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Re: Arbeitsaussichten für Jugendliche in Spanien

Verfasst: Sa 2. Okt 2010, 08:46
von Florecilla
Oliva B. hat geschrieben:Die Jugendarbeitslosigkeit (unter 25 Jahren) lag im August 2010

im Euroraum bei 19,8 %,
in Spanien lag sie bei 41,6 %,
in Deutschland bei 8,8 %.
(Stand August 2010)

Wie soll für diese jungen Leute die Zukunft aussehen?
Ich finde es immer schon erschreckend, wie viele Schulabgänger hier in Deutschland keinen Ausbildungsplatz finden bzw. nach der Ausbildung ohne Job sind. Aber wenn man die Zahlen mit Spanien vergleicht, sind die jungen Menschen in Deutschland ja noch richtig "gut dran".

Ehrlicherweise muss ich aber auch gestehen, dass ich als Unternehmer/Arbeitgeber die Einstellung der jungen Leute manchmal etwas - sagen wir mal - verwunderlich finde :-?

Re: Arbeitsaussichten für Jugendliche in Spanien

Verfasst: Sa 2. Okt 2010, 20:14
von Marybell
Florecilla hat geschrieben:

Ehrlicherweise muss ich aber auch gestehen, dass ich als Unternehmer/Arbeitgeber die Einstellung der jungen Leute manchmal etwas - sagen wir mal - verwunderlich finde :-?[/quote]

Das kann ich gut verstehen,mir geht es ähnlich....leider sind das ja die Erziehungsdefizite unserer Generation. Die kids von heute haben echt ein unglaubliches Anspruchsdenken,das ja leider von den Eltern (sprich uns) an die nächste Generation weitergegeben wurde. Und wenn ich so rechts und links gucke wird es eher noch schlimmer. Die Kinder bekommern alles und Arbeitshaltung oder Verzicht sind wirklich Fremdworte.Hier in Spanien werden die Kinder ja vor allem materiell total verwöhnt und "yo quiero" ohne bitte und danke ist total normal.Manchmal sehr schwierig für mich dagegen zu halten....und wie sich das im Arbeitsleben auswirkt ,sehen wir an unseren jungen Aushilfen täglich.

Re: Arbeitsaussichten für Jugendliche in Spanien

Verfasst: Sa 2. Okt 2010, 20:41
von Oliva B.
Marybell66 hat geschrieben:[...]Die kids von heute haben echt ein unglaubliches Anspruchsdenken,das ja leider von den Eltern (sprich uns) an die nächste Generation weitergegeben wurde. Und wenn ich so rechts und links gucke wird es eher noch schlimmer. Die Kinder bekommern alles und Arbeitshaltung oder Verzicht sind wirklich Fremdworte.Hier in Spanien werden die Kinder ja vor allem materiell total verwöhnt und "yo quiero" ohne bitte und danke ist total normal.Manchmal sehr schwierig für mich dagegen zu halten....und wie sich das im Arbeitsleben auswirkt ,sehen wir an unseren jungen Aushilfen täglich.
Nur so viel:
Diesem Anspruchsdenken haben wir, als nunmehr schon etwas ältere Eltern, niemals nachgegeben...
Und von wegen "yo quiero", wo sollen da, bitte schön, noch Wünsche/Träume offen bleiben, wenn sich die Eltern beeilen, alle zu erfüllen?

Re: Arbeitsaussichten für Jugendliche in Spanien

Verfasst: So 3. Okt 2010, 08:29
von Montgo
Zitat Oliva
Nur so viel:
Diesem Anspruchsdenken haben wir, als nunmehr schon etwas ältere Eltern, niemals nachgegeben...
Und von wegen "yo quiero", wo sollen da, bitte schön, noch Wünsche/Träume offen bleiben, wenn sich die Eltern beeilen, alle zu erfüllen?[/quote]

Als damals die "antiautoritäre "Erziehung anfing war mir klar dass das ins Auge gehen musste. Zu dieser Zeit waren meine Kinder klein .2 Jahre der Bub und das Mädchen gerade geboren . Da meine Mutter hin und wieder die Kinder hütete gab es gar keine Diskussion von wegen "ich will"....NEIN war auch ein gewaltiges Wort.Daran hielten wir fest .....Auch Tausch war ein gutes Mittel . wer den Mülleimer rausbringt bekommt 5 Gummibärchen :) da "schleppten" sie zu 2 den Müllbeutel raus . Ich möchte heute kein Kind mehr erziehen müssen #:-s
Eine Anekdote in der Familie :Einer meiner Neffen ,ein später Nachzügler wurde furchtbar verwöhnt ...jedes Tun des verzogenen Balgs mit Blicken kommentiert ..gugg mal der Kleine.
....Der Kleine war gerade mal 5 Jahre und wollte etwas ?? unbedingt haben ..Er bekam tatsächlich nach hunderttausend Erklärungen ein NEIN ....Stellt der sich hin ...zornesrot im Gesicht stampft mit dem Fuss auf den Boden und schreit im Pfälzer Dialekt :.
das will isch und das muss isch han !!!!!
Mir stellen sich heute noch die Haare auf >:)

Re: Arbeitsaussichten für Jugendliche in Spanien

Verfasst: So 3. Okt 2010, 08:48
von Oliva B.
Montgo hat geschrieben:Eine Anekdote in der Familie :Einer meiner Neffen ,ein später Nachzügler wurde furchtbar verwöhnt ...jedes Tun des verzogenen Balgs mit Blicken kommentiert ..gugg mal der Kleine.
....Der Kleine war gerade mal 5 Jahre und wollte etwas ?? unbedingt haben ..Es kam tatsächlich nach hunderttausend Erklärungen ein NEIN Stellt der sich hin ...zornesrot im Gesicht stampft mit dem Fuss auf den Boden und schreit im Pfälzer Dialekt :.
das will isch und das muss isch han !!!!!
Mir stellen sich heute noch die Haare auf >:)


Und was ist aus dem, ähmm, sagen wir mal "höchst zielsicheren" Wonneproppen geworden?

Jugendarbeitslosigkeit in Spanien

Verfasst: So 3. Okt 2010, 09:14
von Akinom
:-o
Das ist ja wirklich grass mit der Jugendarbeitslosigkeit in Spanien.

Da liegt D ja richtig gut - aber das beobachte ich jedes Jahr, dass bei uns z.B. in Baden-Württemberg immer noch Ausbildungsplätze angeboten werden.(d.h. kurz vor dem Ausbildungsbeginn)
Also wer will, bekommt einen Platz - sicher es ist nicht immer der gewünschte Beruf und 1 Jahr kann man ja auch überbrücken z.B. mit einem FSJ.
Mein Mann sagt immer, er wollte vor nun 35 J. auch etwas anderes lernen, aber er hat halt den Ausbildungsplatz zum Fernsehtechniker nur bekommen. Er hat sich da auch eingearbeitet und seinen Beruf gut u. gerne bis heute gemacht.(ok - die Folgen des schweren Tragens sind heute sehr deutlich :sad: )

In Spanien gibt es ja keine richtigen Ausbildungsberufe(hatten wir hier schon mal!) - das könnten sie ja auch mal in Angriff nehmen - die Jugendlichen hätten eine fundierte Ausbildung u. wären von der Straße u. hätten ein wenig Geld. ;-)

Re: Arbeitsaussichten für Jugendliche in Spanien

Verfasst: So 3. Okt 2010, 09:18
von Akinom
:d
Hab meinen Beitrag zu diesem Thema in den anderen Themenbereich gestellt - kann man das verschieben -bitte liebe Oliva/Florecilla ;;)

Re: Arbeitsaussichten für Jugendliche in Spanien

Verfasst: So 3. Okt 2010, 10:59
von Montgo
Oliva B. hat geschrieben:
Montgo hat geschrieben:Eine Anekdote in der Familie :Einer meiner Neffen ,ein später Nachzügler wurde furchtbar verwöhnt ...jedes Tun des verzogenen Balgs mit Blicken kommentiert ..gugg mal der Kleine.
....Der Kleine war gerade mal 5 Jahre und wollte etwas ?? unbedingt haben ..Es kam tatsächlich nach hunderttausend Erklärungen ein NEIN Stellt der sich hin ...zornesrot im Gesicht stampft mit dem Fuss auf den Boden und schreit im Pfälzer Dialekt :.
das will isch und das muss isch han !!!!!
Mir stellen sich heute noch die Haare auf >:)


Und was ist aus dem, ähmm, sagen wir mal "höchst zielsicheren" Wonneproppen geworden?
Er hätte eigentlich den elterlichen Supermarkt in B.... an der Weinstrasse übernehmen und weiterführen sollen ....inzwischen ist er Band-Leader einer erfolglosen Musicgruppe Gruppe...gehört einer noch erfogloseren Sekte an ...das ist alles was ich an Info habe...bin auch nicht erpicht mehr zu wissen >:) :mrgreen:

Re: Arbeitsaussichten für Jugendliche in Spanien

Verfasst: So 3. Okt 2010, 12:27
von Florecilla
Montgo hat geschrieben:Als damals die "antiautoritäre "Erziehung anfing war mir klar dass das ins Auge gehen musste.
Ich kann mich erinnern, dass meine Eltern Bekannte hatten, deren Kinder "antiautoritär" erzogen wurden. Bei denen ging zu Hause immer die Post ab. "Ich will" oder "ich will nicht" waren da noch harmlose Erscheinungsformen. Die Kinder konnten tuen und lassen, was sie wollten und das machte auch vor der Zerstörung von Wohnung und Einrichtung keinen Halt ... die "Kleinen" sollten sich ja frei entfalten.

Dummerweise verwechselten damals wohl viele Eltern die antiautoritäre Erziehung mit dem "Laissez-faire-Stil", bei dem die Kinder sich mehr oder weniger selbst überlassen wurden, die Erziehungsberechtigten sich passiv und somit eher antipädagogisch verhalten.

Der Grundgedanke der antiautoritären Erziehung in seinem ursprünglichen Verständnis ist in meinen Augen ein Erziehungsstil, der - korrekt praktiziert - zu befürworten ist. Kinder sollen sich zu selbstbewussten, kreativen, gemeinschafts- und konfliktfähigen Persönlichkeiten entwickeln. Alexander Summerhill, der als einer der Begründer dieses Erziehungsstils gilt, verfuhr nach dem Prinzip "freie Erziehung", aber nicht "frei von Erziehung". Regeln müssen sein, dürfen die Kinder in ihrer Entfaltung aber nicht einengen. Dieses Erziehungsprinzip wurde in den 1960er Jahren von der Studentenbewegung und anderen Verbänden aufgegriffen und neu interpretiert. Dies führte dann offensichtlich zu den oben geschilderten Erscheinungsformen.

Zurück zum hier und jetzt: Ich selbst habe zwar keine Kinder und kann mir laut Aussage von einigen, mir bekannten Eltern angeblich deshalb keine Meinung zum Thema Kinder und Erziehung erlauben. Aber ich habe tagtäglich mit den Ergebnissen der Erziehung "meiner Generation" zu tuen. Und da kann man bei den jungen Menschen recht schnell feststellen, wie das Elternhaus "tickt". Mein Eindruck ist, dass es - grob gesagt - zwei Gruppen von jungen Erwachsenen gibt. Gruppe 1 hatte zu Hause klare Regeln. Ihr wurde Benehmen, Respekt, zielorientiertes Verhalten, ein gesundes Maß an Selbstbewusstsein und Teamfähigkeit vermittelt. Gruppe 2 stellt sich immer selbst in den Mittelpunkt und scheint von den Eltern "wertfrei" erzogen worden zu sein. Alle Werte und Charaktereigenschaften, mit denen man es im Leben zu etwas bringt, wurden nicht vermittelt. Diese Jugendlichen sind offensichtlich "erziehungsresistent".

Ich weiß, dass meine Worte relativ "hart" klingen und ein schwarz-weißes Bild malen. Sicherlich darf man nicht vergessen, dass es jede Menge Grautöne gibt und heutzutage die Eltern nur einen Teil des Einflusses ausmachen, dem ein Kind ausgesetzt ist. Medien, Computer, Schule, soziales Umfeld usw. haben heute einen wesentlich höheren Einfluß als vor 20 oder 30 Jahren. Das Erwachsenwerden ist für die Kinder und Jugendlichen ganz sicher nicht leichter geworden. Ich weiß nicht, ob ich heute Kind sein wollte ... aber das hat wohl jede nachfolgende Generation gesagt, denn früher war ja immer alles besser :)

Entschuldigt ... es ist ein bisschen mit mir durchgegangen :oops:

Re: Arbeitsaussichten für Jugendliche in Spanien

Verfasst: So 3. Okt 2010, 13:01
von Akinom
:-D
Hallo Florecilla,

mit Sicherheit kannst Du durch die erlebten "Ergebnisse" sehen wie ein Jugendlicher bzw. junger Erwachsener erzogen wurde, bzw. welche Erziehung er genossen(od. auch nicht) hat.

Nun, ich habe 3 Kinder, inzwischen 18 - 25 J. - alle drei grundsätzlich verschieden - bis auf den Ersten habe ich meine Erziehungsmethoden ziehmlich gleich gestaltet u. trotzdem sind die Ergebnisse grundverschieden.
Beim Ersten hatte ich noch Vollzeit arbeiten müssen - Erzieherin, Kindergartenleiterin - da will man alles besonders richtig u. perfekt machen. Dabei geht vieles in die "Hosen" (könnte unendlich viele Beispliele nennen) oft ist eine Erziehung vom normalen Verstand her viel besser als alle pädagogischen Ideen usw.

Als ich noch keine Kinder hatte u. die Mütter beim Abholen ihrer Kinder beobachtete, sagte ich immer: so würde ich mich nie verhalten - von wegen, manchmal verhält man sich so, weil es nicht anders geht. Musste ich später selbst feststellen. ;-)