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Kein Geld für Beerdigungen

Verfasst: So 24. Sep 2017, 20:02
von Oliva B.
Anlässlich des Themas Tod entscheiden nicht nur die Gene erinnerte ich mich an einen Artikel, den ich in der Online-Zeitung diario información, kürzlich fand.

Der Familienzusammenhalt in Spanien ist bekanntlich groß, besonders Hochzeiten mutieren oft zu Riesenevents.
Doch was kann passieren, wenn ein Verstorbener keine Sterbeversicherung abgeschlossen hat und seine Familie kein Geld für die Beerdigung hat? Darüber klagte in obigem Artikel ein Mann, dessen Cousin mit 43 Jahren verstarb. Dieser war geschieden, hatte eine Tochter von 7 Jahren mit seiner ersten Frau und eine weitere von 3 Jahren mit seinem zweiten Partnerin. Die Mutter des Verstorbenen bekommt eine monatliche Rente von 600 €.
Der Verstorbene hatte keine Sterbegeldversicherung, genauso wie 43 % der Todesfälle in Spanien. Weder er, seine Nachkommen (logisch!), seine Mutter, seine (Ex-) Frauen oder andere, die lt. Código Civil (Bürgerliche Gesetzbuch) die Verpflichtung gehabt hätten, die Bestattungskosten zu begleichen, verfügten über genügend Geld.
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Bei der Zahlungsunfähigkeit von Familienangehörigen, muss der Leichnam erst einmal 8 bis 10 Tage gekühlt aufbewahrt werden. In dieser Frist beschloss das Gericht, den Toten in einem Massengrab zu bestatten. Die Familie fragte sich, wie der spanische Staat im 21. Jahrhundert solch eine (unmenschliche) Entscheidung treffen könne.

Den Hinterbliebenen wurde vom Bestatter eine Gebührentabelle vorgelegt, wonach für Sarg, Einäscherung, Grab, Urkunden, Gebühren, Messe, Blumen, Grabstein, Nachruf, Trauerfeierlichkeiten und - nicht zu vergessen die Steuern von 21 % :!: eine Rechnung von 6.000 Euro fällig wäre.

Letztendlich hat der Onkel des Verstorbenen die Beerdigung bezahlt hat, und die Cousins konnten den Toten würdevoll zu Grabe tragen. Die Angehörigen fragen sich jedoch, was in einer Gesellschaft falsch läuft, wenn anlässlich einer Hochzeit Verwandte, Freunde und Bekannte dem Brautpaar "Unsummen" schenken, während dieselben Menschen keinen einzigen Cent für die Beerdigung eines Verstorbenen, für die Unterstützung seiner Witwe und der Kinder übrig haben...

Spain is different... - oder sterben einfach zu teuer (hier wie da).

Re: Kein Geld für Beerdigungen

Verfasst: So 24. Sep 2017, 20:27
von Cozumel
Ein Massengrab muss es für keinen geben!

Krematorium kostet ohne Schnickschnack knapp 2000,- Euro.

Im Krematorium in Denia kann man auch in Raten bezahlen, wenn es sein muss.

Re: Kein Geld für Beerdigungen

Verfasst: So 24. Sep 2017, 20:41
von nurgis
Ein Schelm der Böses dabei denkt:
Könnte es sein , eine Hochzeit ist gewöhnlich eine lebensbejahende lustige Feier die zu nichts verpflichtet. Vielleicht braucht man ja mal das junge Paar.Der Tod kostet und kann für Helfende all zu leicht zu Nachfolgekosten-oder Verpflichtungen führen, wenn er nicht als herzlos eingestuft werden will. Eventuell sagt man das bringt nichts mehr, der Mensch ist tot.

Re: Kein Geld für Beerdigungen

Verfasst: So 24. Sep 2017, 20:45
von nurgis
Cozumel hat geschrieben:Ein Massengrab muss es für keinen geben!

Krematorium kostet ohne Schnickschnack knapp 2000,- Euro.

Im Krematorium in Denia kann man auch in Raten bezahlen, wenn es sein muss.
@ Cozumel, ich denke du meinst ein Krematorium in Polen. Ich habe in Javea 3700,- € ohne Schnickschnack und ohne die Seebestattung bezahlen müssen.

Re: Kein Geld für Beerdigungen

Verfasst: So 24. Sep 2017, 20:54
von Cozumel
Nein, in Denia.

Den Betrag den Du nennst hatten sie mir auch genannt. Bezahlt habe ich ihn aber nicht, denn ich habe gehandelt und die Leistungen dahinter hinterfragt.

Ich hatte Dir damals übrigends Info angeboten, wenn Du Dich erinnerst.

Re: Kein Geld für Beerdigungen

Verfasst: So 24. Sep 2017, 21:08
von Cozumel
Nein, ich hab mich getäuscht, es war Javea. Sorry sind fast 5 Jahre her.

Re: Kein Geld für Beerdigungen

Verfasst: Mo 25. Sep 2017, 00:58
von nurgis
Cozumel hat geschrieben:Nein, ich hab mich getäuscht, es war Javea. Sorry sind fast 5 Jahre her.
Bei mir in 2 Wochen 2 Jahre, d.h. die Preissteigerung ist enorm.

Re: Kein Geld für Beerdigungen

Verfasst: Mo 25. Sep 2017, 09:01
von vitalista
Also ich musste vor einem Jahr €2700,01 (man achte auf den einen Cent :-o ) zahlen. Das war ohne Messe und Beisetzung.
Eine Beisetzung in einem Massengrab empfinde auch ich als unmenschlich, bei dem Wort habe ich sofort Krieg bzw. Drittes Reich vor Augen.

Re: Kein Geld für Beerdigungen

Verfasst: Mo 25. Sep 2017, 10:41
von Cozumel
nurgis hat geschrieben:
Cozumel hat geschrieben:Nein, ich hab mich getäuscht, es war Javea. Sorry sind fast 5 Jahre her.
Bei mir in 2 Wochen 2 Jahre, d.h. die Preissteigerung ist enorm.
Ich kann Dir gerene mal die Rechnung zeigen, Nurgis.

Für eine Preissteigerung halte ich das nicht, sondern für Verhandlung.

Re: Kein Geld für Beerdigungen

Verfasst: Mo 25. Sep 2017, 15:50
von FridaAmarilla
Oliva B. hat geschrieben:Bei der Zahlungsunfähigkeit von Familienangehörigen, muss der Leichnam erst einmal 8 bis 10 Tage gekühlt aufbewahrt werden. In dieser Frist beschloss das Gericht, den Toten in einem Massengrab zu bestatten. Die Familie fragte sich, wie der spanische Staat im 21. Jahrhundert solch eine (unmenschliche) Entscheidung treffen könne.
Nur zur Info: Wenn in Deutschland das Sozialamt für die Beerdigung einspringen muß/soll, wird der Verstorbene auch auf der "grünen Wiese/Massengrab" beerdigt. Wir hatten gerade den Fall und der Sohn wollte das auch nicht und hat dann das Geld zusammengekratzt :cry: