Höllennacht
Verfasst: Di 19. Aug 2025, 21:31
Die lange Hitzewelle ist erst einmal vorbei. Aber als ich gestern Abend gegen 23 Uhr aus dem ebenfalls ungewöhnlich warmen deutschen Sommer kommend in Alicante landete, zeigte unser Autothermometer 30,5 Grad an, als wir um 24 Uhr Benidorm passierten, sogar 32,5 Grad. Als wir eine knappe halbe Stunde später in Benissa ankamen, wurden uns „nur noch“ 28 Grad angezeigt. Es war eine herrliche Nacht. Wir konnten noch ein wenig auf der Terrasse zu sitzen. Die Klimaanlage im Schlafzimmer nutzten wir anschließend nur, um den Raum etwas runter zu kühlen, zum Schlafen brauchten wir sie nicht mehr, da reichten zwei Fenster „auf Durchzug“ völlig aus.
Ende Juni rief die staatlichen Wetterbehörde (AEMET) erste Hitzewelle dieses Jahres aus, sie dauert 4 Tage.
El País - übersetzter spanischer Text
Die Begriffe „Äquatoriale Nacht“ und „Höllennacht“ sind im deutschen Sprachgebrauch eigentlich nicht gängig, weil es diese hohen nächtlichen Temperaturen in Deutschland bislang noch nicht gab. Je nach den in der Nacht erreichten Temperaturen verwenden Meteorologen unterschiedliche Begriffe, um die verschiedenen Szenarien der nächtlichen Hitze zu beschreiben. Was ist der Unterschied zwischen diesen Begriffen?
Tropische Nächte
Tropische Nächte sind Nächte, in denen die gemessene Temperatur nicht unter 20 Grad fällt. Laut einer Analyse der staatlichen Wetteragentur hat sich die Zahl der tropischen Nächte in mehreren Städten Spaniens in den letzten 75 Jahren vervierfacht. Der Fortschritt der Klimakrise und die globale Erwärmung sowie der „Heat-Island-Effekt” in Großstädten sind die Ursachen für diese Situation.
Äquatoriale oder heiße Nächte
Der Begriff „äquatoriale Nacht” oder „heiße Nacht” wird verwendet, um Nächte mit Mindesttemperaturen von 25 Grad oder mehr zu bezeichnen. Wie Ärzte warnen, kommt es in solchen Nächten vermehrt zu Schlafstörungen wie Schlaflosigkeit. Und nicht nur das, sondern auch zu erhöhtem Stress, emotionalem Unwohlsein und Reizbarkeit. Darüber hinaus steigen auch die psychiatrischen Einweisungen von Patienten mit Vorerkrankungen.
Höllennächte
Nächte mit Tiefsttemperaturen von 30 Grad werden von der Weltorganisation für Meteorologie als ‚supertropische Nächte‘ definiert oder als ‚Höllennächte‘ bezeichnet.
Früher wurden solche Nächte in asiatischen Ländern registriert, die schwül und tropisch oder äquatorial waren; in Afrika oder zwischen dem Wendekreis des Krebses und dem Wendekreis des Steinbocks waren 30 °C nachts normal; Höllennächte (noches infernales) mit Tiefsttemperaturen von 30 °C kommen in den wärmeren Regionen der Erde immer häufiger vor und werden als „Höllennächte” bezeichnet. Einige Orte auf der Iberischen Halbinsel und den spanischen Inselgruppen verzeichnen seit einigen Jahren solche Nächte. In diesem Sommer gab es schon mehrere Höllenächte in Almería, Málaga, Melilla, Jaén und an mehreren Orten auf den Kanarischen Inseln – und inzwischen eben auch in Benidorm.
Hitzewellen 2025
Ende Juni rief die staatlichen Wetterbehörde (AEMET) erste Hitzewelle dieses Jahres aus, sie dauert 4 Tage.
El País“El País“ hat geschrieben:Gestern endete die 16 Tage andauernde Hitzewelle in Spanien. Es war die zweite große Hitzewelle in diesem Sommer, in dem Warnungen wegen Gesundheitsrisiken aufgrund der hohen Temperaturen an der Tagesordnung waren: Seit dem 1. Juni bis zum 18. August gab es nur drei Tage ohne solche Gesundheitswarnungen. Die Tage mit dem höchsten Risiko des gesamten Sommers waren jedoch der vergangene Freitag und Samstag, an denen laut den von EL PAÍS gesammelten Daten die meisten roten Gesundheitswarnungen in Spanien registriert wurden.
Seit 2003 gab es nur 5 „Olas de calor“, die länger als 10 Tage dauerten. (El País)
Der Klimawandel führt laut wissenschaftlichen Berichten und den von der Aemet beobachteten Daten bereits dazu, dass Hitzewellen immer heftiger und länger werden – sie nehmen um drei Tage pro Jahrzehnt zu. Da die Daten für diesen Sommer noch nicht endgültig vorliegen, gehört die Hitzewelle vom August mit einer Dauer von 16 Tagen zu den längsten, die Spanien je erlebt hat. Laut der Datenbank der Aemet, die 1975 angelegt wurde, war von den 76 Hitzewellen, die auf der spanischen Halbinsel und den Balearen seitdem auftraten, die längste Ende Juni und Anfang Juli 2015 mit 26 Tagen. Es folgt eine Hitzewelle im Juli 2022 mit 18 Tagen und zwei weitere (2003 und ebenfalls 2022) mit 16 Tagen. Das bedeutet, dass die Hitzewelle dieses Augusts zu den drei längsten gehören wird, auch wenn die Daten noch vorläufig sind.
El País - übersetzter spanischer Text
Was ist der Unterschied zwischen einer Tropennacht (noche tropical), einer Äquatorialen Nacht (noche ecuatorial o noche tórrida) und einer Höllennacht (noche infernal)?
Die Begriffe „Äquatoriale Nacht“ und „Höllennacht“ sind im deutschen Sprachgebrauch eigentlich nicht gängig, weil es diese hohen nächtlichen Temperaturen in Deutschland bislang noch nicht gab. Je nach den in der Nacht erreichten Temperaturen verwenden Meteorologen unterschiedliche Begriffe, um die verschiedenen Szenarien der nächtlichen Hitze zu beschreiben. Was ist der Unterschied zwischen diesen Begriffen?
Tropische Nächte
Tropische Nächte sind Nächte, in denen die gemessene Temperatur nicht unter 20 Grad fällt. Laut einer Analyse der staatlichen Wetteragentur hat sich die Zahl der tropischen Nächte in mehreren Städten Spaniens in den letzten 75 Jahren vervierfacht. Der Fortschritt der Klimakrise und die globale Erwärmung sowie der „Heat-Island-Effekt” in Großstädten sind die Ursachen für diese Situation.
Äquatoriale oder heiße Nächte
Der Begriff „äquatoriale Nacht” oder „heiße Nacht” wird verwendet, um Nächte mit Mindesttemperaturen von 25 Grad oder mehr zu bezeichnen. Wie Ärzte warnen, kommt es in solchen Nächten vermehrt zu Schlafstörungen wie Schlaflosigkeit. Und nicht nur das, sondern auch zu erhöhtem Stress, emotionalem Unwohlsein und Reizbarkeit. Darüber hinaus steigen auch die psychiatrischen Einweisungen von Patienten mit Vorerkrankungen.
Höllennächte
Nächte mit Tiefsttemperaturen von 30 Grad werden von der Weltorganisation für Meteorologie als ‚supertropische Nächte‘ definiert oder als ‚Höllennächte‘ bezeichnet.
Früher wurden solche Nächte in asiatischen Ländern registriert, die schwül und tropisch oder äquatorial waren; in Afrika oder zwischen dem Wendekreis des Krebses und dem Wendekreis des Steinbocks waren 30 °C nachts normal; Höllennächte (noches infernales) mit Tiefsttemperaturen von 30 °C kommen in den wärmeren Regionen der Erde immer häufiger vor und werden als „Höllennächte” bezeichnet. Einige Orte auf der Iberischen Halbinsel und den spanischen Inselgruppen verzeichnen seit einigen Jahren solche Nächte. In diesem Sommer gab es schon mehrere Höllenächte in Almería, Málaga, Melilla, Jaén und an mehreren Orten auf den Kanarischen Inseln – und inzwischen eben auch in Benidorm.