Inflation auf dem Immobilienmarkt - Panikmache?

Preisentwicklung, rechtl. Voraussetzungen, Kataster, Grundbuch, Genehmigungen etc.
rainer
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Re: Inflation auf dem Immobilienmarkt - Panikmache?

Beitrag von rainer »

Taifun36 hat geschrieben: ...Ich habe - wie in meiner Reaktion zu lesen war - mich auch mit dem spanischen markt befasst.
Ich bin seit 2008 immer tiefer in der Finanzkrise drin.

.... (Ich selber habe das ganze Spiel auch erst in den letzten 3 Jahren mehr
und mehr verstanden)....
Was ist denn (dir?) da passiert, das dich jetzt so auf die Barrikaden treibt?
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Florecilla
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Re: Inflation auf dem Immobilienmarkt - Panikmache?

Beitrag von Florecilla »

sol hat geschrieben: wieso kann "Die Welt" Zitate bringen, fast haargenau, ohne auf die Quellen hinzuweisen :-?
Aber die Quelle ist doch genannt: "Entsprechend euphorisch bewerten etliche Besitzer im deutschsprachigen Costa-Blanca-Forum im Internet den Paramount Park."

Oliva B. hat geschrieben:Wie empfindet ihr die Entwicklung auf dem Immobilienmarkt vor eurer Haustür? Was habt ihr gehört, gesehen oder selbst erlebt?
Das Thema haben wir ja bereits häufiger angesprochen. Nach wie vor bin ich der Meinung, dass Immobilien in vernünftiger Qualität und guter Lage in Küstennähe kaum vom Preisverfall betroffen sind. Objekte, die schon älter sind oder einen offensichtlichen Renovierungsstau haben, sind zwar preisgünstiger zu bekommen, aber m. E. immer noch weit vom Schnäppchenniveau entfernt. Das ist zumindest der Eindruck, den der Blick in die Schaufenster der Immobilienmakler und auch diverse Besichtigungen hier in Denia vermitteln.
Saludos,
Florecilla (Margit)


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Oliva B.
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Re: Inflation auf dem Immobilienmarkt - Panikmache?

Beitrag von Oliva B. »

Florecilla hat geschrieben:Das Thema haben wir ja bereits häufiger angesprochen.
Ich weiß, ich weiß.... ;)

Aber ich konnte doch nicht an einem Artikel von die Welt vorbeigehen, in dem der Wirtschaftsjournalist Richard Haimann gleich zwei Zitate aus unterschiedlichen Rubriken unseres Forums verwendet hat, selbst wenn sie aus dem Zusammenhang gerissen waren.

Auch der in dem Artikel enthaltene Link zur Website des Rückkehrer-Ehepaars Jochen führte ins Leere. Ich dachte schon, sie wäre wegen der vielen Zugriffe nicht erreichbar, :lol: aber sie war offenbar nur falsch verlinkt. :mrgreen:

Andererseits sollte dieses Thema wichtig genug für uns alle sein, um es immer wieder aufs Neue in den Fokus zu rücken.

Um auf meine eigene Eingangsfrage zurückzukommen:
Auf unserer Straße ist seit einigen Jahren ein einziges Haus zu verkaufen, an dem seit 30 Jahren nichts mehr getan wurde. Offenbar stimmt der Verkaufspreis nicht.

Zwei Bekannte suchen seit einiger Zeit in unserer Gegend nach einem gepflegten Objekt mit Meerblick, sind aber noch nicht fündig geworden, obwohl sie bereit sind, einen angemessenen Preis zu zahlen. "Schrottimmobilien", so versichern beide unabhängig voneinander, sind in ausreichender Zahl auf dem Markt.
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Florecilla
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Re: Inflation auf dem Immobilienmarkt - Panikmache?

Beitrag von Florecilla »

Oliva B. hat geschrieben:Aber ich konnte doch nicht an einem Artikel von die Welt vorbeigehen, in dem der Wirtschaftsjournalist Richard Haimann gleich zwei Zitate aus unterschiedlichen Rubriken unseres Forums verwendet hat, selbst wenn sie aus dem Zusammenhang gerissen waren.
... und ich wollte ja nur darauf aufmerksam machen, dass ich deine Links brav gelesen habe :*

Nein, im Ernst, diesen und andere Artikel über den Preisverfall auf dem Immobilienmarkt in Spanien finde ich für nicht informierte Leser oftmals sehr irreführend. Man liest von bis zu 50%igen Preisreduktionen, aber ich vermisse hier die qualitative und regionale Differenzierung, denn man sollte meinen, dass heute überall Luxusvillen für kleines Geld zu haben sind und wenn man nur noch ein bisschen wartet, sich jeder den Traum vom Haus unter Spaniens Sonne verwirklichen kann. Objekte ab einem bestimmten Preisniveau verlieren - wenn überhaupt - nur wenig an Wert, denn meist haben es die Eigentümer nicht nötig, mit aller Gewalt und unter Wert zu verkaufen. Sicherlich ist immer ein bisschen Verhandlungsspielraum einkalkuliert, aber grundsätzlich von 30 bis 50 % Nachlass auszugehen, ist ganz bestimmt nicht richtig.

Die als Schnäppchen angebotenen stark reduzierten Objekte sind eben doch meist die von Elke bereits genannten "Schrottimmobilien" - zumindest ist das meine Erfahrung hier vor Ort.
Saludos,
Florecilla (Margit)


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Re: Inflation auf dem Immobilienmarkt - Panikmache?

Beitrag von Josefine »

Hallo Florecilla,

ich denke, diese viel beschriebenen 50%-Abschläge kommen auch manchmal so zustande:
Meine Ex-Kollegin, die öfter in einer hochpreisigen Villa Urlaub macht, erzählte mir davon. Diese Villa soll verkauft werden. Der Besitzer wollte zuerst über 700.000 EUR dafür haben. Ergebnis: Es fand sich kein Käufer für den Preis. Inzwischen wird sie für 398.000 EUR angeboten, auch schon monatelang.
Ich fand, diese 700.000 EUR sind total überzogen gewesen. Das merken natürlich auch die Kaufinteressenten. Da haben die Besitzer einfach eine falsche Preisvorstellung. Die Zeiten, wo man einen dicken Reibach machen konnte, sind definitiv vorbei.

Grüsse :)
Josefine
Gruß Josefine :)
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Re: Inflation auf dem Immobilienmarkt - Panikmache?

Beitrag von TorreHoradada »

Oliva B. hat geschrieben: Auch der in dem Artikel enthaltene Link zur Website des Rückkehrer-Ehepaars Jochen führte ins Leere. Ich dachte schon, sie wäre wegen der vielen Zugriffe nicht erreichbar
Hab mal dieses gequotet aber auch in anderen Post ist es falsch übernommen. Dieses Ehepaar heißt Karin und Jochen Dahm und über dessen Blog haben wir auch einen Thread. Das sind die, die das Centro de Salut für ihre Krankheiten verantwortlich machen und die Schuld nicht bei sich selber suchen.

Die Recherche des Welt-Journalisten beläuft sich ja wohl nur ausschließlich auf das Internet. Unter gutem Journalismus bin ich etwas anderes gewohnt und erwarte auch mehr als sich auf zwei Internetquellen eine objektive Meinung zu bilden.

Das meiste wurde ja auch bereits in den vorherigen Posts geschrieben. Deshalb erspare ich mir hier die vielen Zitate und möchte nur noch partiell ergänzen und, da nach meiner Erfahrung / Meinung gefragt auch, entsprechend meine Beobachtungen / Erkenntnisse / Erfahrung zu dem Thema schreiben.

In unserer Region ( aus der Minderheit des Südens hier ;) ) war der Preisverfall direkt an der Küste pauschal sehr moderat. Die meisten Häuser, die in den 1990er Jahren gebaut wurden, haben kaum an Wert verloren. Lediglich die ab ca. Mitte 2000 gebauten Quadros und Apartements sind deutlich in den Keller gegangen.

Vielleicht ist auch Wandel, der sich in dieser Zeit bis heute vollzogen hat, der "Bevölkerung" interessant. Waren es bis Mitte der 1990er Jahre überwiegend Spanier und nächste Gruppe Deutsche gefolgt und Engländern und Skandinaviern, änderte sich dieses relativ schlagartig auf folgende Reihenfolge: Engländer, Spanier, Südamerikaner, Deutsche, Skandinavier, Russen.
Nach dem Platzen der Immo-Blase erfolgte wiederum eine Durchmischung in Spanier, Engländer, Russen, Deutsche, Skandinavier. Wie man sieht kauften generell in den letzten knapp 20 Jahren weniger Deutsche dafür wieder mehr Spanier und viele Osteuropäer. Die Südamerikaner lasse ich einmal aussen vor. Obwohl soviele WOK-Tempel und Chino-Läden hält sich der Anteil an der Bevölkerung in Grenzen.
Das wird sich auch innerhalb kürzester Zeit wieder ändern. Denn Torrevieja setzt voll auf den russischen Markt. Mittlerweile wird schon in russisch ausgeschrieben und auch sprachlich hört man immer mehr slavische Laute.
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Re: Inflation auf dem Immobilienmarkt - Panikmache?

Beitrag von Range »

Hallo zusammen

Einige Meinungen kann ich gem. einem renomierten Makler vor Ort bestätigen. So seien gut unterhaltene Immos in akzeptabler Umgebung noch immer Mangelware. Lediglich Gheto-und Boombauten seien infolge schlechter Bausubstanz und Lage schwer bis gar nicht an den/die Mann/Frau zu bringen. Nach seinen Aussagen würden wir den damals bezahlten Preis inkl. Investitionen z.Z. wieder erhalten, wobei es zu erwähnen gilt, es war damals ein Notverkauf. In wie weit sich seine Aussagen bestätigen würden, würde nur ein Verkauf an den Tag bringen, somit kann ich lediglich seine Meinung wiedergeben und diese weder bestätigen noch dementieren. Infolge seiner langjährigen Marktpräsenz gehe ich jedoch davon aus, dass er doch den momentanen Markt am besten beurteilen kann.


Gruss an alle Range (Heinz)
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Re: Inflation auf dem Immobilienmarkt - Panikmache?

Beitrag von Josefine »

Range hat geschrieben:Hallo zusammen

Einige Meinungen kann ich gem. einem renomierten Makler vor Ort bestätigen. So seien gut unterhaltene Immos in akzeptabler Umgebung noch immer Mangelware. Lediglich Gheto-und Boombauten seien infolge schlechter Bausubstanz und Lage schwer bis gar nicht an den/die Mann/Frau zu bringen.
Ich finde, so richtig verallgemeinern kann man das wohl nicht.
Es kommt ja auch auf die Käuferschicht an, ist sie finanzkräftig, dann nimmt sie ggf. die freistehende Villa. Aber auch davon wird reichlich angeboten.
Ich habe mal spaßeshalber bei Kyero die Preislage zwischen 200.000 und 300.000 EUR mit mind. 3 Schlafzimmer und
mind. 2 Bäder eingegeben und zwar die Region Alicante (CB), d.h. also die nördl. und die südliche CB.
Da werden 131 Seiten angezeigt. In dieser Preislage dürfte es ja eigentlich kein Schrott sein.
Aber wird es soviel Käufer geben? :?:

Dann habe ich mal für die nicht so finanzkräftige Käuferschicht, bzw. die Käuferschicht, die nicht soviel Geld hier in Spanien in Immos anlegen will, eingegeben. Auch da werden ja noch Umsätze getätigt.
Ich habe also eingegeben: kein Haus, sondern eine Wohnung, Preis bis 100.000 EUR, mind. 2 Schlafzimmer und 2 Badezimmer. Da werden mir dann 31 Seiten aufgezeigt.

Grüsse :)
Josefine
Gruß Josefine :)
Range
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Re: Inflation auf dem Immobilienmarkt - Panikmache?

Beitrag von Range »

Hallo Josefine

Da darf und muss ich Dir recht geben, habe deshalb lediglich die Meinung des Maklers wieder gegeben und den Grund dafür ebenso dargelegt. Bei dem Angebot müsste ich ja direkt auf den Handel und könnte dann erneut aus eigener Erfahrung berichten.

Es grüsst freundlichst und wünscht einen schönen Abend

Range (Heinz)
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Re: Inflation auf dem Immobilienmarkt - Panikmache?

Beitrag von Florecilla »

Josefine hat geschrieben:Ich habe mal spaßeshalber bei Kyero die Preislage zwischen 200.000 und 300.000 EUR mit mind. 3 Schlafzimmer und mind. 2 Bäder eingegeben und zwar die Region Alicante (CB), d.h. also die nördl. und die südliche CB.
Ganz ehrlich, Josefine? Hier an der nördlichen Costa Blanca (etwa zwischen Altea und Denia) bekommst du für das Geld kein vernünftiges freistehendes nicht zu altes Haus in Küstennähe und mit Meerblick, welches nur wenig Renovierungsstau hat. Reihenhäuser, Häuser in Gemeinschaftsanlagen oder Wohnungen findet man in der Preisklasse aber sehr wohl und mit ein bisschen Glück auch günstiger.

Hier habe ich im letzten Jahr meine Immo-Schnäppchentour beschrieben. Es ging um Objekte in Denia bis 200.000 Euro und glaub mir, keines der Häuser oder Wohnungen hätte ich im Ernstfall beziehen mögen.
Saludos,
Florecilla (Margit)


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