Olivenöl

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Oliva B.
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Re: Olivenöl

Beitrag von Oliva B. »

In Zusammenhang mit nativem Olivenöl habe ich hier von einer „angenehmen Säure“ oder „wenig Säure“ gelesen.

@ Hobbykoch
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Re: Olivenöl

Beitrag von Hobbykoch »

Oliva B. hat geschrieben: Mo 5. Jan 2026, 19:03 In Zusammenhang mit nativem Olivenöl habe ich hier von einer „angenehmen Säure“ oder „wenig Säure“ gelesen.

@ Hobbykoch
Was meinst du damit?
Der Säuregehalt ist ja schon per Gesetz geregelt.
Nativ extra darf nur maximal 0,3% sein.
Je weniger desto besser soll die Qualität anscheinend sein. Doch jeder hat ja einen eigenen Geschmack, ähnlich zum Essig etc.
Ich selbst bevorzuge bei normaler Verwendung von Olivenöl schon gen 0,3%, da ich etwas Säure mag.
Bei Tropföl, was ja nur aus der Lagerung von den Matten der Oliven Austritt, also ohne eine zusätzliche Pressung, hatte ich früher aus Griechenland und Italien mega Öle.
Die waren schon bei 0,1%. Das Öl kann man trinken vom genialen Geschmack. Aber wenn man ein Dressing macht, dann muß da schon Zitrone o.ä. ran, um geniale Gegenspieler zu bekommen. Leider habe ich das hier noch nicht, aber ich werde ja demnächst etwas auf Reisen gehen. Im Fazit ist es einfach jedem sein eigener Geschmack. Meine Oma hat Olivenöl gehasst. Das schmeckt ranzig! Ich persönlich liebe Olivenöl und habe da wahrscheinlich auch einen anderen Bezug. Da denke ich zurück nach D und irgendwie waren da ja nur Nativ extra im Angebot. Hier in ES sieht es ja ganz anders aus. Da gibt es ja bis zum höchsten indrustriellen Olivenöl alles.
Gleichzusetzen mit D dem Rapsöl. Ich glaube mich erinnern zu können, daß es das für ~1€ pro Liter im Angebot gab. Forscht man nach und stellt fest, daß es gesundheitlich Mist ist. Letztens Fazit 8-)
Nimm Nativ extra, was top ist und suche dir das nach deinem Geschmack aus. Hier in ES kostet es ja auch zum Vergleich nix. Also reine Geschmackssache.
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Re: Olivenöl

Beitrag von globetrotter11 »

Oliva B. hat geschrieben: Mo 5. Jan 2026, 18:47

Die von Stiftung Warentest hoch gepriesenen Discounteröle, die man in Deutschland bei REWE, EDEKA, ALDI & Co. zwischen 4 und 10 Euro pro 500 ml bekommt (dazu zähle ich auch das Bertolli-Öl für rund 9 Euro), sind in der Regel Massenprodukte aus super intensiv bepflanzten Monokulturen.
Diese werden mehrmals im Jahr chemisch behandelt, damit die Bäume keine Pilz- und andere Krankheiten bekommen oder die Oliven nicht der berüchtigten Olivenfliege zum Opfer fallen. Die Bäume werden beim maschinellen Ernten gerüttelt und geschüttelt, wodurch nicht selten Mineralölrückstände (wie das krebserzeugende MOAH) im Olivenöl nachgewiesen wurden.
Krebs ist eine sehr böse Krankheit.

Deshalb sollte man sehr sorgfältig mit einer solchen Behauptung umgehen.

Der Stand der Wissenschaft ist:
Für MOSH- und MOAH-Gemische liegen bisher keine Studien zur Toxizität nach oraler Aufnahme vor. Eine konkrete Risikoabschätzung für den Menschen ist daher bislang nicht möglich.Es kann allerdings nicht ausgeschlossen werden, dass in der MOAH-Fraktion auch krebserzeugende Verbindungen enthalten sind
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/MOSH/MOAH

MOAH sind Substanzen mineralischen Ursprungs mit einer „aromatischen“ chemischen Struktur, d. h. einem Ring. Auch Oliven enthalten natürliche MOAH's, die völlig ungefährlich, normal und nützlich sind. Triterpene, Sterole und phenolische Verbindungen.

Bei der üblichen, chromatographischen Analyse von Oilvenölen können die eingesetzten FID (Flame Ionization Detector) nicht zwischen den natürlichen und den, durch die Verarbeitung hinzugekommenen MOAH unterscheiden und liefern somit keine eindeutigen Ergebnisse. Natürliche und harmlose Substanzen werden mit Schadstoffen verwechselt, wodurch falsch interpretierte Ergebnisse erzeugt werden.

Die heute verwendete LC–GC/FID-Methode trennt diese Unterkategorien nicht und unterscheidet nicht zwischen den natürlichen und den mineralischen Verbindungen der Olive.Es gibt weitaus präzisere Methoden, wie beispielsweise die Chromatographie gekoppelt mit Massenspektrometrie, die in der Lage sind, Moleküle einzeln zu erkennen und festzustellen, ob ein Signal tatsächlich von Mineralölen stammt; diese Methoden sind jedoch derzeit nicht in den europäischen Normen verankert.

Eine Kontamination mit Mineralölen bei der Ernte halte ich für nicht wahrscheinlich. Die Erntemaschinen sind fast identisch mit den Vollerntern im Weinbau. Diese fahren über die Reihen und bürsten die Oliven von den Ästen. Da gibt es keine Kontamination.

Bild

Kontaminationen stammen in der Regel aus dem Pressprozess (Hydrauliköl) völlig unabhängig von der Erntemethode.
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Re: Olivenöl

Beitrag von Hobbykoch »

Also wenn ich ein Öl von der Mühle kaufe, was sortenreines ist und vom eigenen Betrieb kommt, fühle ich mich sicher. Supermarkt Zeugs traue ich ja eh nicht.

So ist es aber bei allem!

Aber auch wir haben alle in der Vergangenheit so alles mögliche gegessen, eingeatmet etc.

Wir leben noch, doch die Sakrotan Kinder haben seit Geburt an Allergien und Krankheiten.


Ist bewusst so ausgedrückt von mir und natürlich etwas übertrieben
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Oliva B.
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Re: Olivenöl

Beitrag von Oliva B. »

globetrotter11 hat geschrieben: Di 6. Jan 2026, 08:52
Oliva B. hat geschrieben: Mo 5. Jan 2026, 18:47 Die von Stiftung Warentest hoch gepriesenen Discounteröle, die man in Deutschland bei REWE, EDEKA, ALDI & Co. zwischen 4 und 10 Euro pro 500 ml bekommt (dazu zähle ich auch das Bertolli-Öl für rund 9 Euro), sind in der Regel Massenprodukte aus super intensiv bepflanzten Monokulturen.
Diese werden mehrmals im Jahr chemisch behandelt, damit die Bäume keine Pilz- und andere Krankheiten bekommen oder die Oliven nicht der berüchtigten Olivenfliege zum Opfer fallen. Die Bäume werden beim maschinellen Ernten gerüttelt und geschüttelt, wodurch nicht selten Mineralölrückstände (wie das krebserzeugende MOAH) im Olivenöl nachgewiesen wurden.
Krebs ist eine sehr böse Krankheit.
Deshalb sollte man sehr sorgfältig mit einer solchen Behauptung umgehen.
Da gebe ich dir Recht.

Die Erntemaschinen waren tatsächlich nur EIN Beispiel, wie Mineralölrückstände in Olivenöl gelangen können. Es kann auch bei der weiteren Produktion, etwa durch Schmierung von Maschinen usw. kontaminiert werden. Selbst durch Pflanzenschutzmittel soll es zu Verunreinigungen kommen.
Nachgewiesen wurde, dass viele Olivenöle im Handel mit erhöhten, teils stark erhöhten Mengen an MOSH und MOAH belastet waren, siehe Öko Test 5/2022. Tatsächlich sollen einige MOAH erbgutverändernd und krebserzeugend sein:
“Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit“ hat geschrieben:MOAH können wie genotoxische Karzinogene wirken (sie können die DNA, das genetische Material der Zellen, schädigen und Krebs verursachen. Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (efsa)
Ob das inzwischen besser geworden ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber offensichtlich sind die Wissenschaftler bis heute noch nicht so weit, dass sie eine Aussage treffen können, in welcher Höhe die Aufnahme von MOAH Menschen schädigen kann, da entsprechende Studien fehlen. Solange müssen wir davon ausgehen, dass in der MOAH-Fraktion krebserregende aromatische Verbindungen […] enthalten sind (Quelle: BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung). 2025 sollten die Höchstwerte für MOAH festgelegt werden, ich habe bisher noch nichts darüber lesen können.

Apropos lesen… - dabei ist mir aufgefallen, dass hier (im Gegensatz zum Wikipedia-Zitat) weder Quelle noch Urheber genannt wurden:
globetrotter11 hat geschrieben: Di 6. Jan 2026, 08:52MOAH sind Substanzen mineralischen Ursprungs mit einer „aromatischen“ chemischen Struktur, d. h. einem Ring. Auch Oliven enthalten natürliche MOAH's, die völlig ungefährlich, normal und nützlich sind. Triterpene, Sterole und phenolische Verbindungen.

Bei der üblichen, chromatographischen Analyse von Oilvenölen können die eingesetzten FID (Flame Ionization Detector) nicht zwischen den natürlichen und den, durch die Verarbeitung hinzugekommenen MOAH unterscheiden und liefern somit keine eindeutigen Ergebnisse. Natürliche und harmlose Substanzen werden mit Schadstoffen verwechselt, wodurch falsch interpretierte Ergebnisse erzeugt werden.

Die heute verwendete LC–GC/FID-Methode trennt diese Unterkategorien nicht und unterscheidet nicht zwischen den natürlichen und den mineralischen Verbindungen der Olive.Es gibt weitaus präzisere Methoden, wie beispielsweise die Chromatographie gekoppelt mit Massenspektrometrie, die in der Lage sind, Moleküle einzeln zu erkennen und festzustellen, ob ein Signal tatsächlich von Mineralölen stammt; diese Methoden sind jedoch derzeit nicht in den europäischen Normen verankert.
@ globetrotter11 - Holst du das bitte noch nach?
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Re: Olivenöl

Beitrag von Oliva B. »

Hallo Hobbykoch,
Ich habe ein­fach­heits­hal­ber meine Antworten in Blau zwischen deine Zeilen geschrieben.
.
Hobbykoch hat geschrieben: Di 6. Jan 2026, 03:26
Oliva B. hat geschrieben: Mo 5. Jan 2026, 19:03 In Zusammenhang mit nativem Olivenöl habe ich hier von einer „angenehmen Säure“ oder „wenig Säure“ gelesen.

@ Hobbykoch
Was meinst du damit?
Der Säuregehalt ist ja schon per Gesetz geregelt.
Nativ extra darf nur maximal 0,3% sein.
Das ist nicht richtig. Bei einem Olivenöl der höchsten Qualitätsstufe muss der Gehalt an freien Fettsäuren geringer als 0,8 g je 100 g bzw. der Säuregehalt ≤ 0,8 % sein.

Je weniger desto besser soll die Qualität anscheinend sein.
Wenn ein Olivenöl eine geringe Säurezahl hat, enthält es weniger freie Fettsäuren.
Doch jeder hat ja einen eigenen Geschmack, ähnlich zum Essig etc.
Ich selbst bevorzuge bei normaler Verwendung von Olivenöl schon gen 0,3%, da ich etwas Säure mag.
Den Säuregehalt kann man nicht schmecken, er hat auch nichts mit der Schärfe [oder gar Säure] des Öls zu tun, sondern sagt nur etwas über den Anteil freier Fettsäuren im Öl aus. Olivenöl darf fruchtig, scharf und bitter schmecken - aber niemals sauer.
Bei Tropföl, was ja nur aus der Lagerung von den Matten der Oliven Austritt, also ohne eine zusätzliche Pressung, hatte ich früher aus Griechenland und Italien mega Öle.
Die waren schon bei 0,1%. Das Öl kann man trinken vom genialen Geschmack. Aber wenn man ein Dressing macht, dann muß da schon Zitrone o.ä. ran, um geniale Gegenspieler zu bekommen. Leider habe ich das hier noch nicht, aber ich werde ja demnächst etwas auf Reisen gehen. Im Fazit ist es einfach jedem sein eigener Geschmack. Meine Oma hat Olivenöl gehasst. Das schmeckt ranzig! Ich persönlich liebe Olivenöl und habe da wahrscheinlich auch einen anderen Bezug. Da denke ich zurück nach D und irgendwie waren da ja nur Nativ extra im Angebot. Hier in ES sieht es ja ganz anders aus. Da gibt es ja bis zum höchsten indrustriellen Olivenöl alles.
Gleichzusetzen mit D dem Rapsöl. Ich glaube mich erinnern zu können, daß es das für ~1€ pro Liter im Angebot gab. Forscht man nach und stellt fest, daß es gesundheitlich Mist ist. Letztens Fazit 8-)
Nimm Nativ extra, was top ist und suche dir das nach deinem Geschmack aus. Hier in ES kostet es ja auch zum Vergleich nix. Also reine Geschmackssache.
Danke, mach ich schon. Bei meinem Aceite de Oliva virgen extra liegen die freien Fettsäuren bei 0,14 %. ;-)
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Re: Olivenöl

Beitrag von Hobbykoch »

Danke für die Erörterung. Na da sieht man mal, wie einem das beim Besuch und Führung der Mühle in Griechenland erklärt wurde. Aber tatsächlich ja nichts falsch gemacht trotz Unwissenheit. Top Qualität kaufen und nach seinem Geschmack gehen. Da is(s)t man bei allem immer auf der besten Seite. Ich verwende zB das Olivenöl für alles außer richtig scharfes anbraten bei Vollgas oder zum frittieren.
In Deutschland wird ja total gegen Olivenöl geschossen.
Da wird oft auch in Medien behauptet, dass man es niemals in eine Pfanne geben sollte wegen dem zu niedrigen Rauchpunkt und die extreme Gefahr von Krebs.
Ich hatte bisher noch kein Olivenöl, was beim normalen braten zum Rauchpunkt kam. Evtl ziehen die da ein ungefiltertes Öl her, wie mein damaliges Tropföl.
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