Inzwischen kann die Polizei die Nummern anonymer Anrufe zurück verfolgen, doch die führt sie oft nicht zum Besitzer, da die persönlichen Daten nicht hinterlegt wurden.
Hintergrund dieses Gesetzes waren die Terroranschlägen in Madrid vom 11.03.04. Damals wurden die Ermittlungen der Verdächtigen durch fehlende Daten erschwert.
Doch das soll in Zukunft anders werden, denn die zweijährige Übergangsfrist, welche die spanische Regierung den Handynutzern eingeräumt hat um ihre Daten nachtragen zu lassen, läuft aus. Die Mobilfunkbetreiber erinnern ihre Kunden schon seit geraumer Zeit per SMS darüber (z.B.: „Para no desactivar su linea, la ley de Identificación 25/2007 obliga a nos facilite sus datos en tiendas movistar. Acuda a una tienda ya!“). Ab dem 9. November werden alle Handys deaktiviert, deren Besitzer sich nicht identifiziert haben.
Heute wollte ich meine persönliche Daten in einem Handyladen angeben, wurde aber weiter geschickt zu einem Elektrofachgeschäft in der Nähe, das eine Berechtigung hat, diese Online-Registrierungen vorzunehmen.
Bei der Registrierung wird die Nummer der alten SIM-Karte notiert sowie Name und Steuernummer. Die Nummer meiner uralt Simkarte war jedoch nicht mehr lesbar und konnte deshalb nicht zur Zentrale übermittelt werden. Der Verkäufer gab sich wirklich alle Mühe sie zu entziffern, musste aber nach etlichen Fehlversuchen entnervt aufgeben und verkaufte mir gezwungener Maßen eine neue SIM-Karte für 6 Euro. Dadurch waren natürlich alle meine eingespeicherten Nummern weg. Doch er war so nett und hat mir anschließend, nach erfolgreicher Registrieung, alle Daten von meiner alten Karte gesichert.
Diese "einfache" Registrierung hat eine ganze ¾ Stunde gedauert!!! Anschließend habe ich eine Bestätigungs-SMS erhalten, dass die Nummer nunmehr auf meinen Namen registriert worden ist.
In Bedrängnis könnten jetzt Besitzer von Prepaid-Karten kommen, die nicht ständig in Spanien leben und dadurch nichts von dieser Aktion mitbekommen haben. Gerade für diese Ausländer waren die Prepaid-Karten interessant, denn ein Vertragstelefon ist zu teuer, wenn man nicht ganzjährig in Spanien lebt. Wenn sie Pech haben und erst nach dem 9. November einreisen, werden ihre Handynummer beim nächsten Spanienaufenthalt nicht mehr funktionieren, da sie zwischenzeitlich deaktiviert wurden.
Info: In Spanien sollen mehr als 20 Millionen Prepaid-Karten in Umlauf sein, nur bei einem Viertel wurden die Namen beim Kauf registriert.




