschiffst, ist aber ein ganz anderer gewesen.
Was wäre im umgekehrten Fall passiert, wenn die Frau nach ihrem Auszug dem Mann den Strom gekündigt hätte? Neun Monate Frauenknast? Das glaubst du doch selbst nicht. Man hätte wahrscheinlich sogar noch Verständnis geäußert, und trotz absoluter Unkenntnis der Sachlage die Vermutung in den Raum geworfen, sie hätte "sicherlich gute Gründe" dafür. Diese Spaltung der Gesellschaft in gut und böse wird durch die Politik immer weiter vorangetrieben, ein Netzwerk aus Interessengruppen sorgt mit medialer Präsenz dafür, dass bei männlichen Opfern Dunkelziffern Dunkelziffern bleiben, andere Fälle hingegen ins mediale Scheinwerferlicht gezerrt werden, bis auch der letzte Höhlenmensch in Atapuerca versteht, dass alle Männer sadistische, gewalttätige Schweine sind, deren einziger Spaß darin besteht, Frauen zu quälen und umzubringen. Logischer Schluss: je mehr von diesen Horrorgestalten man wegsperrt, umso mehr wird unsere Gesellschaft gesunden.
Vielleicht findest du ja ein entsprechendes Urteil gegen eine Frau, mit der meine Vermutung widerlegt werden kann, dass gerade in Spanien mit zweierlei Maß gemessen wird, wenn es um Konflikte innerhalb der Familie geht.