maxheadroom hat geschrieben: ↑So 3. Mai 2026, 12:51
Prinzipiell ist die Leuchte keine schlechte Idee,aber leider noch nicht ganz ausgegoren.
Doch, leider ist sie eine schlechte Idee eine sehr schlechte sogar.
Für die bessere Lesbarkeit arbeite ich beim Zitieren ausnahmsweise nur mit Farben.
Erhöhte Sicherheit: Die Leuchte wird magnetisch auf dem Autodach platziert, ohne dass der Fahrer das Fahrzeug verlassen muss. Dies senkt das Risiko, beim Aufstellen eines Warndreiecks überfahren zu werden, erheblich.
Menschen wurden anfangs animiert, deswegen im havarierten Fahrzeug zu verbleiben, was in vielen Fällen ein extrem erhöhtes Risiko ist. Es gilt nach wie vor: wenn möglich das Fahrzeug verlassen und hinter der Leitplanke in Sicherheit bringen, denn es erhöht das Todesrisiko ungemein, wenn man in einem notdürftig abgesicherten Fahrzeug auf einer Schnellstraße verbleibt.
Bessere Sichtbarkeit: Das gelbe Blinklicht ist auch bei schlechtem Wetter oder Dunkelheit aus großer Entfernung sichtbar.
Es gibt Videos, in denen zu sehen ist, dass man den normalen Warnblinker besser wahrnimmt als die Latüchte.
Ich habe als einer der Wenigen dann auch darauf geachtet, eine Leuchte mit Standfuß zu kaufen, damit sie über die Dachreling herausragt, sonst wäre die Sichtbarkeit noch erbärmlicher.
Außerdem: ein Warndreieck kann man vor Kurven und Kuppen aufstellen, die V16 nicht, die klebt auf dem Auto, egal wie wenig die Unfallstelle einsehbar ist.
Fun fact: Spanien hat vor vielen Jahren aus genau diesem wichtigen Grund sinnvollerweise das zweite Warndreieck zur Pflicht gemacht, eins für die Absicherung in sicherer Entfernung an geeigneter Stelle und das zweite für direkt hinter dem Auto. Bzw bei Gegenverkehr: eins für jede Fahrbahnseite, aber immer an geeigneter Stelle, wo es von weit weg gut sichtbar war.
Und: ein Dreieck funktioniert immer, eine Leuchte mit leerer Batterie macht keinen Mucks.
Schnellere Hilfe: Durch die integrierte GPS-Ortung und Verbindung zur DGT (spanische Verkehrsbehörde) wird der Standort der Panne direkt übermittelt, was die Rettungskette beschleunigen soll.Eigentlich keine schlechte Idee,wird aber leider von den pfiffigen Kriminellen schon ausgenutzt.
Auch so ein schlechter Scherz, es ist ja wohl nicht ganz unerheblich, um was für einen Unfall es sich handelt. Welche Fahrzeuge? Personenschäden? Wie viele sind betroffen? Gefahrgut? Wer noch in der Lage ist, eine Leuchte aus dem Handschuhfach zu kramen, diese zu aktivieren und durchs offene Fenster auf dem Dach festzuklippen, der hätte in derselben Zeit besser den Notruf gewählt und (incl Handyortung) die Details durchgegeben, ohne die ein Rettungseinsatz überhaupt nicht koordiniert stattfinden kann.
Bei uns stand vor einigen Wochen ein nicht fahrtüchtiges Fahrzeug auf der Straße vor dem Haus, und um nichts zu riskieren, hat der Besitzer die Blinkleuchte draufgesetzt bis der parallel verständigte Abschleppwagen vor Ort war und das Ding ausgemacht hat. Was hätte eine Leitstelle denn mit der Info anfangen können, dass mitten in Altea eine V16 aktiviert wurde? Krankenwagen schicken, sicherheitshalber gleich zwei oder drei? Feuerwehr, falls ein Auto brennt? Abschleppdienste? Wie viele?
Außer dem Standort, den man auch per Handy ermitteln kann, also null komma null Info.
Und dann noch zwei Sahnehäubchen:
Es gab den Vorläufer der V16, der vor etwa drei Jahren unters Volk gebracht wurde, indem man die Leute wegen der baldigen Ungültigkeit der Warndreiecke "de toda la vida" verrückt gemacht hat. Als man davon genug verkauft hatte, fiel einem schlauen Menschen plötzlich ein, die GPS Funktion mit reinzupacken, und alle offiziellen Warnleuchten ohne dieses Feature (also alle bis dahin verkauften) waren ab sofort ungültig. Erstattung? Austausch? Fehlanzeige. Neukauf, bitte.
Und offenbar gibt es da auch einige geschäftliche Interessen, bei denen wenigstens einer der Hersteller, der eine Homologation für seine Leuchten hat, irgendwie mit der DGT verbunden ist. Immerhin geht es hier um etliche Millionen Leuchten für jeweils rund 40 Euro.
Also alles in allem nicht nur eine schlechte, sondern eine shice-Idee, die Menschenleben aufs Spiel setzt und bewährte Mechanik und Optik durch eine technische Spielerei mit tausend Fehlerquellen ersetzt, die dank der Telefonkarte, über die das GPS-Signal rausgeht, dann auch noch ein eingebautes Verfallsdatum hat, damit man alle zehn Jahre eine neue Laterne kaufen muss. Es ist ja auch zum Kotzen, wenn die Menschen ihre Warndreiecke einfach jahrzehntelang benutzen, ohne dass man ihnen alle paar Jahre neue verkaufen kann.