Hobbykoch hat geschrieben: ↑Do 15. Jan 2026, 01:30
Wow.
Die Welt dreht sich immer. Geschmäcker sind verschieden und sündigen tun wir doch alle, egal wobei.
Aber dass jemand diese Preise für niedrig hält, ist mir persönlich jetzt echt noch nicht untergekommen.
Ich meine das ohne jegliche Wertung.
Da mußte ich erstmal schlucken und nachdenken.
Hab dann so für mich gerechnet, was du dann für ein Essen in einem guten Restaurant mit einem Getränk bereit wärst zu zahlen. Oh, bei dem Betrag, der dabei raus kam, würde wohl doch niemand mehr es bezahlen wollen.
Selbst mit echt viel Kohle am Start.
Zuerst ohne jegliche Wertung, die kommt erst am Ende.
Nehmen wir ein Restaurant der großen Anbieter auf dem Markt. Das Restaurant wird auf einem eigenen oder erbgepachteten Grundstück oder Haus gebaut. Der Bau ist teuer. Die verwendeten Materialien kommen nicht von Discounter. Da gibt’s nirgendwo billige Campingbestuhlung.
Die technische Ausrüstung, Küche und Backyard übernimmt ein der 3-4 Weltanbieter, die oder von ihnen geschultes Personal dann auch die Wartung und Reparatur übernehmen. Die Restaurants sind sowohl im Bestell- als auch Bezahlverfahren digitalisiert, teilweise und immer mehr auch im Herstellungsverfahren. Die Restaurants sind in der Regel voll klimatisiert. Auf den Dächern steht ein oder mehrere riesige Klimageräte, die Tag und Nacht laufen und Batzen Strom verbrauchen.
Strom, Gas, Wasser mit entsprechenden Reinigungs- und Sicherheitselementen incl. gesetzlichen Pflichtwartungen.
Die in den Restaurants verarbeiteten Food und Non Food kommen nicht von Norma, dem Wochenmarkt oder Metro. Und entgegen der weitläufigen Stammtischmeinung (die auch hier deutlich erkennbar ist), aber im Einvernehmen mit entsprechenden Experten, werden hier hochwertige Materialien verarbeitet. Zuständig dafür sind einige wenige große Distributoren, die entsprechende Verträge mit den Herstellern abgeschlossen haben und diese ständig überwachen. Sie haben auch entsprechende Infrastrukturen entwickelt – digitalisierte Lagerhäuser, Fuhrpark, Office, Notdienste etc.
Für Betrieb braucht man Personal. Es wird zwar mit Mindestlohn bezahlt, oder knapp darüber, stellt aber trotzdem den größten Posten in der Kalkulation. Denn, Training, Schulungen, Suche, Zuschläge, Abgaben usw. kosten auch viel Geld.
Dann kommt das Backoffice. Versicherungen, Steuerberater, Marketing, Müllabfuhr, Wartungen, Kosten des Geldverkehrs, Finanzierung etc etc. Ach ja, der Betreiber will auch ein bisschen Geld verdienen. Und ganz am Ende steht das große Wort: STEUER!
Ich bin mir sicher, diese Auflistung ist nicht vollständig, da kommt noch einiges dazu.
Und jetzt komme ich zu der Wertung: Wieviel, deiner Meinung nach, sollte dann ein Burger kosten?
Denn, und das wird in den Meinungen der Kritiker mit der engen Sicht überhaupt nicht berücksichtigt, wenn man ein Burger Restaurant (und ja, es sind Restaurants..) mit zB einem Steakhouse, oder einem beliebigen Restaurant auf dem breiten Markt vergleicht – der größte Unterschied ist eben nur das Haupt-Food. (Lassen wir die eng spezialisierten oder Sternerestaurants außen vor, die gibt es aber auch im Burger Segment). Auf der einen Seite werden 125 Gramm Hackfleisch verarbeitet, auf der anderen 300 Gramm Steakfleisch. Alles andere ist vergleichbar, wobei ich mir sicher bin, dass die allermeisten „guten Restaurants“, wie du schreibst, diese Ausstattung und diese Kosten NICHT haben.
Darum sind mir 40 Euro für 300 Gramm Entrecote viel, aber ich zahle sie, weil ich Steak liebe und das ist die einzige Wertigkeit, aber 13 Euro für ein Menü mit Whopper oder BigMäc uä eben angemessen.