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Re: Ohne aktuelle Nachrichten leben?

Verfasst: Mi 28. Jan 2026, 19:58
von Katzenmama
Sind die komplett uninformierten Menschen (was m. E. nur auf einer einsamen Insel ohne Internet / Starlink möglich ist) dann irgendwann die Menschen, die von "allem nichts gewusst haben"?

Ich frage für eine Freundin. :-D

Re: Ohne aktuelle Nachrichten leben?

Verfasst: Do 29. Jan 2026, 10:41
von chris
Wie wird man denn zu einem "komplett informierten" Menschen? Das frage ich für einen Freund.

Ich habe meine Beweggründe sehr dezidiert aufgelistet, und zusammengefasst kann man meiner Meinung nach mit Nachdruck sagen, dass selbst einst seriöse Medien keine Anstalten mehr machen, neutral und vollständig zu informieren. Es wird zensiert, gefiltert und tendenziös berichtet. Es wird uns gesagt, worüber wir uns aufregen müssen, und worüber wir uns nicht aufregen dürfen, weil es das nicht gibt, weil es das nicht geben darf.

Dabei habe ich gar nicht nur die Politik im Auge, sondern zum Beispiel auch, dass man allein mit Elektroautos aus der Klimakrise herausfahren könnte. Ohne große gesellschaftliche Umbrüche meist "back to the roots" mit einer erheblichen Reduzierung der Notwendigkeit, ein Fahrzeug im Alltag überhaupt benutzen zu müssen, das wäre nämlich eine Großbaustelle. Und da trommelt man lieber für Wärmepumpen und Batterieautos, das hochgejubelte Feigenblatt, das den Klimawandel leicht verschleppt, auf jedenFall bis nach der nächsten Wahl.

Ich habe schon seit langem nicht mehr den Eindruck, dass ein Mensch, der sich in der Tagespresse zu informieren versucht, wirklich informiert ist. Vielmehr wird er in einer journalistischen Blase gefangen gehalten, die die "richtige" Meinung und die dazu passenden Fakten gleich mitserviert und alles andere ausblendet.

Vielleicht sind die "komplett uninformierten" Menschen diejenigen, die eigentlich am besten informiert sind, weil sie sich auf die für sie wichtigen Sachen konzentrieren und darüber nachdenken, anstatt hinter den Stimmungsmachern in Politik und Redaktionen unreflektiert herzulaufen. Und spätestens nach dem Lesen dieses Beitrags können die Freundinnen und Freunde der Tagespresse hinterher nicht mehr sagen, sie hätten von allem nichts gewusst.
;;)

Re: Mittelmeer-Plastikmüll landet im Magen

Verfasst: Do 29. Jan 2026, 10:46
von Atze
housecat hat geschrieben: Sa 24. Jan 2026, 11:32 .....
In den letzten Jahren frage ich aber mich öfter: wie haben die das nur in der Aufklärung hinbekommen, die im Barock so populären Meinungen mit rationalen Argumenten zu überwinden. Na gut, damals gab es keine sozialen Hetzwerke, aber einen Medien-getriebenen gesellschaftlichen Umbruch (Buchdruck) gab es ja damals auch. Um den Forenbezug nicht zu verlieren: gerade in Spanien mit seinen streng an der katholischen Kirche ausgerichteten Geschichte dürfte das mit der Rationalität schwierig gewesen sein. Google spuckt dazu https://es.wikipedia.org/wiki/Ilustraci ... spa%C3%B1a aus. So einen langen Artikel hätte ich nicht erwartet und dafür reicht mein rudimentäres Spanisch auch gar nicht.
Mein Spanisch würde noch weniger reichen. Aber ich finde die Übersetzung in meinem Handy gut. Wie auch den Artikel selbst.
Besonders wichtig fand ich die Feststellung, dass die "Aufklärung" sich nicht auf den "Gesunden Menschenverstand" stützen konnte, sondern fast immer den Gedanken einiger Weniger entsprang.
Doch fußte die Möglichkeit, überhaupt so differenziert zu denken, nicht neu aufgekommenen "Geistesblitzen", sondern war das Ergebnis einer langen Reihe von Vordenkern aus dem so oft verrufenen Mittelalter.
Ein mächtiger Antrieb waren die immensen Unklarheiten in der christlichen Lehre. Anders als im Islam, der in seinen Aussagen und Gesetzen ungleich fester gefügt waren (der Koran war schließlich Gottes unmittelbares Wort), bestanden im Christentum auf Grund der unterschiedlichen, unklaren und oft widersprüchlichen Quellen immer wieder Anstöße, über die Welt und deren Ende nachzudenken.
So entwickelte sich die Scholastik mit ihrem zum Teil spitzfindigem Denken und einem Diskussionsstil, der auch Zweifeln Raum gab.
Allerdings war die Scholastik zu sehr in ihren theoretischen Diskussionen verfangen. Erst als Beobachtungen und naturwissenschaftliche Experimente und deren Bewertung dazu kamen, konnte die "Aufklärung" starten.
Übrigens nicht erst im Barock, sondern schon in der Renaissance.

Re: Ohne aktuelle Nachrichten leben?

Verfasst: Do 29. Jan 2026, 11:40
von baufred
@housecat .... Danke für den Link >:d< ...

... 'ne übersichtliche und transparente Darstellung der Geschichte u. Einflüsse auf die illustrierten Interpretationsformen der Gesellschaft des 18. Jhdts in Spanien ...

>> gleich als PDF abgespeichert zur speziellen Vokalarbeit :> ...